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Rumänien – Stadt finanziert Großteil von Neubau einer Waldorfschule

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In Rumänien hat sich nach der Auflösung der Sowjetunion die Waldorfpädagogik nach und nach ausgebreitet, so dass heute Waldorfschulen und Kindergärten an vielen Orten etabliert sind. Das Bildungsministerium hat die Waldorfpädagogik auch offiziell als Alternativpädagogik anerkannt. Da es aber nicht leicht ist, nicht-staatliche und freie Schulen in Rumänien zu gründen, sind die deutliche Mehrheit der Waldorfschulen und -kindergärten staatliche Schulen, so auch das Liceul Waldorf Timișoara.

Helles Gebäude

Neubau Timișoara

In Timișoara im Westen Rumäniens entstand zwei Jahre nach der Revolution von 1989 eine der ersten rumänischen Waldorfinitiativen. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler am Liceul Waldorf Timișoara stieg in den darauffolgenden Jahren stetig an, bis aus der ersten Schulklasse eine komplette Mittel- und Oberstufe entstanden war. Aus einzügigen Jahrgängen wurden nach und nach zweizügige und damit wurde irgendwann der dringende Bedarf für ein größeres Schulgebäude deutlich. Ein kleiner Erweiterungsbau musste vorübergehend ausreichen; die Vorbereitungsklassen waren im Kindergarten unterbracht. Dringend musste eine neue Lösung für die immer größer werdende Schule gefunden werden.

So entstanden die ersten Pläne für ein neues eigenes Gebäude für die Mittelstufe, das sowohl den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler als auch der Lehrkräfte gerecht werden würde. Die Grund- und die Oberstufe würden, so der Plan, vorerst in den bisherigen Gebäuden untergebracht bleiben und für die Oberstufe würde irgendwann ein weiteres Gebäude in Angriff genommen.  Als die Pläne schließlich feststanden, beantragte die Stadt Zuschüsse durch die EU in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Während der Umsetzung der Pläne in die Tat wurde schnell klar, dass die Gelder nicht ausreichen würden. Die anzunehmenden Kosten waren inzwischen auf das Doppelte angestiegen. Die Stadt erklärte sich daraufhin bereit, den zusätzlich entstandenen Betrag zu übernehmen und beteiligte sich letztendlich mit circa 55 Prozent an den Baukosten. Damit ist Timișoara die erste Stadt in Rumänien, die sich bei einem Neubau für eine Waldorfschule engagiert. Darüber hinaus wurden aus dem städtischen Haushalt die Schulmöbel im Gesamtwert von 707.980 Lei finanziert, was ungefähr 142.250 Euro entspricht.
 
Das neue Gebäude ist großzügig und weitläufig gestaltet. Es besteht aus 20 Räumen, davon acht Klassenzimmer mit einer Größe von jeweils über 70 Quadratmetern. Die anderen Räume sollen zum Beispiel als Labore für Biologie, Chemie und Physik sowie für Musik und Eurythmie genutzt werden; für diese Unterrichtseinheiten hatte es zuvor keine eigenen Räumlichkeiten gegeben. Insgesamt werden ungefähr 750 Schülerinnen und Schüler Platz auf dem Schulgelände finden; aufgeteilt werden das etwa 29 pro Klasse sein. Derzeit werden bereits 580 Kinder im Liceul Waldorf in Timișoara unterrichtet. Aktuell sind wir 44 Lehrerinnen und Lehrer, die für die Kinder da sind; mit zunehmender Schüler:innenzahl werden wir wahrscheinlich ungefähr 60 sein.

Im Herbst 2024 wurde das neue Schulgebäude fertiggestellt. Sowohl die Schüler:innen als auch wir Lehrer:innen freuen uns auf den Unterricht in den neuen Räumlichkeiten. Leider werden wir damit noch bis voraussichtlich März 2025 warten müssen, bis die Abnahme durch die verschiedenen Behörden erfolgt ist. Was lange währt …

Robert Dycke

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