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Waldorfpädagogik in Uralsk

Kasachstan: In Uralsk gibt es ein staatliches Gymnasium, das durch die waldorfpädagogisch interessierte und ausgebildete Direktorin zu einer ersten öffentlichen Waldorfschule in Kasachstan geworden ist. Die Schule geht von der ersten Klasse bis zur Hochschulreife und wird von ungefähr 28 Lehrerinnen und Lehrern geführt. Die Zahl der Schüler liegt momentan bei ca. 230, ist aber in stetigem Wachstum begriffen.

Das erste Treffen ehemaliger Schülerinnen und Schüler. Sie kommen von überall her, weil sie in den unterschiedlichsten Ländern der Welt studieren, natürlich einige auch in Kasachstan. Auf die Frage, ob sie sich von den Mitstudenten unterscheiden würden, sprudelt es Antworten: Wir haben keine Angst zu sprechen, keine Angst vor den Professoren, wir können zupacken, wir können uns bewegen, wir können tanzen. Die Frage kann also mit einem deutlichen Ja beantwortet werden.

Dieser Erfolg der Schule ist beachtlich, bedenkt man die vielen Auseinandersetzungen und Einschnitte mit bzw. durch staatliche Behörden. Ein wirklich waldorfpädagogischer Unterricht kann nur von der ersten bis zur sechsten Klasse angeboten werden. Dann wird jedes Jahr von staatlicher Seite überprüft, ob die Anforderungen des staatlichen Schulprogramms erfüllt sind. In der elften Klasse folgt die Abschlussprüfung. Um dem gerecht werden zu können, müssen die künstlerischen Fächer in den höheren Klassen zurückstecken.

Von staatlicher Seite stand immer wieder die Frage einer Schließung im Raum. Sorgen, beispielsweise wegen eines neuen Gebäudes, konnten daher schnell existenzielle Dimensionen annehmen. Verhandlungen mit der Schulbehörde scheinen nun aber eine sicherere Zukunft zu versprechen.

Die Elternarbeit ist noch in den Kinderschuhen. War es erst eine Schwierigkeit, die Ablehnung gegenüber der Waldorfpädagogik an einer öffentlichen Schule zu überwinden, taten staatliche Eingriffe ein Übriges, um den direkten und offenen Austausch mit der Elternschaft zu hindern. Wirft man aber einen Blick auf einen der Schulbasare und sieht die vielen Angebote, die dort die Tische zum Überquellen bringen, kann man Vertrauen schöpfen, dass die Schulgemeinschaft eine lebendige und kreative ist und sich mit der Zeit auch der Bezug der Eltern zur Schule in ähnlich produktiver Weise etablieren wird. Ein Anfang ist bereits gemacht.

Die Schulgemeinschaft ist auch neben dem Schulalltag aktiv. Im Winter lockt ein Nebenfluss des Ural unwiderstehlich zu gemeinsamen Ausflügen der Oberstufe. Skilaufen und mit gehörigem Tempo die Böschung herunterrasen ist dann angesagt. Diese Gemeinschaft, die Theaterprojekte der Unterstufe und die vielen künstlerischen Arbeiten sind es, die die Schule zu einem umfassenden Erlebnis werden lassen und ihre Schüler mit vielen zusätzlichen Fähigkeiten in die Welt verabschieden.