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Westjordanland - Pädagoginnen und Pädagogen stärken, um Kindern Sicherheit zu geben

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Im Westjordanland erleben Schülerinnen und Schüler immer wieder, wie ihre Schulen durch radikale israelische Siedler:innen angegriffen werden oder dass das Militär plötzlich in der Schule auftaucht. Sie werden auf dem Weg zur Schule an Kontrollpunkten aufgehalten und kommen manchmal nicht durch. Im September 2024 war ein Team der Notfall- und Traumapädagogik das erste Mal an der Hope Flower Schule in Betlehem. Auch hier erleben Kinder immer wieder ähnliche Vorkommnisse. Ein zweites Training im Januar 2025 soll vor allem die Pädagog:innen vor Ort stärken.

Teilnehmende Training Notfall- und Traumapädagogik Westjordanland

Am Ende des ersten Besuchs im letzten Jahr äußerten die Lehrkräfte den Wunsch, dass ein Team der Trauma- und Notfallpädagogik wiederkommt und insbesondere mit den Pädagog:innen weiterarbeitet. Nun konnten wir das Versprechen einhalten und waren vom 27. bis zum 31. Januar in Betlehem. Leider war auch unsere Anreise aufgrund von stundenlangem Warten am Kontrollpunkt mit Hindernissen verbunden. Die Lehrkräfte der Schule aus Hebron konnten nicht teilnehmen, da die inzwischen unplanbaren Fahrten von einer Stadt zur anderen oft mit vielen Stunden des Wartens an den Kontrollpunkten verbunden sind.

Zu Beginn fragte uns einer der Lehrer namens Khaled: „Wie können wir geben, wenn wir nichts mehr haben“? Er und andere Pädagog:innen erzählen von dem Gefühl der Ausweglosigkeit, dem Gefühl, nicht mehr frei zu sein und von den anhaltenden Ängsten. Viele berichten, dass sie Schlaf- und Essstörungen entwickelt haben, manche berichten von ihren Depressionen und dass sie mit Angstattacken kämpfen. Wo also die Kräfte hernehmen, um den Kindern Sicherheit zu bieten und ihnen Trauma sensibel zu begegnen?

Die nächsten Tage war der Fokus der gemeinsamen Arbeit, mit den Pädagoginnen und Pädagogen die Methoden der Notfall- und Traumapädagogik zu vertiefen – zum einen durch theoretische Impulse zur Psychotraumatologie und Pädagogik, zum anderen durch Workshops in Kunst, Bewegung und altersgerechten Spielen. Im September hatten sie bereits erste Impulse bekommen und waren dementsprechend mit unserem Ansatz vertraut.

Die Tage waren geprägt von einer Mischung aus Heiterkeit, Ernsthaftigkeit und auch Trauer. Ala, die bereits seit zwölf Jahren als Lehrerin an der Schule arbeitet, erzählte uns am letzten Tag, wie sie in den vergangenen Jahren gelernt hat zu lächeln, auch wenn sie sich innerlich nicht danach fühlt. Dass sie sich aber heute zum Abschluss der Tage wirklich freut und das Gefühl auch innerlich erlebt. Sie hätte in den Bewegungs- und Kunsteinheiten so viele Impulse aufgenommen, dass sie am Liebsten direkt mit den Kindern arbeiten würde. Sie hat wieder neue Kraft gewonnen, um die Kinder, die oft große Konzentrationsschwierigkeiten haben und die, laut der Lehrer:innen, meist als sehr hyperaktiv wahrgenommen werden, unterstützen zu können.

Auch Khaled hat nun wieder das Gefühl, den Kindern etwas geben zu können. Auf die Frage hin, was sie sich für die Zukunft wünschen würden, war die Antwort: Weitere Trainings. Diese dürften gerne auch noch länger sein und dass es schön wäre, wenn auch andere Pädagoginnen und Pädagogen von anderen Schulen dazu eingeladen würden. Sie würden gerne mit ihnen teilen, was sie als kräftigend erlebt haben.

Die Arbeit im Westjordanland ist möglich dank der Unterstützung von Aktion Deutschland Hilft.

Fiona Bay

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