
Kirgisistan: Nadjeschda
"Nadjeschda" heißt ja auf Russisch "Hoffnung"
Das gemeinnützige Kinderzentrum Nadjeschda wurde 1989 in Kirgistan in der Sowjetunion gegründet. Für behinderte Kinder, die als „bildbar“ eingestuft worden waren, gab es in der Sowjetunion eine sehr gute Förderung. Behinderte Kinder, die als „nichtbildbar“ galten, wurden oft schon nach der Geburt ihren Eltern weggenommen und in furchtbare Anstalten gebracht, wo nur wenige von ihnen überlebten. Für diese mehrfach- und schwerstbehinderten Kinder ist das Kinderzentrum Nadjeschda bis heute nicht nur ein Ort des Überlebens, sondern ein Ort, wo sie, wie alle Kinder lachen, singen, lernen und geliebt sind.
Heute werden 84 mehrfach behinderte Kinder von 59 Betreuer*innen liebevoll gefördert und betreut. In der kleinen Gert-Michael Waldorfschule lernen 51 Kinder. In der Vorschulgruppe werden 21 Kinder liebevoll von 9 bis 16 Uhr betreut. 12 jugendliche Erwachsene sind in therapeutischen Werkstätten tätig. Die Kinder erhalten regelmäßig Therapie, wo auch die Eltern Beratung und Unterstützung erfahren können. Nachts und an den Wochenenden werden 28 Kinder und junge Erwachsene in zwei Wohngruppen betreut.
Das Hauptziel des Zentrums ist die Rückkehr zu einem vollen Leben von Kindern mit Entwicklungsstörungen und deren Rehabilitation. Das Zentrum schafft zuallererst Bedingungen für die Bildung und das Leben solcher Kinder, die aus medizinischen Gründen: schwere und komplexe Entwicklungsstörungen - Zerebralparese, Autismus, Down-Syndrom, Epilepsie und geistige Behinderung - als "nicht lehrbar" gelten.
Mit der Unterstützung des Kinderzentrums „Ümüt-Nadjeschda“ lernen Kinder Selbstbedienungsfähigkeiten, soziale Beziehungen, sprechen, singen, spielen, lesen, zählen und nach besten Kräften alles, was normale Kinder in Kindergärten, Schulen und Handwerksbetrieben lernen. Unser Zentrum erhält keine staatliche Unterstützung, sondern unterstützt Kinder nur durch persönliche Spenden von Personen, denen das Schicksal unserer Kinder nicht gleichgültig ist.
Die Arbeit zur Rehabilitation von Kindern mit Beeinträchtigungen ist äußerst wichtig, da die Anzahl von Kindern mit verschiedenen Beeinträchtigungen jedes Jahr steigt. Für die Gruppe von Kindern, die unser Zentrum besuchen, gibt es leider keine Plätze in staatlichen Einrichtungen. Wenn es das Zentrum nicht gäbe, wären sie im besten Fall zu Hause eingesperrt oder in Einrichtungen untergebracht, die ihren Bedürfnissen nicht entsprechen, und im schlimmsten Fall wären sie auf der Straße.
Früchte der Arbeit
Durch die Hilfe von vielen Menschen und Organisationen konnten nach und nach Grundstücke erworben und Häuser bezogen werden. So sind in einem Haus ein Kindergarten und die Wohngruppe untergekommen, gleich in der Nähe die heilpädagogische Schule und ein Therapeutikum. Im Bender-Haus sind eine Holzwerkstatt, ein Computerraum, eine Küche und weitere Unterrichtsräume angesiedelt. Im Dorf Kogjar existiert ein weiteres Therapeutikum, das den Kindern Massage und andere Anwendungen ermöglicht. Schließlich entstand 2001 das Janusz Korczak Zentrum, das sich der Förderung der jungen Erwachsenen widmet.
Die Erfolge Nadjeshdas sprechen für sich: Drei von zwölf angeblich „nichtbildungsfähigen“ ehemaligen Nadjeshdakindern der „Gründerklasse“ studieren heute an der Universität, zwei haben extern das Abschlussexamen an einer staatlichen Schule abgelegt und zwei weitere haben Stipendien in den USA erhalten. Nicht zu vergessen sind alle die betreuten Menschen, die in die Kindergärten und zur Schule Nadjeshdas gehen und den Werkstätten arbeiten.
„Vielen Dank, dass ihr bei uns seid! Gemeinsam können wir wundervolle Chancen für diese bemerkenswerten Kinder schaffen.“
