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Orfeu - Pionierarbeit in der Heilpädagogik

Moldawien: Orfeu ist der Name eines heilpädagogischen Pilotprojekts in Kishinew, Moldawien. 107 Kinder werden hier in acht verschiedenen Klassen betreut. In die vier Gruppen des Kindergartens gehen 35 Kinder.

Zwischen Rumänien und der Ukraine liegt das heutige Moldawien, ein kleines Land, das auf eine ausgesprochen wechselhafte Geschichte zurückblicken kann. Im späten Mittelalter als Fürstentum begründet, musste es sich 1512 den Osmanen unterwerfen. Die Zeit als Vasallenstaat der Osmanen währte 300 Jahre bis Moldawien Anfang des 19. Jahrhunderts in das Russische Reich integriert wurde. Kriegerisches Kräftemessen verschiedener Länder ließ Moldawien einmal mehr in rumänische, ein anderes Mal wieder in russische Einflussbereiche geraten.

Erst die Oktoberrevolution 1917 läutete die Zeit ein, in der sich das Land Moldauische Demokratische Republik nannte. Doch es dauerte nicht lange, da vereinigte sich die Moldauische Demokratische Republik gemeinsam mit dem Königreich Rumänien gegen die erstarkende Sowjetunion, die sich aber durchsetzen konnte und 1940 die Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik errichtete. Erst 1991 konnte Moldawien seine Unabhängigkeit zurückerobern. Hatte es zu Sowjetzeiten als Obst- und Gemüselieferant gedient, war nun seine wirtschaftliche Grundlage weggebrochen und so wurde Moldawien das ärmste Land Europas.  

Beginn für die Heilpädagogik in Moldawien

Das erste heilpädagogische Projekt in Moldawien war und ist Orfeu. Es widmet sich der Betreuung und Ausbildung von Menschen mit Behinderungen, denen sonst nahezu keine Zukunftsperspektiven offenstehen würden. Hier werden sie von 33 Lehrerinnen und Lehrern bzw. Erzieherinnen und Erziehern versorgt. Die verschiedenen Therapeuten kümmern sich um die individuellen Bedürfnisse und Fördern die Fähigkeiten der einzelnen Menschen mit verschiedenen Therapien.  

Das Angebot an Arbeitsmöglichkeiten reicht von zwei Tischlereien über zwei Schneidereien bis hin zu einer Autoreparaturwerkstatt. Für die unterschiedlichen Therapien stehen ein Sprachtherapieraum zur Verfügung, ein Saal für Sport und Eurythmie, zwei Musikzimmer sowie ein ärztlicher Behandlungsraum. Für das gemeinsame Leben im Alltag wurden noch ein Sitzungszimmer und eine Küche eingerichtet.  

Der Landessituation Moldawiens entsprechend arbeiten die Heilpädagogen unter äußerst bescheidenen finanziellen Bedingungen. Dennoch bemüht man sich mit geringen Mitteln über die Runden zu kommen. Sogar auf Fortbildungen für die Mitarbeiter wird geachtet. Und so setzt sich die Arbeit des heilpädagogischen Pilotprojekts Jahr für Jahr unter schwierigsten Voraussetzungen, dafür aber unermüdlich fort.