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„So lebt in uns die Hoffnung unauslöschlich“ (Aitmatov)

Kirgistan: Ümüt-Nadjeshda (übersetzt: Hoffnung) wurde 1989 von 28 ehrenamtlichen Mitarbeitern gegründet. 1991 wurde Tschingis Aitmatov Ehrenpräsident der Initiative. Trotz vieler Hindernisse und Hürden entstanden über die Jahre mehrere Einrichtungen, die sich seither dem Schutz und der Pflege von Kindern mit Behinderungen widmen. Neben Internatsfamilien, einem integrativen Kindergarten, einer Schule und einem Therapiezentrum gibt es Werkstätten, die die Begleitung der Menschen auch nach dem Ende der Schulzeit ermöglichen. Am 9. Juni 2009 wurde der Gründerin, Karla Maria Schälike, das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

1985 wurde das erste Kind des Ehepaars Schälike geboren und mit diesem ein Impuls, den die junge Mutter schon bald aufgreifen und damit die Wirklichkeit der Menschen mit Behinderungen in Kirgistan verändern würde. Denn im Moment des tiefen Glücks über die Geburt ihres Sohnes erlebte Karla Maria Schälike, wie ihre Nachbarin im Krankenhaus ein Kind zur Welt brachte und gleich darauf von den Ärzten bedrängt wurde, sich schriftlich von ihm loszusagen – es war ein mit Behinderungen geborenes Kind, das deshalb in der Gesellschaft unwillkommen war und versteckt werden sollte. Nach dem Tod ihres eigenen Kindes war es der Impuls, Kindern mit Behinderungen zu helfen, den Karla Maria Schälike mit aller Kraft zu verwirklichen begann.

Die politischen Veränderungen in Kirgistan bedrohten Nadjeshda in den Jahren nach der Gründung 1989 mit einer ständigen Unsicherheit. Wurde noch 1990 ein Gebäude vom Staat zur Verfügung gestellt, in dem ein Kindergarten entstehen konnte, verbot 1992 ein Gesetz die Förderung von „bildungsunfähigen“ Kindern in staatlichen Gebäuden.

Als die erste Waldorfschulklasse feierlich begrüßt werden sollte, fand Karla Maria Schälike an Stelle des dekorierten einen müllüberhäuften Raum vor. Nadjeshda stand vor dem Aus und Karla Maria Schälike kehrte mit ihrer Familie in das Land zurück, aus dem sie stammte, nach Deutschland. Als der kirgisische Präsident, Akajew, während eines Deutschlandbesuchs die Schälikes zum Zurückkehren zu bewegen suchte, folgte nur ihr Ehemann dieser Bitte. 1993 kam auch Karla Maria Schälike nach, darüber erschüttert, dass eines der von ihr früher betreuten Kinder in einem staatlichen Heim verstorben war.

Früchte der Arbeit

Durch die Hilfe von vielen Menschen und Organisationen konnten nach und nach Grundstücke erworben und Häuser bezogen werden. So sind in einem Haus ein Kindergarten und die Wohngruppe untergekommen, gleich in der Nähe die heilpädagogische Schule und ein Therapeutikum. Im Bender-Haus sind eine Holzwerkstatt, ein Computerraum, eine Küche und weitere Unterrichtsräume angesiedelt. Im Dorf Kogjar existiert ein weiteres Therapeutikum, das den Kindern Massage und andere Anwendungen ermöglicht. Schließlich entstand 2001 das Janusz Korczak Zentrum, das sich der Förderung der jungen Erwachsenen widmet.

Die Erfolge Nadjeshdas sprechen für sich: Drei von zwölf angeblich „nichtbildungsfähigen“ ehemaligen Nadjeshdakindern der „Gründerklasse“ studieren heute an der Universität, zwei haben extern das Abschlussexamen an einer staatlichen Schule abgelegt und zwei weitere haben Stipendien in den USA erhalten. Nicht zu vergessen sind alle die betreuten Menschen, die in die Kindergärten und zur Schule Nadjeshdas gehen und den Werkstätten arbeiten.