Die Idee, eine Waldorfschule auf Rapa Nui zu gründen, entstand durch den Kontakt der Gründerin Vairoa Ika Guldman mit einer – genau wie sie selbst – auf Rapa Nui geborenen jungen Frau. Diese hatte als Schülerin eine Waldorfschule in Australien besucht und arbeitet dort mittlerweile als Waldorfpädagogin. Sie erzählte ihr von ihren Erfahrungen als Waldorfschülerin und gab später auch einen Workshop über Waldorfpädagogik auf Rapa Nui. Inspiriert durch die positiven Schilderungen nahm Vairoa Kontakt zu weiteren ehemaligen Waldorfschüler:innen auf und beschloss 2020 schließlich, zunächst einen Kindergarten zu gründen. Sie vertiefte ihre Auseinandersetzung mit der Waldorfpädagogik unter anderem durch regelmäßige Online-Treffen mit einer Waldorflehrerin in Chile, die zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Covid19-Pandemie nicht selbst vor Ort sein konnte. Im März 2021 entstand eine erste kleine Kindergartengruppe, für die ein Raum in einer Bildungseinrichtung zur Verfügung gestellt wurde. Zwei Jahre später waren einige der Kinder dem Kindergarten entwachsen und an einem anderen Standort wurde ein ehemaliges Hostel zu einer kleinen Schule umgebaut. Eine erfahrene Waldorflehrerin aus Lateinamerika wurde eingestellt. Sie und Katiki, eine Waldorfpädagogin aus Rapa Nui, arbeiteten intensiv daran, den kulturellen Kontext von Rapa Nui in den Lehrplan zu integrieren. Denn, so betont die Gründerin Vairoa: „Das stärkt die kulturelle Identität jedes Kindes und fördert auch den Gebrauch und Erhalt der lokalen Sprache“. Dass dies für Rudolf Steiner besonders wichtig war, haben die jungen Pädagoginnen auch bei der Beschäftigung mit seinen Vorträgen festgestellt.
Das neue Schuljahr bedeutet für die kleine Schule ein Wachstum der Schülerzahl von 16 auf 25. Dann wird es neben der Kindergartengruppe und der gemeinsam unterrichteten ersten und zweiten Klasse auch eine dritte Klasse geben.

