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Schulen im ländlichen Afrika

Außerhalb der großen Städte Afrikas sind gute Schulen selten. Dabei entscheidet der Zugang zu qualitativ guter Bildung gerade für Kinder der ärmeren Familien – zum Beispiel die der Landarbeiter – über das weitere Leben. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir drei Waldorfschulen im ländlichen Afrika unterstützen.

Kitale: Die Humane School braucht einen sicheren Ort

Die Humane School ist eine ganz besondere Schule. Vor etwa zehn Jahren wurde sie von Juliet Mia gegründet. Es liegt ihr viel daran, dass auch Kinder in den ländlicheren Gegenden Kenias einen Zugang zu guter Bildung erhalten. Dieses Anliegen war ausschlaggebend für die Schulgründung im Nordwesten Kenias, außerhalb der Bezirkshauptstadt Kitale und nur überschaubare

25 Kilometer von der Grenze zu Uganda entfernt. Die Eltern der Schülerinnen und Schüler sind überwiegend Landarbeiter – zum Beispiel auf den Teeplantagen in der Umgebung. Sie wohnen in Lehmhäusern,  die – ebenso wie die Schule – nicht an das Stromnetz angeschlossen sind. Gekocht wird auf Holzfeuer und das Wasser wird jeden Tag vom Brunnen des Dorfes geholt. Mit ihren waldorfpädagogischen Ansätzen schaffen die Lehrer bei den Kindern ein waches Umweltbewusstsein und legen bereits so früh wie möglich die Grundlagen für konstruktive Strategien zur Armuts-, Gewalt- und Korruptionsbekämpfung. Intensive Fortbildungsmaßnahmen durch das East African Teacher Training in Nairobi unterstützen das Kollegium.

Aktuell muss sich die Schule, die zur Zeit etwas mehr als 100 Kinder vom Kindergartenalter bis zur achten Klasse betreut, einer besonderen Herausforderung stellen: Das bisher gepachtete Grundstück wird von den Erben des ursprünglichen Eigentümers nicht weiter zur Verfügung gestellt. Die Schule braucht einen neuen Ort, an dem sie sich entfalten kann. Um in Zukunft nicht mehr von unsicheren Besitzverhältnissen beeinträchtigt zu werden, wollen wir der Schule helfen, ein eigenes Stück Land zu erwerben. Als Eigentümer soll dabei der Steiner School Trust (Träger der Waldorfschule in Nairobi-Mbagathi) fungieren, der das Land dann der Humane School zur Verfügung stellt. Auf diese Weise ist das Grundstück in sicheren Händen und die etablierte und zuverlässig agierende Schule in Mbagathi hält ihre schützende Hand über den sich entwickelnden Keim Humane School.

In Aussicht steht der Erwerb einer kleinen Kaffee-Plantage, nicht weit vom jetzigen Standort entfernt. Ein großer Bereich des Landes soll weiter als Kaffee-Plantage betrieben werden, sodass die Schule einen Teil der laufenden Kosten selbst erwirtschaften kann. Das sind gute Aussichten für die kleine engagierte Schulgemeinschaft. Doch das Land muss erst gekauft werden können. Etwa 150.000 Euro kostet das zum Verkauf stehende Grundstück von neun Acre.

