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Die mutigen Frauen der Townships

Südafrika: In den Townships von Kapstadt haben seit 1994 40 Educare Centres ihre Türen geöffnet, um die dort lebenden Kinder von den Straßen in Kindergärten zu holen, die ihnen Raum zum Kindsein bieten und ihnen zeigen, dass es noch etwas jenseits von Drogen, Kriminalität und Gewalt in der Welt gibt. Die Educare Centres werden von der Nichtregierungsorganisation Center for Creative Education (CfCE) koordiniert, betreut und die MitarbeiterInnen ausgebildet. Das CfCE, dessen Sitz ebenfalls in Kapstadt ist, leitet ein Ausbildungszentrum für zukünftige ErzieherInnen und LehrerInnen.

Von außen ähnelt es eher einem Gefängnis mit seinen dicken Gitterstäben und einem großen Eisentor, doch einmal drinnen verändert sich die Atmosphäre vollkommen: Kinder singen gemeinsam ein Lied, andere malen an ihren Bildern.

„Wir müssen hinter den Kindern immer abschließen, weil die Kriminalität hier extrem ist“, erklärt Nonzukiso Mphele, während sie das Eisentor zum Schulbüro öffnet. „Es ist dunkel hier, weil wir kein Licht haben. Wir haben keine Elektrizität ... nur Gas.“ Das ist das Szenario vieler Educare Centres in den umliegenden Townships von Kapstadt. Das Educare, in dem Nonzukiso arbeitet, liegt in einem der raueren Gegenden von Nyanga, einer Township, die für ihre hohe Kriminalität berüchtigt ist.

Die Educare Centres der Townships werden von Frauen geführt, die selber dort geboren und aufgewachsen sind. Die Mamas – wie sie genannt werden – kümmern sich um die Kinder der vielen Menschen, die durch Arbeit oder Arbeitssuche morgens die Hütte verlassen und erst spät am Abend zurückkehren. Viele Kinder werden daher in den Straßen der Townships groß. Dort also, wo sie Drogen, Kriminalität und Prostitution ausgeliefert sind.

Die Arbeit des CfCE versucht, sie zu schützen, und so kann das CfCE auf den vollkommenen Rückhalt der Township-Community vertrauen. Die Educare Centre, die oft in Wellblechhütten beginnen, arbeiten mit den einfachsten Mitteln und sind für alle Kinder offen. Wenn dadurch auch Probleme wie neun Matratzen für 60 Kinder zur Alltäglichkeit werden, reagieren die Mamas mit Kreativität anstatt zu resignieren.

Vielfältig ist inzwischen auch das Ausbildungsangebot des CfCE geworden. Neben dem Bachelor of Education Foundation and Intermediate Phase (4 Vollzeit- oder 6 Jahre Teilzeitstudium), gibt es das Certificate in ECD, den Diploma in ECD sowie schließlich einen Bachelor in Eurythmie.

Das CfCE pflegt couragiert und selbstständig vielfältige Kontakte zu internationalen Organisationen, um den nötigen finanziellen Aufwand bestreiten zu können. Dieses hohe Maß an Eigenorganisation des CfCE wird von den Freunden der Erziehungskunst durch Spenden sowie durch die Entsendung von Freiwilligen unterstützt.

Video über das Center for Creative Education auf Englisch mit deutschen Untertiteln

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