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Heilpädagogik in Beirut: „Die Explosion hat uns das Herz gebrochen“

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Die verheerende Explosion im Hafen von Beirut am 4. August hat das geschwächte Land hart getroffen. Etwa 5.000 Menschen wurden verletzt, mindestens 154 starben – doch zahlreiche Menschen werden noch immer vermisst. In den letzten Jahren hat sich die wirtschaftliche Lage im Libanon kontinuierlich verschlechtert. Die Regierung ist nicht in der Lage die substantiellen Probleme der Infrastruktur und Versorgung zu lösen; die Landeswährung, das Libanesische Pfund, erfährt eine starke Abwertung des Wechselkurses zum US-Dollar. Im Herbst letzten Jahres verlieh die Bevölkerung in Demonstrationen und Unruhen ihrer Wut über unfähige Politik, Korruption und unhaltbare wirtschaftliche Zustände Ausdruck. In Beirut befindet sich auch Step Together, eine heilpädagogische Schule und eine sozialtherapeutische Einrichtung. Seit fast zwei Jahren gibt es keine staatlichen Subventionen mehr für die Einrichtung, sodass diese inzwischen vollständig auf Spenden angewiesen ist (wie in vergangenen Newsletter berichtet). Die Einrichtung liegt in einem vom Hafen entfernten Teil der Stadt, und doch wird auch sie von dieser Katastrophe erschüttert, wie die Leiterin Dr. Reem Mouawad uns in einer Mail am Tag nach der Explosion berichtet:

Die Explosion hat uns das Herz gebrochen – inmitten von COVID 19, Korruption, Wirtschaftskrise, wie viel werden wir noch ertragen? was ist das Schicksal dieses Landes? Diejenigen von uns, die nicht an der Explosion gestorben sind, wären fast von innen gestorben.

Jeder von uns hat eine Geschichte von diesem Moment, ich war in Beirut, Achrafieh, meine Schwester und ich wollten uns gerade auf den Weg machen um unseren Onkel zu besuchen. Als sich die Explosion ereignete, waren wir gerade auf der Treppe. Wir hörten zunächst eine Explosion, auf die eine größere folgte. Alle Fenster und Türen zerbrachen, Staub drang in das Haus ein. Wir sahen uns um: Alles war zerstört. Gott sei Dank wurden wir nicht verletzt, aber die meisten unserer Freunde und Angehörigen sind immer noch in Krankenhäusern, leider starben auch einige und viele sind immer noch vermisst.

Nach einer langen Nacht ohne Schlaf wachte ich am nächsten Morgen auf und fing an, mit Hilfe der Sozialarbeiterin all unsere 180 Eltern und 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzurufen. Wir weinten zusammen, sie erzählten mir ihre Geschichten und ich erzählte ihnen meine, wir beteten für Gerechtigkeit und für eine Veränderung, wir beteten für all jene, die ihr Leben verloren.

Wir werden stark bleiben, um uns gegenseitig zu helfen. Wir haben wir fast 80 Familien, die Medikamente, Nahrung, Unterstützung und Unterkunft brauchen. Dazu noch 13 unserer Schülerinnen und Schüler, die auf dem Campus von Step Together leben – ihre Eltern leben im Ausland oder weit weg und konnten die Kinder aufgrund Corona-Krise nicht besuchen.

Wir hoffen, dass wir unsere Mission bei Step Together fortsetzen und Schülerinnen und Schüler, Eltern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unseren Freunden aus der ganzen Welt unterstützen können. Wir werden stark bleiben und unseren Mut wieder aufbauen.

Hier können Sie für Step Together spenden

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