Kufunda: Ein Dorf macht Schule

Unweit von Simbabwes Hauptstadt Harare liegt Kufunda Village,  eine Dorfgemeinschaft, an deren Rand sich eine Waldorfschule mit ihrem Kindergarten befindet – eine wachsende Schulgemeinschaft mit engagierten Lehrern und Kindergärtnerinnen. Die einzige Waldorfschule Simbabwes möchte eine wichtige Alternative zum Schulsystem des Landes werden. Aufgrund der miserablen wirtschaftlichen Lage, verließen vor etwa zehn Jahren die meisten sehr gut ausgebildeten Lehrer Simbabwe. Eltern, die das Geld für Schulgebühr und Uniform zusammenkratzen, finden ihre fünfjährigen Kinder heute unter 70 Mitschülern in der ersten Klasse. Schlecht ausgebildete Lehrer schlagen die Kinder bei Fehlverhalten und interessieren sich wenig für Lerndefizite. In der Kufunda Waldorfschule dürfen die Kinder noch Kinder sein. Die Eltern in der Umgebung – die meisten von ihnen sind Arbeiter auf den umliegenden Farmen – wissen das zu schätzen: Die Zahl der Anmeldungen wächst kontinuierlich. Auch Familien von weiter entfernt liegenden Farmen und Dörfern würden ihre Kinder gerne auf diese Schule schicken. Doch der weite Schulweg stellt für viele ein unüberwindbares Hindernis dar. Die Schule braucht deswegen dringend einen eigenen Schulbus, mit dessen Hilfe sie für mehr Kinder zugänglich wird. Da die meisten Familien nur einen geringen Schulbeitrag geben können, ist die Schule nicht nur für den Bus dringend auf Spenden angewiesen. Es wird auch Schulmaterial gebraucht und natürlich müssen die Gehälter von Pädagoginnen und Pädagogen finanziert werden, ebenso wie deren Aus- und Weiterbildung. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende der noch kleinen Schule, zu einem sicheren Ort für viele Kinder aus der ländlichen Umgebung rund um Harare zu werden.

Hebet el-Nil: Eine Initiative der Bauern am Nil-Ufer

Das Dorf Al Biirat liegt am Luxor gegenüberliegenden Nil-Ufer. Seit etwa vier Jahren entsteht hier eine kleine Waldorfschule. Ihre Geschichte begann durch die Begegnung einer Waldorflehrerin mit Müttern aus den dort lebenden Bauernfamilien. Angesichts der unbefriedigenden Schulbildung begeisterten sich die Mütter für eine Schule mit erweiterter Pädagogik. 2016 fanden erste Seminare zur Waldorfpädagogik und künstlerische Kurse für die ägyptischen Lehrerinnen und Lehrer statt und noch im gleichen Jahr begann eine erste Kindergartengruppe. Mit Eröffnung der ersten Klasse 2017 wurde die Schule als Community School anerkannt. Seitdem heißt sie offiziell  „Madressa Hebet el-Nil“. Auch in Ägypten sind an den öffentlichen Schulen die Klassen mit oft 70 Kindern sehr groß. Die Kinder sollen lernen, indem sie im Chor nachbrüllen, was der Lehrer vorspricht. Wer nicht mithalten kann, läuft Gefahr, Schläge zu kassieren. Viele Kinder gehen trotz Schulpflicht gar nicht in die Schule – die Analphabetenrate liegt zurzeit bei 30 Prozent. Vor allem für Mädchen ist der Zugang zum Schulsystem besonders schwierig.

Da der Staat nur wenig Geld für seine Schulen zur Verfügung stellt, entstanden in den letzten Jahren immer mehr Privatschulen, die natürlich nur für Menschen mit hohem Einkommen zugänglich sind. Die Hebet el-Nil Schule will für alle Kinder offen sein. Tatsächlich kommen die meisten Kinder aus armen Familien, nicht einmal die Hälfte von ihnen kann überhaupt einen finanziellen Beitrag an die Schule leisten. Zurzeit werden für die wachsende Zahl an Schülerinnen und Schülern Klassenräume gebaut. 127.000 Euro kostet der Bau für die ersten sieben Klassen. Dafür werden dringend Spenden benötigt.

Mit einer herzlichen Bitte um Ihre Spende,

Nana Göbel, Henning Kullak-Ublick, Bernd Ruf, Andreas Schubert

Spendenkonto

Freunde der Erziehungskunst
GLS Bank Bochum
IBAN: DE47 4306 0967 0013 0420 10
BIC: GENODEM1GLS
Stichwort „Aufruf/Landschulen in Afrika“

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