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Deutsch in Kasachstan

Kasachstan: Das „Alexander von Humboldt Gymnasium Nr. 12“ in Ust-Kamenogorsk ist eine mehrsprachige Schule, die neben dem üblichen Schulabschluss zusätzlich mit dem deutschen Sprachdiplom abgeschlossen wird. Ab der ersten Klasse lernen die Schülerinnen und Schüler Deutsch, Englisch und Kasachisch. Die Schülerzahl ist bis heute auf 271, die des Lehrerkollegiums auf 33 gestiegen.

Am Fuße des Altai Gebirges, dort, wo die Ulba in den Irtysch mündet, liegt die Stadt Ust-Kamenogorsk, die als Garnisonsstadt und militärischer Verteidigungsposten einst durch Peter den Großen gegründet würde. Heute leben hier rund 300.000 Menschen. Viele von ihnen haben deutsche Wurzeln und somit kam es nicht überraschend, dass nach dem Zerfall der Sowjetunion erste Bestrebungen entstanden, die deutsche Sprache in den Schulkanon zu integrieren.

1991 wurde mit einem zusätzlichen deutschen Klassenzug an der Schule Nr. 10 in Ust-Kamenogorsk begonnen. Als zwei Lehrerinnen in Russland die Waldorfpädagogik kennenlernten und sie ihr Interesse nach Stuttgart zur waldorfpädagogischen Ausbildung führte, brachten sie – wieder zurückgekehrt – immer mehr Elemente der Waldorfpädagogik in den Schulalltag des deutschen Klassenzuges ein. Seit 1995 entwickelte sich daher unter dem Dach der Schule Nr. 10 eine zweite und waldorfpädagogisch geprägte Schule, die im Jahr 2000 schließlich als selbständiges „Alexander von Humboldt Gymnasium Nr. 12“ im Sinne eines pädagogischen Experiments anerkannt wurde.

Im Schulgesetz von Kasachstan ist die Methodenvielfalt verankert. Dennoch existiert ein Rahmenlehrplan, der Prüfungen nach der vierten, neunten und elften Klasse vorsieht. Zusätzlich können jederzeit Kontrollprüfungen angeordnet werden, deren Ergebnisse veröffentlicht werden.

Trotz dieser Einschränkungen, die sich auf den Lehrplan auswirken, ist es dem Alexander von Humboldt Gymnasium gelungen, insbesondere in der Unterstufe Waldorfpädagogik und Staatsvorgaben in Einklang zu bringen. So wird Deutsch in der ersten Klasse wie eine Muttersprache unterrichtet und spielerisch, künstlerisch nicht nur ein Gefühl für die Sprache, sondern auch ein breiter Wortschatz angelegt. Es verwundert also nicht, dass die Schule beim Erwerb des deutschen Sprachdiploms C1 immer wieder den besten Durchschnitt erzielte.

Die Schule liebt den Austausch und pflegt Kontakte zu Partnerschulen in Deutschland. Hin und wieder werden Reisen organisiert, sodass die Schülerinnen und Schüler einander begegnen können, um gemeinsam an einem Thema zu arbeiten. Beispielsweise stand „Ziviler Ungehorsam bis zur Abrüstung“ einmal zur Diskussion, die von Zeitzeugen vertieft wurde und allen Beteiligten als besonders wertvolle Erfahrung im Gedächtnis blieb.