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Peru: Mit Kunst und Herz gegen soziale Ungleichheit

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Im Randbezirk Lurigancho-Chosica, östlich der peruanischen Hauptstadt Lima, liegt das Tal von Carapongo – eine landschaftlich reizvolle, aber zugleich von Armut geprägte Region. Hier befindet sich das Bildungs- und Sozialprojekt Sonqo Kusichiy. Der Name stammt aus der indigenen Sprachgruppe Quechua und bedeutet sinngemäß: „Ein fröhliches Herz“. Ein passender Name für ein Projekt, das Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien nicht nur schulische Bildung, sondern auch kreative Entfaltung und Lebensmut schenkt.

Junge mit Gitarre in Peru

Sonqo Kusichiy begann ursprünglich als soziales und kulturelles Projekt, das Kinder außerhalb der Schule mit kostenlosen künstlerischen Nachmittagsangeboten und Workshops waldorfpädagogisch betreut. Daraus erwuchs auch ein Kindergarten und schließlich eine Waldorfschule. Die Mehrheit der Kinder, die Sonqo Kusichiy besuchen, stammt aus wirtschaftlich prekären Verhältnissen. Die Eltern arbeiten oft in unsicheren, schlecht bezahlten Jobs – im informellen Handel, als Tagelöhner, in der Hausarbeit oder im Bauwesen. Ein regelmäßiges Einkommen ist selten, Rücklagen gibt es kaum. Nicht wenige Kinder leben in unvollständigen Familien oder bei Verwandten, manche sogar zeitweise unbeaufsichtigt. Auch häusliche Gewalt und mangelnde Fürsorge gehören zum Alltag vieler Kinder. 

Sonqo Kusichiy ist ein Ort, an dem diese Kinder gesehen und ernstgenommen werden. Sie erhalten nicht nur Unterricht, sondern auch Zuwendung und Wertschätzung. Gerade in der künstlerischen Arbeit können sie ihre inneren Welten ausdrücken und verarbeiten.

Um ohne Spenden überleben zu können, müsste die Schule eigentlich eine monatliche Schulgebühr von 450 Soles (etwa 110 Euro) erheben, doch nur wenige Familien können diesen Betrag aufbringen. Viele zahlen lediglich 50 Prozent, manche nur 20, einige gar nichts. Dennoch wird kein Kind ausgeschlossen. Dies führt aber dazu, dass die Einrichtung regelmäßig vor großen Herausforderungen steht, denn laufende Kosten wie Gehälter, Miete, Materialien oder Strom und Wasser müssen gedeckt werden.

Die Arbeit von Sonqo Kusichiy ist langfristig an­ge­legt: Es geht darum, Kindern nicht nur kurzfristige Hilfe, sondern nachhaltige Lebenskompetenzen mitzu­geben. Durch das vielfältige Angebot – von Unterricht über Musik, Handarbeit und Theater bis hin zu Elternschulungen – sollten die Familie als Ganzes einbezogen werden. Die „Escuela para Padres“ (Elternschule) bietet wichtige Impulse, um auch im familiären Umfeld Veränderungen anzustoßen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Stärkung der kulturellen Identität. Viele Aktivitäten orientieren sich an peruanischen Traditionen und Festen, wodurch die Kinder einen Bezug zu ihren Wurzeln entwickeln und kulturelles Selbstbewusstsein aufbauen. Gerade für Kinder, die täglich mit Ausgrenzung und Unsicherheit konfrontiert sind, ist diese Verwurzelung ein wichtiger Stabilitätsfaktor.

Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung durch Spenden kann Sonqo Kusichiy seine wertvolle Arbeit nur schwer aufrechterhalten.

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