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Arm und Reich für Kunst

Peru: Der 1984 in Lima gegründete Kulturverein Pro Arte ist die Dachorganisation von vier verschiedenen waldorfpädagogischen Einrichtungen: einmal von einem Kindergarten mit einer Bäckerei, des Weiteren seit 1992 von der Waldorfschule mit über 200 Schülern. Beide in dem Vorort Cieneguilla. Und schließlich noch der Musikverein Pro Arte und seit 1994 das Lehrerseminar Goethe-Schiller.

Kinder von Landarbeitern, Wächtern, Kleinhändlern oder Hausangestellten, deren Eltern ihr Leben mit 150-200 Euro im Monat bestreiten, und Kinder, die aus reicheren Familien stammen – zwei Menschengruppen also, die sich sonst nicht einmal begegnen würden – gehen hier gemeinsam zur Schule. Das macht die Waldorfschule in Cieneguilla, die als Waldorfschule im Schulsystem Perus schon nichts Alltägliches ist, noch ungewöhnlicher. Das Anliegen der Pro-Arte-Schule ist, dass sie allen Kindern offen steht, und daran hält das Lehrerkollegium trotz einer konstant schwierigen Finanzlage fest.

Die Schule ist auf einem über 3.000 qm großen Gelände angesiedelt. In den Anfangsjahren wurden erst die Gebäude für den Kindergarten und eine Bäckerei errichtet. Mit der Zeit konnte dank großzügiger Spenden und durch den Erlös des Backwarenverkaufs weitergebaut werden, sodass heute die Räumlichkeiten für die Klassen eins bis elf existieren.

Neben einem Spielplatz wurde ein Schulgarten angelegt, dessen umfangreiches Angebot an Gemüse eine besondere Bedeutung hat: Die Kinder dürfen sich dort bedienen und Gemüse mit nach Hause nehmen, was so manches Elternhaus dazu veranlasst, das Kind doch in die Schule und nicht betteln gehen zu lassen.

Das kleine Orchester, durch zwei Freiwillige des Weltwärts-Programms maßgeblich gefördert, ist ein entscheidender Bestandteil des Kulturvereins Pro Arte. Dem Phänomen zum Trotz, dass in Peru die klassische Musik bisher auf recht wenig Interesse stößt, sind die ersten öffentlichen Konzerte des Orchesters sehr erfolgreich gewesen. Eine Erfahrung, die die musizierenden Schülerinnen und Schüler mit Genugtuung und Stolz erfüllt und ihnen Ansporn verleiht, weiterzuarbeiten.

Während die Schule neben einer guten Schulbildung musikalische Fähigkeiten der Kinder fördert sowie für die höheren Klassenstufen berufsvorbereitende Kurse anbietet, sorgt das Goethe-Schiller-Seminar für die Ausbildung der Lehrer der zukünftigen Schülergenerationen. Die Ausbildung dauert länger als gewöhnlich (5 Jahre), basiert dafür auf den Grundlagen der Waldorfschule und ist staatlich anerkannt. Außerdem wird für bereits tätige Lehrer ein 3-jähriger Ausbildungsgang angeboten, um sie in die Waldorfpädagogik einzuarbeiten.