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Rumänische Waldorfschulen weit über dem Durchschnitt

Umgeben von Slawen und Ungarn bilden die Rumänen eine romanische Sprachinsel weit im Osten Europas. Seit dem Ersten Weltkrieg ist Rumänien ein Vielvölkerstaat mit slawischen, bulgarischen, türkischen und ungarischen Einflüssen. Mit etwa 20,1 Millionen Einwohnern hat Rumänien die siebtgrößte Bevölkerung der EU-Mitgliedsstaaten. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kam die Waldorfpädagogik nach Rumänien.

Bereits im Januar 1990 reisten Exilrumänen und Deutsche nach Rumänien und organisierten erste öffentliche Konferenzen. Die Offenheit der staatlichen Vertreter war damals besonders groß und so sagte der damalige Erziehungsminister beim ersten Treffen: „Rudolf Steiner ist mir bekannt. Ich freue mich, dass Sie die Waldorfpädagogik in Rumänien einführen möchten.“ Das Erziehungsministerium leistete während der nächsten Jahre eine wichtige Unterstützung für die Entwicklung der Waldorfpädagogik in Rumänien.

Heute gibt es in Rumänien 88 Waldorfklassen und 55 Kindergartengruppen an 25 Orten. Insgesamt sind knapp 3000 Schüler und 250 Lehrkräfte Teil der rumänischen Waldorfbewegung. Der Großteil der Initiativen sind Schulen oder Kindergärten innerhalb des staatlichen Schulwesens. Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder an Waldorfschulen und die Federatia Waldorf din România, der rumänische Verband, bekommt immer mehr Anfragen zur Eröffnung neuer Waldorfinitiativen aus großen und kleinen Städten. Auch bei den nationalen Prüfungen erzielen die Waldorfschüler gute Ergebnisse.

2012 haben in Rumänien Wahlen stattgefunden, in deren Folge die politische Macht der regierenden Sozial-Liberalen Union gefestigt wurde. Aufgrund der unklaren und uneinheitlich artikulierten Gesetzeslage im Bildungsbereich, ist die Entwicklung der Waldorfpädagogik von Ort zu Ort verschieden; in den großen Städten (Bukarest, Cluj-Napoca, Iasi, Timisoara) steigen die Anmeldungen, während in einigen Regionen Waldorfschulen ums Überleben kämpfen müssen (Turda, Resita).

Für die Zukunft gilt es für die rumänische Waldorfbewegung einige Hürden zu meistern. So leiden die Schulen unter der Wirtschaftskrise und können nur niedrige Lehrergehälter zahlen. Auch gibt es an einigen Schulen Raummangel, was größere Investitionen fordert, für die das Geld fehlt. Und schließlich gibt es momentan kein Lehrerseminar für die Ausbildung der Waldorflehrer.

In der Zeitung „Romania Libera“ war 2011 zu lesen, dass die Waldorfschulen in Rumänien weit über dem Durchschnitt liegen. Nur 44% der Schüler landesweit schafften im ersten Anlauf die Abiturprüfung, während es an den Waldorfschulen in Timisoara, Iasi und Bukarest weit über dreiviertel der Schüler auf Anhieb gelang. Prüfungsergebnisse sind sicherlich nicht das Hauptanliegen der Waldorfpädagogik, dennoch erhalten die immer noch unter schwierigen Bedingungen arbeitenden rumänischen Waldorfschulen durch diese positive Nachricht Rückendeckung.

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