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Harduf – Israels Pionierwaldorfschule

Israel: Die Waldorfschule in Harduf ging 1989 aus dem benachbarten und 1982 gegründeten Kibbuz hervor. Sie ist die Pionierschule unter den Waldorfschulen in Israel und bislang die einzige, die alle zwölf Klassenstufen bieten kann. Aus mehr als 50 verschiedenen Orten stammen ihre Schülerinnen und Schüler und kommen – alle Klassen mitberücksichtigend – auf rund 500 Menschen.

Ein Blick auf die Landkarte zeigt Harduf im nördlicheren Israel ungefähr auf der Höhe von Haifa. Ein kleiner Spaziergang führt an vielen verschiedenen Einrichtungen vorbei, die hier über die Jahre entstanden sind. Neben u.a. vier heilpädagogischen Initiativen, einem Altersheim, mehreren Kindergärten, einer Sprach- und Dramaschule und einer Jugendeinrichtung gibt es ein Kindergarten- und Lehrerseminar sowie eine große biologisch-dynamische Landwirtschaft, die sich in Israel einen Namen für die Qualität ihrer Produkte gemacht hat, und seit 1982 schließlich noch die Waldorfschule.

Harduf liegt auf einem Hügel, den es sich mit zwei arabischen Dörfern teilt. Untereinander werden intensive nachbarschaftliche Beziehungen gepflegt, denn von Anfang an war die Arbeit in Harduf von dem Wunsch begleitet, zur interkulturellen Verständigung und damit zum Friedensprozess in Israel beizutragen.

Interkulturelle Verständigung

Ein Beispiel dafür ist die Waldorfschule, an der auch arabische Lehrer unterrichten und an der alle eingeschulten Kinder in der ersten Klasse beginnen, arabisch zu lernen. Seit Jahren gibt es verschiedene Projekte zwischen der Waldorfschule und benachbarten arabischen Schulen. Zusätzlich finden regelmäßige Begegnungen zwischen gleichen Klassenstufen der betreffenden Schulen statt.

Im etwas weiter entfernt gelegenen Ort Shfa`ram arbeitet Mazan Ayoub, ein früherer Arabischlehrer Hardufs, im Kontext des Olivenbaumprojekts an der Entstehung einer arabischen Waldorfschule mit – einen Waldorfkindergarten gibt es bereits seit 2003. Die Kollegen von Harduf stehen ihm zur Seite und so ist inzwischen eine gemeinsam getragene Waldorfausbildung für arabische Pädagoginnen und Pädagogen entstanden.

Die Waldorfschule ist nicht nur ein Vorbild für konkrete interkulturelle Verständigung, sondern ebenfalls die Pionierschule der Waldorfbewegung in Israel überhaupt, die sich heute großer Anerkennung erfreuen kann. Die Begründer der Waldorfschule Harduf legten schon früh den Grundstein für eine staatliche Anerkennung der Waldorfschulen, in dem sie den Dialog mit dem staatlichen Schulsystem suchten. So schließen die Schülerinnen und Schüler Hardufs ihre Schullaufbahn mit dem staatlichen Schulabschluss ab. Nicht zuletzt ist es der staatlichen Anerkennung zu verdanken, dass die laufenden Kosten der Waldorfschulen vom Staat getragen bzw. die Schulen bezuschusst werden.