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Aufruf an Waldorfschulen, Lehrinnen, Lehrer und Eltern

Nach 100 Jahren Freie Waldorfschule und den großen Feiern 2019, nach der Reflektion der inneren Herausforderungen, die auf die Waldorfbewegung zukommen (wie neue pädagogische Herausforderungen, Generationswechsel, die Notwendigkeit die kollegiale Zusammenarbeit neu zu beleben) steht die weltweite Waldorfbewegung vor einer existentiellen äußeren Notlage. Durch die in manchen Ländern langanhaltend und massiv beschlossenen Schließungen von Krippen, Kindergärten, Schulen, Ausbildungseinrichtungen, durch Kurzarbeit der Eltern oder den Verlust ihrer Jobs werden die Beitragszahlungen von Eltern ungewiss oder haben bereits aufgehört. Davon betroffen sind vor allem die Waldorfeinrichtungen in Ländern, in denen die Kindergärten und Schulen nicht vom Staat subventioniert werden.

Deshalb haben wir für Kindergärten, Schulen, heilpädagogische Einrichtungen, sofern sie ausschließlich von Elternzahlungen abhängig sind und keine staatlichen Subventionen erhalten, eine Gemeinsame Aktion: Corona-Hilfen in Gang gesetzt und möchten möglichst vielen Einrichtungen ermöglichen, diese Krisenzeit zu überleben.

Wir erhielten bisher Bitten um Existenzsicherung aus 23 Ländern und von 45 Waldorfeinrichtungen. Wir befürchten, das ist nur der Anfang, denn im Herbst werden alle Rücklagen aufgebraucht sein und wenn dann nicht mehr genügend viele Schülerinnen und Schüler angemeldet und finanziert werden, spitzt sich die Krise weiter zu.

Deshalb möchten wir alle Waldorfschulen in Ländern mit staatlichen Subventionen und alle Waldorflehrerinnen und Waldorflehrer sowie die Eltern dieser Schulen herzlich bitten, in einer großen Solidaraktion ihre Kolleginnen und Kollegen in den Ländern ohne staatliche Finanzierung mit einer kräftigen Spende zu unterstützen.

Wenn zum Beispiel die Waldorfschulen in Deutschland, Holland, Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland jeweils 1.000 € spenden würden, dann würden wir 484.000 € mehr an die in Not geratenen Waldorfeinrichtungen überweisen können. Mit 2.000 € pro Schule in den genannten Ländern könnten wir sogar die uns jetzt schon bekannten Probleme lösen.

Wir rechnen allerdings mit weiteren Anträgen im Herbst, denn dann werden die Rücklagen aufgebraucht sein. Wenn, wie in Peru, die Schulen bis zum Dezember 2020 geschlossen bleiben müssen, wird sich die Krisensituation zuspitzen. Deshalb brauchen wir Ihr aktives Mitwirken.

Wie ist der Stand zum 30. Juni 2020? Wir erhielten bisher Spenden von Privatpersonen und Stiftungen in Höhe von 362.000 €. Anträge liegen uns vor in Höhe von 1.228.000 Mio. €. Ausgegeben haben wir 330.000 €.

Die Gemeinsame Aktion: Corona-Hilfen wird von den Freunden der Erziehungskunst verwaltet. Mit den Partnern sind folgende Prinzipien für die Vergabe von Mitteln vereinbart:

WER: Kindergärten und Schulen können Anträge stellen. Gut ist, wenn sie sich bereits jetzt um die Folgen kümmern und eine solide und vorausschauende Geschäftsführung haben. Anträge einer ganzen Region oder eines Landes für mehrere Schulen oder Kindergärten werden bevorzugt.

WAS: Sofern es uns gelingt, erfolgreich genügend viele Gelder aufzutreiben, werden wir Schenkungen oder im Einzelfall zinslose Darlehen vergeben. Es wird sich immer nur um Überbrückungshilfen für zwei oder 3 bis max. 6 Monate handeln. Das bedeutet, dass nur gesunde und langfristig überlebensfähige Einrichtungen gefördert werden. Es muss also eine Perspektive vorhanden sein, wie es nach der Überbrückungszeit weitergeht. In der Regel werden wir uns um eine anteilige Förderung bis zu 80 % der Fehlbeträge bemühen.

WOFÜR: Gefördert werden Personalkosten und laufende Infrastrukturkosten, insbesondere Miete, aber keine Investitionen und keine Darlehensrückzahlungen.

WANN: Die Voraussetzung für die Bearbeitung der Anträge sind absolute Transparenz, Übersendung der Jahresabschlüsse 2018 und 2019, der Budgets 2020 und 2021, Einsicht in Elternbeiträge, in die Eigenanstrengungen, in die Anträge an andere Organisationen und das Versprechen, zeitnahe Berichtspflichten einzuhalten.

Die Gemeinsame Aktion: Corona-Hilfen ist eine Aktion der Freunde der Erziehungskunst, von Waldorf100, des Bundes der Freien Waldorfschulen, der Internationalen Konferenz der Waldorfpädagogischen Bewegung, der Mahle-Stiftung, der Stiftung Evidenz, der Waldorf-Stiftung, der IASWECE, der IONA Stichting.

Freunde der Erziehungskunst, Waldorf100, Bund der Freien Waldorfschulen, Waldorf Stiftung

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Wir schauen nach vorne!

Bleibt optimistisch und macht mit.

Sicher fragen sich gerade viele von euch, wie ein Freiwilligendienst ab Herbst 2020 möglich sein wird. Wir bleiben zuversichtlich und arbeiten intensiv an Lösungen. Deshalb gilt: Bewerbt euch weiter und denkt positiv! Alle, die sich weltweit sozial engagieren wollen und optimistisch nach vorne schauen, werden gerade jetzt besonders gebraucht. Unsere Einsatzstellen freuen sich auf euch. Gemeinsam werden wir es schaffen, den Weg in euren Freiwilligendienst zu ermöglichen.

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