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École du Village in Haiti: Ganz nah am Epizentrum

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Am 14. August erschütterte ein schweres Erdbeben den Inselstaat Haiti. Nur wenige Kilometer entfernt von der am stärksten vom Beben betroffenen Stadt Les Cayes liegt die kleine Waldorfschule École du Village in Torbeck. Dank eines erdbebensicheren Schulgebäudes wurde die Schule zum Zufluchtsort für viele Menschen der Umgebung.

Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,2 auf der Richterskala lag nur etwa 40 Kilometer entfernt von der Hafenstadt Les Cayes – die am stärksten vom Erdbeben betroffene Stadt. Mehr als 2.000 Menschen starben, fast 10.000 wurden verletzt. Außerdem wurden mehr als 37.000 Häuser komplett zerstört – unzählige Menschen wurden obdachlos und waren dem Sturm „Grace“ schutzlos ausgesetzt, der wenige Tage nach dem Beben mit heftigem Wind und starken Regenfällen über die Insel fegte.

Kurz vor den Toren von Les Cayes in der Gemeinde Torbeck liegt die École du Village. Sie wurde von Myriam Silien und einigen ihrer Freunde gegründet, die einen Ort liebevollen Lernens erschaffen wollten. Ein Ort, an dem Kinder nicht geschlagen werden, wie leider an vielen Schulen in Haiti üblich. Mit ihrer Schule schufen die drei Gründerinnen nicht nur eine sichere Lernumgebung für ihre eigenen Kinder, sondern auch für die meist in bitterer Armut lebenden Kinder der Umgebung. Die kleine auf den Grundlagen der Waldorfpädagogik arbeitende Schule mit ihrem Kindergarten ist – ebenso wie die ganze Insel und weitere Inseln der Antillen –  immer wieder den Naturgewalten ausgesetzt. Nach dem schweren Erdbeben im Jahr 2010 folgte mit einen Hurrikan 2016 ein besonders schwerer Schlag für die Schule: Sie wurde zu einem großen Teil durch den Sturm und das Regenwasser zerstört. Dank eines sofortigen Spendenaufrufs konnten damals die Freunde der Erziehungskunst schnell helfen. So konnte der Unterricht – nach zunächst notdürftigen Reparaturen – schnell wieder aufgenommen werden. Ein notfallpädagogisches Team der Freunde reiste nach Haiti und arbeitete mit den Kindern, um die Erlebnisse der Katastrophe zu verarbeiten. Besonders wichtig war aber die Finanzierung eines erdbebensicheren Schulgebäudes – auch hierfür konnten wir die Schule maßgeblich unterstützen. Der letzte Bauabschnitt wurde im Januar 2018 fertig gestellt.

Wie so oft, wenn wir in den Nachrichten von Katastrophen in der Region hören, fragten wir auch diesmal in der École du Village nach, wie stark das Gelände und das Schulgebäude, die Mitarbeitenden und die Kinder mit ihren Familien betroffen sind. Die Antwort kam sofort und es gab gute und schlechte Nachrichten. Myriam Silien aus dem Gründungsteam der Schule berichtete uns am 17. August in einer E-Mail: „Die Situation ist in der Tat katastrophal, aber die Schule steht dank ihrer erdbebensicheren Konstruktion noch. So können wir uns selbst und die Menschen aus der Nachbarschaft schützen, denn im Moment traut sich niemand in die Häuser. Viele Wohnhäuser sind beschädigt, manche völlig zerstört, und zahlreiche Menschen sind verletzt. Die Lieferung von Lebensmitteln ist nur unter großen Schwierigkeiten möglich, da die Straßen in Port-au-Prince von den Banden abgeschnitten wurden, so dass es unmöglich ist, Material zu versenden.“

Die Bandenkämpfe rund um Port-au-Prince führten bereits im Juni zur Flucht von etwa 15.000 Menschen. Die politische Situation im Land ist unübersichtlich. Seit 2015 werden Wahlen manipuliert, durch gewalttätige Proteste verhindert und immer wieder verschoben. Nachrichten über die Verwicklungen von Regierungsmitgliedern in Korruption und Veruntreuung von Geldern, Armut, steigende Preise sowie das Versagen der Behörden und der Polizei führen zu starker Unzufriedenheit in der Bevölkerung

Der Sturm „Grace“ erreichte die Insel noch am 17. August zwar leicht abgeschwächt, erschwerte aber die Situation der vielen Menschen in Les Cayes, die unter freiem Himmel oder in provisorischen Zelten auf den Straßen übernachten mussten, erheblich. Anschließend zog „Grace“ in Richtung Mexiko ab, wobei er wieder zum Hurrikan anwuchs. Sobald wir sichere Wege gefunden haben, die Schule und die Menschen zu unterstützen, werden wir sofort Spenden an die Schule weiterleiten. Die Menschen, Schülerinnen, Schüler und Eltern, die im sicheren Schulgebäude vorrübergehend ein sicheres Obdach gefunden haben, benötigen dringend Hilfe, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung.

Christina Reinthal

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