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Georgien: TEMI

 

Erweiterung der Backstube um eigenes Mehl zu mahlen

Die TEMI-Gemeinschaft baut ihr eigenes Korn biologisch an und backt daraus das Brot für die 65 Menschen, die in der Gemeinschaft leben. Brot ist eines der beliebtesten Nahrungsmittel in der georgischen Küche – zu allen Mahlzeiten wird viel Brot gegessen. Deshalb ist es der gemeinnützigen Organisation wichtig, dass die Kinder und Betreuten Brot aus gesundem Mehl essen. Alle zwei bis drei Tage verbacken sie etwa 25kg Mehl zu Brot. In den vergangenen Jahren sind die meisten öffentlichen Mühlen in der Umgebung geschlossen worden. Es gibt nur noch wenige große Muehlen, die über 50km entfernt von Gremi liegen, wo die Gemeinschaft nicht mehr einige hundert Kilo Korn reinigen und mahlen lassen kann. Deshalb hat sich TEMI entschieden, einen eigenen Kornreiniger und eine eigene Mühle anzuschaffen.

Nun soll direkt an die Backstube ein kleiner zweiter Raum (3x6=18qm) angebaut werden für den Kornreiniger und die Mühle, wo das Korn säckeweise gereinigt, gemahlen und trocken aufbewahrt werden kann. Es wird ein einfacher Raum mit 2 Türen (einer Verbindungstür zur Backstube, ein Eingangstor) und 2 Fenstern. Der Boden und der untere Wandbereich sollen circa zwei Meter hoch verfliest werden, die weitere Wundfläche soll verputzt werden. Die TEMI-Gemeinschaft wird den Raum selber bauen, fürs Verputzen des Innenraums kommt ein Fachmann von außen. Das ganze Vorhaben mitsamt dem Material und der Arbeitszeit fürs Verputzen kostet, nach momentaner Berechnung, circa 3.000 Euro.

„Wir freuen uns auch über einen Teilbetrag an diesem Projekt, falls nicht die gesamten Spenden durch den WOW-Day zusammenkommen.
Vielen Dank für Euer Engagement und Eure Unterstützung!“

 

Zum Projekt:

TEMI ist eine soziale Lebensgemeinschaft im nordost-georgischen Dorf Gremi. Heute leben in der Gemeinschaft circa 65 Menschen im Alter zwischen sechs und 75 Jahren. Viele der Betreuten sind Waisen, einige mit Behinderungen, andere wegen sozialer oder seelischer Probleme schutzbedürftig. Sie bilden zusammen mit einigen Betreuerinnen und Betreuern eine große Familie und sorgen füreinander. Sie werden in Haushalts-, Garten-, Bau- und landwirtschaftlichen Arbeiten angeleitet, soweit dies möglich ist. Auch handwerkliche und musische Bereiche wie Theater, Gesang, Klavier- und Pandurispiel, Vorlesen, Malen, Handarbeit, Töpferei und weitere werden gepflegt. Außerdem gibt es verschiedene sportliche Aktivitäten, Sprachunterricht in Englisch und Deutsch sowie Computerunterricht, an dem auch Interessierte aus dem Dorf teilnehmen können.

Die Gemeinschaft betreibt auch einen ökologischen Weinanbau und stellt Wein nach traditioneller Methode her. Außerdem betreiben sie auch eine mit modernen Maschinen ausgestattete Tischlerei. TEMI baut eine alte Weizensorte an, das Korn wird gereinigt, zu Mehl vermahlen und in der eigenen Bäckerei wird daraus Brot für die Gemeinschaft gebacken. Des Weiteren wird Obst und Gemüse biologisch angebaut. Im November 2015 wurde zusätzlich ein eigenes Restaurant mit Fahrradverleih eröffnet.

Das Ziel der Organisation ist die Verwirklichung neuer sozialer Impulse durch die Bildung einer Gemeinschaft, in der Menschen mit geistigen Behinderungen, Jugendliche aus dem Waisenhaus, die nach ihrer Schulpflicht keine soziale Unterstützung mehr haben und hilfebedürftige Menschen aus zerrütteten Familienverhältnissen gemeinsam mit Betreuern und Betreuerinnen füreinander sorgen, miteinander leben und arbeiten. Gerade in Georgien, wo das ganze soziale Netz durch Familienclans organisiert ist, ist das ein ganz neuer Ansatz.

1992 wurde das vom Verein erworbene Stein-Haus in durch viel Arbeit in Eigenleistung bewohnbar gemacht und der Betrieb mit einer Gruppe Jugendlicher mit Behinderung aus dem Waisenhaus aufgenommen. Während des Bürgerkrieges in Georgien (Frühjahr 1993 – Frühjahr 1995) mussten allerdings alle das Haus verlassen und die fünf Waisenkinder wurden vorübergehend privat untergebracht. Es gab Überfälle und alles, was nicht niet- und nagelfest war, wurde gestohlen oder zerstört. Im Frühling 1995 konnte das Haus wieder notdürftig bewohnt werden und wird seither schrittweise von Betreuten, Betreuer*innen und Freiwilligen instandgesetzt und weiter ausgebaut.

Seit 2000 ist TEMI als private gemeinnützige Organisation anerkannt. Unter der Leitung von Nika Kvashali leben und arbeiten einige weitere Persönlichkeiten, und Angestellte, die alle aus Georgien kommen, mit sehr bescheidenen Gehältern in der Gemeinschaft mit. Sie organisieren alle lebensnotwendigen Dinge wie Geld, Lebensmittel, Um- und Ausbauten, sorgen für Hilfskräfte, arbeiten in der Schule, im Garten, in der Küche, in der Betreuung und in der Buchhaltung. Die regelmäßige Unterstützung von Susanna Reinhart, einer Schweizerin mit Waldorflehrer- und Theaterausbildung, die neben ihren Transporten nach Georgien und ihrer kontinuierlichen Aufbauhilfe in der Gemeinschaft für TEMI rege Spenden organisiert, hilft, den Verein am Leben zu erhalten.

Aktuelle Herausforderungen:

Das enorme Ausmaß der Landflucht in Georgien - 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung leben in der Hauptstadt Tiflis - erschwert die Arbeit von TEMI, weil es in den ländlichen Gebieten kaum eine Infrastruktur für sozial benachteiligte und behinderte Menschen gibt. Doch aller Hindernisse zum Trotz nimmt sich TEMI dieser Menschen an, die, wenn sie keine Familie haben, auf der Straße leben müssen. Wenn immer möglich, werden alle Hilfesuchenden aufgenommen und die Gemeinschaft wächst stetig.

Seit 2005 nahm TEMI mehrere schwer behinderte und autistische Jugendliche aus öffentlichen Schulheimen auf. Dadurch erhält TEMI seit einigen Jahren für diese 24 Menschen eine staatliche Unterstützung, zurzeit 15 Lari, das sind circa sechs Euro pro Tag und Person. Mit Hilfe von Spenden und dem spärlichen Erlös aus dem Verkauf eigener Produkte kann TEMI auch für viele andere Hilfebedürftige einen Lebensraum schaffen.

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Häufiggestellte Fragen über den Freiwilligendienst