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AMPO - Das Gute geht nie verloren

Burkina Faso: 1996 entstand mit einem Waisenheim für Jungen (heute 60 Jungen im Alter von 6-18 Jahren) der Verein Sahel e.V. - AMPO, der von Katrin Rohde gegründet wurde und im Laufe der Jahre unter seinem Dach immer neue Initiativen vereinte. Daher gibt es heute noch ein Waisenheim für Mädchen (60 Mädchen zwischen 6 und 18 Jahren), Haus MIA und ALMA, eine Unterkunft für je 20 verstoßene schwangere Mädchen und junge Frauen mit AIDS und deren Kinder, ein Beratungshaus für Frauen, eine Krankenstation sowie neben den Behindertenprojekten (Rollstuhlreparatur und Rollstuhlwerkstatt) sowie eine Landwirtschaftsschule mit Internat für 80 Jungen (Tondtenga).

Als Buchhändlerin in Schleswig-Holstein lebend, hätte sich Katrin Rohde wohl nie träumen lassen, dass sie eines Tages in Burkina Faso leben, dort ein Waisenheim aufbauen und damit eine Initiative ins Leben rufen würde, die das erste von einer ganzen Reihe von Projekten werden sollte. Die Erkrankung eines in Schleswig-Holstein lebenden Afrikaners bewegte Katrin Rohde zu einer Reise nach Burkina Faso, um ihm traditionelle Medikamente zu besorgen. In Burkina Faso angekommen, erkrankte sie selber schwer und wurde von einem Zöllner in dessen Familie aufgenommen und wieder gesundgepflegt.

Dankbarkeit war es, die Katrin Rohde – zurück in Deutschland – zum Geldsammeln veranlasste, um in dem Geburtsort des Zöllners eine Schule aufzubauen. Und etwas später übernahm sie dann persönlich die Organisation und die Begleitung des Schulbaus vor Ort. Die Faszination von Land und Leuten auf der einen, die unter der Armut besonders leidenden Kinder und Jugendlichen auf der anderen Seite waren es, die Katrin Rohde veranlassten, ganz nach Burkina Faso überzusiedeln.

Dort angekommen, scheiterte der Versuch, Straßenjungen in Familien unterzubringen und diese dafür finanziell zu unterstützen. So nahm Katrin Rohde die Kinder in der eignen Wohnung auf. Während sie mit den Behörden rang, um etwas Land für den Bau eines Waisenheims zu bekommen, lebte sie zuletzt zusammen mit 18 Kindern und Jugendlichen in drei Zimmern, bis schließlich 1996 der Einzug in das neue Gebäude stattfinden konnte.

Das Waisenheim wurde erfolgreich und mit der Zeit entstanden weitere Projekte, die nicht nur Unterstützung und ein Zuhause für Kinder und Jugendliche bedeuten, sondern zusätzlich Arbeitsplätze in den Einrichtungen schaffen. Wenn die Jugendlichen, nachdem sie 18 Jahre alt geworden sind, das Heim verlassen, sind sie sehr gut ausgebildet und können vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Beispielsweise hat Mariam gerade ihre Buchhalterausbildung beendet und Balima, inzwischen Schneiderin, wird als Auszubildende ein Mädchen von AMPO in ihrem Atelier beschäftigen.

Katrin Rohde ist immer wieder auf Vortragsreisen unterwegs, denn AMPO wird gut von all den afrikanischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt, so dass sie nicht immer vor Ort sein muss. Diese Selbstständigkeit der Initiative ist nicht zuletzt ein Zeichen dafür, dass die Arbeit aus den Gegebenheiten der Kultur geleistet wird und so ein Teil von Burkina Faso ist. Dass diese Position geteilt wird, zeigt die Tatsache, dass der Verein 2005 mit dem „Ritterorden für nationale Verdienste“ ausgezeichnet wurde und Katrin Rohde selber aus der Hand der burkinischen Frauenministerin im April 2008 den „Orden des Nationalen Ritters“ erhielt.