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Waldorfschüler:innen bauen Spielplatz im Flutgebiet

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Initiiert sowie pädagogisch begleitet von der Abteilung Notfallpädagogik der Freunde der Erziehungskunst und finanziert über Spendengelder des Aktionsbündnisses Aktion Deutschland hilft haben Schüler:innen der Klassen 10, 11 und 12 der Waldorfschule Silberwald aus Stuttgart im Juni 2022 einen Spielplatz in der Gemeinde Grafschaft im Ahrtal gebaut. Der Verein KuKuk Kultur, mit dem die Notfallpädagogik bereits bei einem Spielplatzbau im Irak kooperiert hat, stellte seine Bauexpertise und jahrelange Erfahrung bei der Errichtung sozialer Spiel- und Sinnesräume in Krisengebieten zu Verfügung.

Die beiden Waldorfschülerinnen Madita Kamleiter und Janka Helmle warem beim Bau des Spielplatzes Ende Juni 2022 dabei und schildern ihre Erfahrungen:

Im Juni 2022, fast ein ganzes Jahr nach der schrecklichen Flutkatastrophe vom 14. Juli 2021, sind die Folgeschäden der verheerenden Wassermassen, die 134 Menschen das Leben gekostet haben, noch immer präsent. Auch Schulen und Kindergärten waren von der Flutkatastrophe betroffen. Darunter die Kinder und Erzieher:innen des Blandine-Merten-Haus in Bad Neuenahr-Ahrweiler, welche vorübergehend in Containern in der Gemeinde Grafschaft untergebracht wurden. Wegen des Standortes im Industriegebiet gab es für die Kinder kaum Möglichkeiten, sich draußen auszutoben. Was also fehlte, war ein Spielplatz. Auf Initiative der Notfallpädagogik und in Zusammenarbeit mit Kukuk Kultur e. V. nahm wir Schüler:innen der Klassen 10, 11 und 12 der Waldorfschule Silberwald uns dem Bau eines Spielplatzes an.

Am Anfang des Projekts wurden Ideen für eventuelle Bauelemente für den Spielplatz gesammelt, um diese dann in Kleingruppen zu realisieren. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Altersgruppen einigten wir uns unter anderem auf eine kleine Lokomotive mit Sandkasten für die jüngeren und eine Kletterstruktur mit Brücke, Turm und Rutsche für die älteren Kinder.

Am ersten Tag wurde das Fundament aufgestellt. Im Anschluss haben wir Schüler:innen fleißig geschleift, gebohrt und gesägt: Von den Hölzern mussten die Ecken abgeschliffen werden, bevor sie als Rund- und Kanthölzer weiterverwendet wurden. Für die Kletterstruktur wurden die Steher, also die tragenden Stämme, im Boden versenkt und zwischen ihnen weitere stabilisierende Rundhölzer als Klettermöglichkeiten verbaut. Für die Brücke haben wir mit dem Schlagbohrer Löcher vorgebohrt, durch das ein Seil durchgeführt und befestigt wurde. Dabei mussten wir einige Vorgaben, wie beispielsweise Fallhöhe und Fallschutz oder ausreichend Freiraum sowie der Abstand rund um bzw. zwischen den einzelnen Geräten, berücksichtigen, damit der Spielplatz auch die Abnahme des TÜV überstehen würde.

Die Busfahrt von unserer Unterkunft zum Spielplatzgelände führte durch besonders zerstörte Gebiete. Dabei erfuhren wir aus erster Hand von berührenden sowie schockierenden Erlebnissen und Schicksalsschlägen der Menschen im Flutgebiet.

Die Tage im Ahrtal vergingen wie im Flug. Donnerstagabend war der Spielplatz bereits fertig und bestand am nächsten Morgen die Kontrollabnahme durch den TÜV.

Bei der Einweihungsfeier war die Freude über den neuen Spielplatz bei den Erzieher:innen und Verantwortlichen und insbesondere bei den Kindern deutlich spürbar. Nach der offiziellen Eröffnung fingen die Kinder sofort an zu spielen. Die heitere Stimmung und der Enthusiasmus wirkten schnell ansteckend auf alle Anwesenden. Am Ende der fünf Tage konnten wir mit der Gewissheit, einen schönen Ort für die von der Flut betroffenen Kinder geschaffen zu haben, glücklich und zufrieden nach Hause fahren.

Uns Schüler:innen hat der Spielplatzbau sehr gut gefallen. Aber nicht nur das Bauen, sondern auch die Begegnungen mit den Menschen vor Ort empfanden wir als sehr bewegend und schön. Dieses Erlebnis mit all den einhergehenden Erfahrungen wird uns lange in Erinnerung bleiben. Und auch wenn die Auswirkungen der Flutkatastrophe noch immer präsent sind und weiterhin Hilfe und Unterstützung benötigt wird, haben jetzt zumindest die Kinder des Blandine-Merten-Haus in der Gemeinde Grafschaft wieder einen Ort zum Spielen und somit ein kleines Stück Normalität in ihrem Alltag.

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