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Kolumbien: CES Waldorf

 

Kolumbien: Musikprojekt für die Kinder und Jugendlichen in Bogotás Favelas

In der Waldorfpädagogik spielt Musik eine ganz wichtige Rolle. Musik machen hat eine therapeutische Wirkung auf emotionale und physische Aspekte der Persönlichkeit und ist eine kreative Möglichkeit, stark traumatisierte Kinder und Jugendliche in ihrer Heilung der erlebten Traumata zu unterstützen. Beim Musizieren erleben die Kinder eine reiche, bunte und emotional positive neue Erfahrung. Sie lernen Teil eines Ganzen zu sein, wenn sie in einem Orchester spielen oder in einem Chor mitsingen. Sie lernen die eigene Stimme zu hören und so auch die Stimme des Anderen zu achten. Ihre Kreativität und ihr Selbstbewusstsein werden gefördert. Und natürlich macht das musizieren mit Anderen auch Spaß und bringt Freude.

Deshalb haben der Musikworkshop, das Orchester und der Chor eine besonders wichtige Bedeutung in der Arbeit mit den Kindern, die die CES Waldorf besuchen. Im Musikworkshop lernen die Kinder den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, den sie täglich in ihrer unmittelbaren Umgebung erleben. Dadurch können sie Gefühle der Aggression, Verlassenheit und des Konflikts durch gesunde, positive Erfahrungen ersetzten.

Um das Musikprojekt weiterhin fortzusetzen benötigt die CES Waldorf finanzielle Unterstützung. Die Personalkosten für den Musikpädagogen und den Chorleiter betragen jährlich etwa 7.250 Euro. Die Chorkinder und die Kinder des Orchesters benötigen neue Uniformen (2.100 Euro) und die Instrumente müssen regelmäßig gewartet werden, was jährlich circa 250 Euro kostet. Um den Kindern und Jugendlichen Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, gibt es verschiedene Aufführungen im Jahr, zu denen die Kinder fahren. Dafür fallen jedes Jahr Ausflugskosten von etwa 800 Euro an. Insgesamt kostet das Musikprojekt der CES Waldorf jährlich etwa 10.400 Euro.  

 

Zum Projekt:

CES Waldorf (Corporación Educativa y Social Waldorf) ist eine gemeinnützige Organisation in Ciudad Bolívar, einem Stadtteil in den südwestlich gelegenen Bergen von Bogotá und einem der größten „Elendsgürtel“ Kolumbiens. Hier gibt es keine Kultur- und Freizeiträume für die Kinder und ihre Familien und so verschlimmern sich Belastungen und Bedürfnisse. Das führt häufig zu großen Angstzuständen, Stress und Depressionen.

Von der Waldorfpädagogik inspiriert, führt CES Waldorf ein besonderes Erziehungs- und Sozialprojekt durch. Durch Kunst und Kultur und auch mit medizinischer und psychologischer Betreuung wird den Kindern, Jugendlichen und deren Eltern die Möglichkeit gegeben, mit ihrer von extremer Armut, Drogen und Gewalt geprägten Lebenssituation umzugehen und ein würdevolleres und besseres Leben anzustreben.

Fünf Kindergärtnerinnen, drei Sozialarbeiter, ein Psychologe und eine Psychologin, ein Arzt und sieben ausgebildete Waldorfpädagog*innen, sowie elf Mitarbeitende im Verwaltung – und Kommunikationsbereich kümmern sich um die rund 70 Kindergartenkinder, 150 Jugendlichen, sowie deren Familien.

In Kolumbien herrschte über mehr als fünf Jahrzehnten ein bewaffneter Konflikt zwischen illegal bewaffneten Milizen (Guerillas und Paramilitärs) und den staatlichen Sicherheitskräften der bis heute die Landflucht und Vertreibung von insgesamt mehr als vier Millionen Menschen bewirkte. Getrieben von Angst und Armut kommen täglich neue Menschen nach Bogotá, wo sie in den Slums von Ciudad Bolívar Zuflucht suchen. Dort versuchen sie sich inmitten einer Atmosphäre von Gewalt, Verwahrlosung, Schutzlosigkeit und sozialer Ausgrenzung ein neues Leben aufzubauen. Die Präsenz von kriminellen Banden, der Einfluss des illegalen Drogenhandels, sowie fehlende Arbeitsmöglichkeiten und mangelhafte Schulbildung verschärfen die Lage der Bevölkerung in den Bergen von Bogotá.

Inmitten dieser schwierigen sozioökonomischen Bedingungen und der prekären Sicherheitslage, stellt das „Haus der Farben“, wie CES Waldorf auch genannt wird, einen Ort der Heilung und Zuflucht dar. Mithilfe der Waldorfpädagogik finden hier teils stark traumatisierte Menschen den Glauben an sich selbst wieder.

 

Aktuelle Herausforderungen  

Die Pandemie hat eine große Anzahl von Jugendlichen auf die Straße getrieben, wo sie versuchen sich irgendwie durchzuschlagen und Geld zu verdienen. Oft suchen sie in Straßenecke, im Park oder bei Freund*innen Unterschlupf. Diese Jugendlichen haben ein hohes Bedürfnis nach Geborgenheit, Liebe, Familie, Sicherheit und Schutz. Ganz oft werden sie von kriminellen Banden ausgenutzt, die sie dazu bringen, Drogen zu konsumieren. Auf der Suche nach Drogen, Macht und Anerkennung verkaufen sie dann am Enden selbst Drogen. Inzwischen sind sechs organisierte Banden im Stadtteil bekannt, die vorwiegend aus Jugendlichen zwischen 12 und 20 Jahren bestehen und das schwer zugängliche Stadtviertel kontrollieren.  

Die Folgen der Pandemie sind im ganzen Land spürbar. Aber aufgrund der sozioökonomischen Besonderheiten in Bogotás Stadtteil Sierra Morena und fehlenden funktionierenden staatlichen Maßnahmen, verschärft das Fehlen von Kultur- und Freizeiträumen für Kinder, Jugendliche und Familien die Belastung, die sie erleiden. Ihnen fehlen Ziele und oft finden sie keinen Sinn im Leben. Das führt zu großen Angstzuständen, Stress und Depressionen.

Die weitere Finanzierung des Projekts ist die derzeit wohl größte Sorge des Projekts. Obwohl CES Waldorf von öffentlichen und privaten Spendern aus Europa und Kolumbien finanziell unterstützt wird, ist die Beschaffung von Geldern zur Deckung der laufenden Unterhalts- und Instandhaltungskosten eine tägliche Herausforderung.

 

 

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