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Brasilien: Der Hort des Projeto Salva Dor

In Salvador de Bahia werden seit vielen Jahren die Kleinsten von der Straße geholt und erhalten in der Einrichtung Salva Dor eine liebevolle Betreuung und drei Mahlzeiten am Tag, eine Fürsorge, die ihnen die eigenen Familien häufig nicht bieten können. Zusammen mit dem im Kindergarten gepflegte Rhythmus und den nachahmenswerten Tätigkeiten erhalten die Kinder so eine innere und äußere Stabilität, die hoffentlich dazu beiträgt, dass sie ihre Jugendjahre kräftiger durchleben.

Salvador ist eine der ärmsten Großstädte Brasiliens. Über 60% der Bevölkerung Salvadors wohnt unter prekären Bedingungen auf sehr engem Raum. Inmitten dieser Armut betreut das Projeto Salva Dor etwa 50 Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren mit einem waldorfpädagogischen Ergänzungsprogramm; die Kleinkinder- und Kindergartengruppe ganztagig, die Hortgruppen schulbegleitend halbtags. Die Kinder können hier frei Spielen und in einer geschützten Umgebung wachsen und lernen. Im Hort kommen täglich Kinder zwischen fünf und zehn Jahren zusammen, um die Schwierigkeiten eines meist chaotischen Schulalltags zu meistern, Ausflüge zu genießen und gemeinsam zu wachsen.

Die Schulpflicht gilt in Brasilien leider schon für Kinder im fünften Lebensjahr. Viel zu früh für viele. Oft werden sie in völlig überfüllten Klassen mit autoritären Methoden unterrichtet, nicht selten fällt der Unterricht auch komplett aus, in einigen Fächern monatelang, was der Entwicklung der Kinder Steine in den Weg legt. Die Erzieherin Lívia, welche ein Pädagogikstudium und eine Ausbildung zur Waldorferzieherin abgeschlossen hat, betreut vormittags eine Gruppe von Kindern, die nachmittags in die Schulen der umliegenden Stadtteile gehen und nachmittags eine Gruppe, die morgens Unterricht hat.

Alle Kinder im Projekt erhalten ein Frühstück, ein warmes Mittagsessen und nachmittags eine Zwischenmahlzeit. Für viele sind es die einzigen geregelten Mahlzeiten am Tag. Das Wiederkehrende ist dabei ein wichtiges Element, um einen gesunden Rhythmus zu schaffen. Unter anderem bilden regelmäßige Workshops, wie zum Beispiel Capoeira, ein brasilianischer Kampftanz, Einheiten zur Ernährung und eigenes Ausprobieren in der Küche sowie Malen, Zeichnen und Basteln den Rahmen für einen besseren Alltag.

Ein Alltag, in dem die Kinder ihrem Alter entsprechen handeln und leben können und Gewalt und Drogen nach Möglichkeit zurückgedrängt werden. Dabei wird nicht nur das Gehalt der Kindergärtnerinnen, sondern auch jedes Blatt Papier, jeder Stift und jede Mahlzeit ausschließlich aus Spenden finanziert, da die Eltern der Kinder keinen finanziellen Beitrag leisten können. Als eigenen Anteil stellen die Mitarbeiterinnen Puppen und andere Handarbeiten her, die auf Basaren verkauft werden.

Materialien

Film über das Projeto Salva Dor - Deutsch / Portugisisch

Dezember / December 2017

Ein Rezept aus diesem Projekt findet ihr in unserem WOW-Day Kochbuch.

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