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Ukraine: Themenseminar zu Trauer und Trauma stärkt Fachkräfte und schafft Raum für Heilung

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In der Ukraine fand im Mai 2025 zum zweiten Mal das thematische Seminar „Trauer und Trauma“ statt, das Teil des Projekts „Förderung der Resilienz durch Notfall- und Traumapädagogik in der Ukraine“ ist. In einem Land, das sich im Krieg befindet, sind Verlust und Trauer allgegenwärtig. In der Regel haben die Teilnehmer:innen Freunde, Familienangehörige, Bekannte, die trauern, und sie arbeiten mit Kindern, die geliebte Menschen verloren haben und trauern. In dem Seminar stand daher neben der Vermittlung von Fachwissen auch der Umgang mit eigenen Gefühlen von Trauer und Verlust im Vordergrund.

Frau balanciert auf Seil und hält dabei die Hand anderer Frau

Trauer ist eine Antwort auf Verlust. Sie ist ein Ausdruck der Liebe und Verbundenheit zu einem Menschen, der nicht mehr da ist. Sie zeigt, wie sehr man jemanden geachtet und geschätzt hat. 

Oft beginnt Trauer mit einem Moment des Schocks – einer innerlichen Starre. Danach können überwältigende Emotionen von Schmerz und Verlust folgen. Der Weg zurück in den Alltag ist lang und nicht gradlinig. Immer wieder können sogenannte „Trigger“, scheinbar harmlose Auslöser, bereits überwunden geglaubte Gefühle wieder hervorrufen. Es beginnt ein Prozess des Suchens und Loslassens bis sich neue Lebensgewohnheiten und Ziele entwickeln, die den Schmerz allmählich lindern. Wenn dieser letzte Schritt jedoch nicht erfolgt, kann Trauer auch zu Trauma werden.

Zwischen persönlicher Erfahrung und professioneller Begleitung
Im Seminar stand nicht nur die berufliche Weiterentwicklung von Psycholog:innen und Pädagog:innen im Fokus. Denn hinter jeder Fachperson steht auch ein Mensch mit eigenen Verlusten. „Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, an diesem Seminar teilzunehmen,“ so eine Teilnehmerin des Seminars, „meine eigenen Verluste zu fühlen, zu trauern und loszulassen. Für mich war es eine heilsame Erfahrung. Ich konnte einen jahrelang getragenen Schmerz loslassen. Neben der Vermittlung von Fachwissen wurde auch ein sicherer Ort für die Wahrnehmung der eigenen Gefühle geschaffen.“ 

Die Rolle als Beobachter:in wurde ebenfalls thematisiert – sei es im beruflichen Kontext oder im privaten Umfeld. Zu verstehen, in welcher Phase der Trauer sich jemand befindet, und wie man unterstützen kann, ist ebenso zentral wie das Wissen um die Selbstfürsorge: „Auch als Begleitende müssen wir wissen, wie wir uns selbst stärken, wenn wir mit dem Leid anderer konfrontiert sind. Ich denke, dass alle dieses Wissen jetzt in der Ukraine brauchen,“ meint eine weitere Teilnehmerin.

Seit 2022 sind die Freunde der Erziehungskunst in der Ukraine tätig. Die Unterstützung vor Ort beinhaltet Fortbildungen zur Notfall- und Traumapädagogik, thematische Seminare und finanzielle Hilfe von Partnerprojekten für Kinder vor Ort. Diese richten sich sowohl an ausgebildete Traumapädagog:innen als auch an alle Interessierten, die mit Kindern und Erwachsenen arbeiten. Behandelt werden vertiefende Aspekte der traumapädagogischen Arbeit, wie zum Beispiel Biographiearbeit oder Trauer.

Im August 2025 ist in der Ukraine ein weiteres thematisches Seminar geplant – dann zum Thema „Behinderung und Trauma“.

Jessica Prentice und Kseniya Karman Samet

Das Themenseminar konnten wir mit der Unterstützung von Aktion Deutschland hilft durchführen.

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