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Wellen neuer Initiativen

Südkorea: Ende der 90er Jahre kam in Südkorea wellenartig eine neue Bewegung in Gang. Im Jahre 1998 veranstaltete die Deutsche Botschaft in Südkorea Feierlichkeiten, um die Deutsch-Koreanischen Beziehungen zu stärken. Daraus entstand die Idee der Gründung von ersten Kindergärten und Schulen auf südkoreanischem Boden. Seither verbreitet sich in reger Dynamik die Waldorfpädagogik in Südkorea und beeinflusst koreanische Lehrer, Eltern und über nationale Tagungen und Treffen sogar die staatliche Schulbildung. In dreizehn Jahren wurden über 100 Kindergärten und sechs Schulen gegründet (fünf in der Nähe der Hauptstadt Seoul und eine an der Südspitze Koreas). Im Folgenden einiges über die waldorfinspirierten Schulen.

Alles begann ganz klein: mit fünf Schülern aus fünf Familien und einem Lehrer startete die CheonggyeFree Waldorf School. Als die Gründer zahlreiche Probleme im öffentlichen Schulsystem feststellten, begannen sie 2002 in der Stadt Gwacheon eine Schule aufzubauen, die über eine alternative Schulbildung, die starre Gesellschaft beeinflussen sollte. Die Waldorfpädagogik war etwas, was ihren Vorstellungen entsprach. Die Schule wuchs rasch und im Jahre 2011 zog sie in die südlich an die Hauptstadt Seoul angrenzende Stadt Uiwang mit derzeit 250 Schülern in den Klassen 1 bis 11.

Eine Zeile prägt sich den sechzehn Schülern der seit drei Jahren bestehenden Yangpyeong Steiner School jeden Tag ein: “Die Schule ist ein Ort, an dem unsere Träume wahr werden“. Ein für die Schüler wichtiger Moment, auch wenn es etwas kitschig anmutet. Aber es ist ein Lied, was neue Kraft bringt, gerade da viele der Schüler zu den so genannten Minderheiten Koreas gehören. Es ist einer der wenigen Orte in Südkorea geschaffen worden, an dem Kinder mit und ohne spezielle Bedürfnisse gemeinsam miteinander aufwachsen dürfen. Die Schule plant für die Zukunft, dass die älteren Schüler in Camphill Gemeinschaften weiterleben können.

 

Eine weitere Schule in der Nähe von Seoul, die Purunsup Waldorf School, liegt auf einem Berg, mit einem wunderbaren Blick auf einen weitläufigen Fluss und die angrenzenden grünen Wälder (das nennt man “purunsup” in koreanischer Sprache). Im Jahre 2002 wünschten sich Eltern aus der Region eine neue Pädagogik. Daraus gründete sich im Folgejahr die Purunsup Waldorf School, in einem gemieteten Warenhaus, in das die Eltern mit viel Enthusiasmus Klassenräume bauten. In 2009 errichtete die Schule mit neuer Kraft ein eigenes Schulgebäude in Teochon. Mit heute 162 Schülern in den Klassen 1 bis 11 und fünfzehn Kindergartenschülern unterstützen Lehrer wie Eltern die Schule seitdem, die waldorfpädagogische Arbeit durchgängig einzuführen. Nicht nur unterstützen die Eltern die pädagogische Arbeit, sondern einige von ihnen haben sich auch in einem Gemeinschaftsdorf um die Schule angesiedelt, Purunsup Maeul.

Auch zwei weitere Schulen sind in der Nähe von Seoul in den letzten Jahren entstanden: die Gurmsan School in der Stadt Gwang Myeong, Gyeonggi, mit zwanzig Schülern und die Dongrim Free School mit bereits 57 Kindern.

Eine einzige Waldorfschule gibt es im Süden des Landes: die Apple Tree School in Busan ist seit 2008 tätig und leistet besondere Aufgaben. Im letzen Jahr haben sich etliche staatliche Lehrer an der Schule in der Waldorfpädagogik ausbilden lassen.

Mit dem dringenden Bedürfnis vor allem bei den ersten Schritten untereinander zusammenzuarbeiten, begannen sich die Waldorflehrer in Südkorea ab 2009 regelmäßig zu treffen. Und seit 2010 startet zweimal im Jahr der Lehrerbildungskurs. Auch die Vertreter der Schulen treffen sich monatlich, um Neuigkeiten aus den Schulen untereinander auszutauschen. Über 100 Lehrer hoffen nun, dass gemeinsam mit den Schulen und Kindern die Wellen neuer waldorfpädagogischen Ideen und Taten in Südkorea - und vielleicht auch irgendwann mal in Nordkorea - nie aufhören.

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