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Heilpädagogische Pionierarbeit im Libanon

Libanon: Die FISTA („First Step Together Association”) umfasst einen Kindergarten im alten Stadtzentrum von Beirut, zwei Schulen in Jall-El-Deeb, einem christlichen Vorort von Beirut, ein Berufsbildungszentrum und eine kleine Farm. Außerdem existieren in Tripolis noch eine Schule und ein weiteres Berufsbildungszentrum sowie eine Schule in Akkar. Diese verschiedenen waldorfpädagogischen Einrichtungen kümmern sich insbesondere um behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

1993, kurz nach dem Ende des Bürgerkriegs, wurde im Libanon eine neue NGO eingetragen. An sich nichts Ungewöhnliches oder Besonderes, doch für die Einrichtungen, die nun unter dem Namen „First Step Together Association“ gefasst werden, war es ein bedeutender Schritt. Ein Schritt, der den Schlussstrich unter die vielen Jahre des Bürgerkriegs zog, die im Kampf ums Überleben gestanden und viele Opfer gefordert hatten.

Als die österreichische Kinderärztin Wally Merhej nach dem Tod ihres Mannes drei kleine Kinder zu versorgen hatte, gründete sie 1974 den „Kleinen-Prinz-Kindergarten“, der durch die Mitarbeit der syrischen Psychologin Marie Rose Boulos eine waldorfpädagogische Initiative wurde. Im Kleinen-Prinzen waren auch Kinder mit Behinderungen willkommen, die im Libanon sonst oftmals diskriminiert wurden. Der Beginn des Bürgerkrieges traf die junge Einrichtung schwer als Marie Rose Boulos verschleppt wurde und nie wieder zurückkehrte.

Doch Wally Merhej ließ sich nicht beirren. Sie organisierte Sommercamps für Schüler mit Lernschwierigkeiten in den Bergen und erreichte, dass immer mehr Menschen an den Initiativen des „Kleinen Prinzen“ teilnahmen. 1991 kamen zwei Schulen mit je vier Klassen dazu, um die Förderung der Kinder anhand ihrer Möglichkeiten umfassender als bisher leisten zu können. So engagierte sich Wally Merhej für die Rechte der Kinder mit Behinderungen und Lernschwierigkeiten. Um eine effektivere Struktur für die vielen einzelnen Arbeitsstätten zur Verfügung zu haben, entschied sie sich für eine Dachorganisation im Sinne einer NGO.

Im Jahr 2004 wurde deutlich, dass für die inzwischen erwachsen gewordenen Menschen mit Behinderungen durch eine Berufsausbildung gesorgt werden müsste. So entstanden Pläne für ein Bauvorhaben, das neben dem Kindergarten, der Schule, einem Theater und der Verwaltung auch das neue Berufsausbildungszentrum beherbergen und mit Hilfe der „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“ und des BMZ ko-finanziert werden sollte. Der Angriff Israels auf den Libanon 2006 schien die Pläne zum Scheitern verurteilt zu haben, doch 2007 konnte Heide Wieczorek-Zeul, deutsche Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), dennoch der Grundsteinlegung beiwohnen.

Da die staatliche Unterstützung der FISTA nur aus sehr bescheidenen Mitteln besteht, finanziert sie sich bis heute über Sommercamps, an denen weitgehend arabische Kinder teilnehmen. Die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten ist ein besonderes Anliegen der FISTA, nicht zuletzt ist sie eine langjährige Partnerorganisation des Weltwärts-Programms und der Freunde der Erziehungskunst.