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Lateinamerika

Lateinamerika ist ein politisch-kultureller Begriff, der dazu dient, die spanisch- und portugiesischsprachigen Länder Amerikas von den anglo-amerikanischen Ländern Amerikas abzugrenzen. Dazu gehören die Länder Südamerikas, Mexiko, Zentralamerika und die spanischsprachigen Gebiete der Karibik. Die Länder Lateinamerikas haben zusammen eine Fläche von etwa 20 Millionen km², und die Bevölkerung umfasst rund 500 Millionen Menschen.

Die vorherrschende Sprache in den meisten Ländern Lateinamerikas ist Spanisch. In Brasilien, dem bevölkerungsreichsten Land der Region, wird Portugiesisch in seiner brasilianischen Variante gesprochen. In Peru ist Quechua neben Spanisch zweite Amtssprache. Nahuatl ist eine der 62 indigenen Sprachen, die in Mexiko gesprochen werden und die von der Regierung neben Spanisch als Nationalsprachen anerkannt werden. Die bekannteste indigene Sprache in Chile ist Mapudungun („Araukanisch“) der Mapuche in Südchile, daneben sind in Nordchile Aymara und auf der Osterinsel Rapanui verbreitet. Viele dieser indigenen Sprachen haben ihren Platz im Unterricht in den Waldorfschulen und –kindergärten.

Waldorfschulen, -kindergärten, heilpädagogische und sozialtherapeutische Einrichtungen und Sozialprojekte, die mit Waldorfpädagogik arbeiten, gibt es heute in den Ländern Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, Kolumbien, Mexiko, Peru und Uruguay. Wie viele Waldorfschulen gibt es jedoch in den einzelnen Ländern Lateinamerikas? Aus der Weltschulliste lassen sich folgende Zahlen entnehmen (Stand 2012): Argentinien (12) Brasilien (31) Chile (4) Kolumbien (4) Mexiko (9) Peru (3)

Viele Waldorfschulen sind historisch aus den Wirren des 2. Weltkrieges entstanden, als verfolgte jüdische Einwohner aus Deutschland nach Lateinamerika fliehen mussten und die Waldorfpädagogik mitbrachten. Pioniere der Waldorfpädagogik kamen in den 30er-Jahren zum Beispiel nach Argentinien. Die erste Waldorfschule wurde dann 1940 in Buenos Aires gegründet. Auch in Brasilien trafen sich 1954 mehrere befreundete Immigrantenfamilien aus Deutschland in São Paulo, um sich mit den Grundlagen der Waldorfpädagogik zu beschäftigen. Für einen berühmten Chemiker und Erfinder des Medikaments Cortison, der aufgrund seines Halbjudentums 1940 aus Deutschland fliehen musste, bot Mexiko Schutz vor den Nazis. Im Jahr 1957 schließlich gründete er eine erste Waldorfschule in Mexiko Stadt.

Die Waldorfpädagogik in Lateinamerika wächst, die Waldorfschulen für ärmere Bevölkerungsschichten sind jedoch nur mit vielen aktiven Förderern zu meistern. Die Freunde der Erziehungskunst möchten in Zukunft weitere Bildungspaten für Kinder an lateinamerikanischen Waldorfschulen gewinnen, um mehr Schülern aus finanziell benachteiligten Familien den Zugang zu guter Bildung zu ermöglichen.

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