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Äthiopien: Finks Hawzien

Aktuelle Situation:

Der WOW-Day und das Engagement der Schülerinnen und Schüler hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Einrichtung den Bürgerkrieg bestmöglich überstanden hat.

Nachdem der Friedensvertrag im Frühjahr 2023 unterzeichnet wurde, normalisiert sich das Leben wieder langsam in Tigray. Die Banken haben geöffnet, das Internet und Telefone funktionieren wieder. Der Kindergarten und die Schule sind wieder geöffnet. Jetzt werden die ausgefallenen Schuljahre, in der normalerweise üblichen 4-monatigen Sommerpause, nachgeholt. Bislang betreuen im Kindergarten drei Kindergärtnerinnen und drei Helferinnen über 120 Kinder. Die Schule ist bis jetzt bis zur achten Klassenstufe ausgebaut. Acht Lehrer*Innen betreuen dann im Herbst über 320 Kinder von der ersten bis zur achten Klasse.

Mit dem WOW-Day tragt ihr zur weiteren Entwicklung dieser wunderbaren Initiative bei.

 

Vision und Mission

Eine bessere Zukunft für alle Menschen in Hawzien. Wir befördern mittels Bildung, die dem Land und seiner Geschichte verbunden ist, das unternehmerische Denken, die Selbstständigkeit, die Gesundheit und damit die Lebensqualität der Menschen in Hawzien.

Arbeitsgrundsätze

Bildung ist der Schlüssel, um die Zukunft eigenverantwortlich zu gestalten. Wir stellen Bücher, Materialien und eine durch ökologische Vielfalt geprägte Umgebung zur Verfügung. Unser Ziel ist es dabei immer, Tradition und Moderne miteinander zu verbinden.

 

Entwicklung

In den 70er Jahren verließ Dr. Atsbaha Gebre-Selassie seinen Geburtsort Hawzien und floh vor der kommunistischen Herrschaft nach Deutschland. Dort studierte er biologische Landwirtschaft, bevor er wieder nach Äthiopien zurückkehrte. Um den Kindern und auch den Erwachsenen seiner Heimat eine Zukunftsperspektive zu geben, fasste Dr. Atsbaha den Plan, ein Selbsthilfeprojekt zu gründen. So entstand 2002 der äthiopische Verein Finks Hawzien, Society for Integrated Development, mit über 30 lokalen Mitgliedern aus Hawzien, Wukro und Mekele. Der staatlich als NGO anerkannte Verein führt selbständig die Geschäfte und wird in Erziehungsfragen von erfahrenen Kindergärtner*innen und Lehrer*innen beraten. 

Der Verein, der auf Deutsch mit Phoenix Hawzien übersetzt wird, erhielt vom Bürgermeister in Hawzien 30.000m² Land für den Bau eines Kindergartens. Als 2005 die Baupläne genehmigt wurden, stand dem Bauprojekt nichts mehr im Wege. Der Kindergarten „Hiwotay Merebet“ („Ein behütetes Zuhause“) wurde im September 2006 eingeweiht und wird heute von 120 Kindern besucht.

2008 wurde die Gründung der Schule, die heute von 320 Kindern besucht wird, geplant und das Fundraising gestartet. Fünf Jahre später begann der Bau der ersten vier Klassenräume, einer Mehrzweckhalle, einem Lehrkräftezimmer und Sanitäranlagen – für bis zu acht Klassen ausgelegt. Die Eröffnung der „Bruh Tesfa“ Schule, was übersetzt „Bright Future“ bedeutet, fand im September 2014 mit einem großen Fest statt. In der freien „Bright Future“ Schule in Hawzien soll kreatives Denken gefördert und praktische Fähigkeiten vermittelt werden. Dabei ist es für den Verein essentiell, dass in den jüngeren Jahrgangsstufen neben dem klassischen Lehrstoff ein besonderer Fokus auf Spiel, Kunst und praktisches Arbeiten gelegt wird. Die Schule hat sich zum Ziel gesetzt, selbstständiges Handeln zu fördern und neue Impulse für das bestehende Schulsystem zu geben.

Seit Oktober 2017 wird eine volle Stelle für den Handwerksunterricht von der Ustinov-Stiftung finanziert. Es konnten eine vollbezahlte Kunstlehrerin und eine Helferin eingestellt werden. Zusätzlich unterrichten mehrere lokale Künstler einmal die Woche ihr Handwerk. Es gibt eine Töpferin, die den Kindern beibringt mit Ton zu arbeiten. Ein Musiker unterrichtet das Musizieren auf traditionell äthiopischen Instrumenten, Tanz und Gesang. Der Umgang mit Holz wird den Kindern von einem lokalen Zimmermann beigebracht und eine Korbflechterin zeigt die Herstellung der traditionellen Körbe.

2019 wurden vier weitere Klassenräume sowie ein Chemie-/Physik- und ein Medienraum gebaut. So stand dem Plan die Schule bis zur 8. Klasse aufzubauen, um dann insgesamt 320 Kinder zu unterrichten, nichts mehr im Wege. 2020 begann leider eine schwere Zeit. Es fing mit Corona und der damit verbundenen Schließung von Kindergärten und Schulen an. Eine Heuschreckenplage verminderte zusätzlich die Ernte. Doch damit nicht genug. Im Herbst 2020 begann ein Bürgerkrieg in Äthiopien insbesondere in der Provinz Tigray, in deren Mitte Hawzien liegt. Leider wurde, zu unserer großen Bestürzung, ein Wachmann, der lange Jahre für Finks Hawzien gearbeitet hat, gleich zu Beginn des Konfliktes getötet. Wie durch ein Wunder sind die meisten Gebäude bis auf einige Schäden erhalten geblieben und auch die Kühe haben überlebt.

Wir hoffen, dass der Frieden hält, das Schreckliche verarbeitet werden kann und wir Alles wieder aufbauen können.

Mehr Informationen:

Der Verein Finks Society for Integrated Development Hawzien hat eine sehenswerte Webseite: www.finkshawzien.com

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