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Im Zeichen der Versöhnung

Kroatien: Die pädagogische Hochschule "Institut za waldorfsku pedagogiju" bietet Ausbildungsmöglichkeiten zum Waldorflehrer, -erzieher oder Heilpädagogen. Die Lehre liegt dabei in den Händen eines internationalen wie interdisziplinären Lehrerkollegiums – Professoren, Künstler und Lehrer aus Kroatien, Deutschland, Tschechien, der Schweiz und Österreich. Durch die Kooperation mit der Universität von Zagreb können die Studierenden den berufs- oder studienbegleitenden Lehrgang mit einem staatlich anerkannten Diplom abschließen.

Der Krieg in Kroatien im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat hier wie auch in Bosnien-Herzegowina deutlich Spuren hinterlassen. Die Städte erinnern den Betrachter durch Begräbnisstätten in den Parks, Markierungen von Bomben- und Granateneinschlägen und durch Schilder, auf denen die Namen von den Kindern stehen, die Opfer der Gewalt wurden, an die Jahre des Krieges. Der Boden mancher Teile von Kroatien ist noch vermint.

In diesem verwundeten Land war die Idee der Waldorfpädagogik für verschiedene Menschen ein Hoffnungsschimmer, der versprach, Wunden zu heilen und kommenden Generationen die Fähigkeit zum Dialog zu vermitteln. Aus diesem Ziel entwickelte sich ein kräftiger Impuls, aus dem noch in Kriegszeiten die erste Waldorfschule und im Jahr 2000 schließlich die waldorfpädagogische Ausbildung für Erzieher und Lehrer in Kroatien hervorging.  

Der Wirkungskreis der waldorfpädagogischen Bewegung in Kroatien erreichte auch die Universitäten und insbesondere Frau Prof. Dr. Slavica Bašić, die sich in akademischen und politischen Zusammenhängen dafür stark machte, dass die Ausbildung staatlich anerkannt wurde und eine Kooperation mit der Universität in Zagreb eingegangen werden konnte.

Die Studiengebühren, die zum einen an die Universität, zum anderen an die pädagogische Hochschule selber gehen, sind durch diese Zusammenarbeit zwar teurer und mit dem Gehalt eines Waldorflehrers nur unter Verzicht zu bewältigen, bilden aber die Grundlage des universitären Diploms. Aus diesem Grunde ist es den „Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“ ein wichtiges Anliegen, Studierende der pädagogischen Hochschule "Institut za waldorfsku pedagogiju" mit Stipendien zu unterstützen, was dank der Spenden bisher möglich war und hoffentlich auch weiterhin möglich sein wird.  

Betrachtet man die Zusammensetzung der Studierenden, die einmal im Monat von Freitag bis Sonntag zu ihren Kursen aus ganz Kroatien aber auch aus Bosnien-Herzegowina und Montenegro anreisen, lassen sich die ersten Früchte der pädagogischen Hochschule "Institut za waldorfsku pedagogiju" erkennen: Es ist ein Begegnungszentrum entstanden, dessen Boden die Waldorfpädagogik und der Dialog zwischen den Menschen ist, die in Regionen beheimatet sind, die sich vor nicht allzu langer Zeit noch bekriegt haben. Trotz allem Trennenden, das die jüngste Vergangenheit als Erbe hinterlassen hat, erlernen hier die Lehrer, Erzieher und Heilpädagogen die Kunst der Erziehung, der die Möglichkeiten einer Zukunft im Zeichen des Friedens eigen ist.