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Wenn ich Frieden beginnen will, wo soll ich anfangen?

Jerusalem: Die Waldorfschule Adam wurde 1993 mit einer ersten Klasse gegründet und führt heute bis zur achten Klasse. Sie ist einzügig und somit für israelische Verhältnisse eine sehr kleine Schule, hat aber in jeder Klassenstufe kontinuierlich um die 30 Schülerinnen und Schüler. Momentan trägt sich das Kollegium mit dem Plan, eine Oberstufe einzuführen.

Wenn ich Frieden beginnen will, wo soll ich anfangen?
Zuerst in meinem Land, aber wo in meinem Land?
Nun, in meiner Stadt, aber wo in meiner Stadt?
Meine Nachbarschaft, aber wo in dieser Nachbarschaft?
In meiner Straße, natürlich, aber wo in dieser?
Bei mir, bei mir und bei denen, mit denen ich streite!

 

Diese Worte schrieb Eyal Bloch, ein Lehrer der Adam School und Initiator vieler verschiedener Projekte, die Schülerinnen und Schülern – jüdischer wie arabischer Herkunft – ermöglichen sollen, gemeinsame Erfahrungen zu machen, um all dem Trennenden des Konflikts etwas Verbindendes entgegenzusetzen.

Projekte, die verbinden

Eine solche Initiative war das Bearbeiten eines Landstücks in Sataf durch Schüler der Adam School aus Jerusalem und der Hope Flowers School aus dem Dorf El-Hadar (bei Bethlehem gelegen). Wollten sich die Kinder zu Beginn nicht einmal die Hände geben, war nach einer Weile des gemeinsamen Bewirtschaftens der Erde nicht nur das Händereichen, sondern auch das gegenseitige Unterstützen eine Selbstverständlichkeit.

Projekte dieser Art sind mit der Zeit ein fester Bestandteil der Adam School geworden, was von allen Beteiligten sehr geschätzt wird. Daher verwundert es einen nicht, dass Eltern seit Jahren den Wunsch  nach einer Einführung einer Oberstufe äußern. Ein Großteil der Kinder muss nach der achten Klasse in verschiedene reguläre Gymnasien wechseln, manche Familien verlassen aber auch Jerusalem und ziehen in den Norden von Israel, weil dort die Waldorfschule Harduf alle zwölf Klassen bieten kann.

Das Lehrerkollegium der Adam School vermittelt den Schülern auch ökologische Themen. So wurde im Innenhof des Schulgebäudes eine städtische Landwirtschaft angelegt und ein Plan ausgearbeitet, um das Regenwasser zur Bewässerung nutzen zu können. Der kulturelle und der ökologische Impuls sollen ihre Fortsetzung in einer Oberstufe finden, sobald die letzten Hindernisse auf dem Weg dorthin überwunden sind.