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Bait al-Shams – ein “Haus der Sonne” im Flüchtlingslager Shatila

Libanon: Im Süden der Hauptstadt Beirut befindet sich das 1949 entstandene Flüchtlingslager Shatila. Eigentlich sollten die Flüchtlinge hier nur für eine gewisse Zeit beherbergt werden, doch die Menschen leben hier seit ihrer Flucht aus Palästina nun bereits seit vier Generationen. Obwohl die Lebensbedingungen katastrophal sind, tragen insbesondere Kinder die Hoffnung auf ein besseres Leben in sich.

Shatila ist aufgrund des Massakers von 1982, bei dem Tausende von Menschen ums Leben gekommen sind, vermutlich das bekannteste Lager für palästinensische Flüchtlinge im Libanon. Ursprünglich wurden nur ein paar hundert Flüchtlinge aufgenommen, doch seit 1949 ist diese Zahl auf über 12.000 registrierte palästinensische Flüchtlinge angewachsen. Seit der Krise in Syrien und dem Zustrom weiterer Flüchtlinge, leben in Shatila nach inoffiziellen Schätzungen nun etwa 30.000 Menschen in den überfüllten „Übergangsunterkünften“.

Im Lager sind Arbeitslosigkeit, Gewalt und Armut vorherrschend. Es mangelt an Hygiene, Privatsphäre, an Tageslicht und für die Kinder an Platz zum freien Spielen. Eine sichtbare Folge der Umstände ist die Gewalt, die im Lager, in den Familien und auch in den Schulen Alltag ist. Hinzu kommen häufig Drogenkonsum und schwere psychische Probleme als Folgen des belastenden Lebens in dem Lager.

In Anbetracht der großen Not der Kinder und um die Zahl der im Flüchtlingscamp dringend benötigten Kindergartenplätzen zu erhöhen, entstand die Idee eines Waldorfkindergartens als schützenden Ort. Ein Jahr intensiver Vorbereitung und das Überwinden vieler Hürden waren nötig, bevor die 2014 in Beirut gegründete Organisation „just.childhood“ im Oktober des folgenden Jahres dann endlich die Arbeit im Kindergarten aufnehmen konnte. Hierfür wurde das obere Stockwerk eines Hauses renoviert und eigens eine Dachterrasse gebaut, um den Kindern auch das Spielen unter freiem Himmel zu ermöglichen.
Begonnen wurde mit 36 Kindern. Sie können im Kindergarten Zuverlässigkeit, Sicherheit und Stabilität erleben. Sie können sich entfalten und dürfen einfach Kind sein. Nun gibt es bereits zwei Gruppen, welche jeweils von zwei Erzieherinnen betreut werden. Die Erzieherinnen wiederum werden in Intensivkursen von erfahrenen Waldorfpädagogen weitergebildet.

Der Bait al-Shams Kindergarten (Haus der Sonne) arbeitet aus der Überzeugung, dass Bildung eine der wichtigsten Säulen der Entwicklungsarbeit ist. Ziel des Kindergartens ist es, die Kinder auf Grundlage der Waldorfpädagogik, trotz ihrer Vergangenheit und den schweren Bedingungen, in ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie darin zu stärken, zu selbstbewussten Menschen heranzureifen und der Welt vertrauensvoll und ermutigt gegenüber zu treten.