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WOW-Day an der Freien Waldorfschule Filstal-Göppingen

Kann es eigentlich ein schlechteres Wetter für einen Sponsorenlauf geben als nur knapp über 0°C und dazu Dauerregen und das alles am 17. Oktober 2010, wo es doch auch einen so genannten „Goldenen Oktober“ gibt? Nun ja, letztendlich hat uns das Wetter fast gar nicht gestört. Kurzerhand haben wir alles ins Schulhaus verlegt, sind am Haupteingang gestartet, haben die Schule einmal umrundet, sind ein Stück durchs Schulhaus gelaufen, weil man unser Schulhaus gar nicht ganz umrunden kann und so hatten wir dann auch eine Runde von annähernd 333 m.

Die Kleinen sind eine halbe Stunde lang gelaufen, jeder so viel wie er konnte. Von den Eltern und Lehrern angefeuert, haben sie ihr Letztes gegeben. Strahlende, hochrote Kindergesichter ließen sich dann ihre Urkunde ausstellen. Fleißig hatten sie schon im Voraus nach Sponsoren gesucht und so mancher hatte Zusagen von über 50 € pro gelaufener Runde. Es soll sogar Eltern gegeben haben, die ihre Kleinen ein wenig gebremst haben, damit die Sponsoren nicht allzu tief in die Tasche greifen müssen... Nicht weniger engagiert war der zweite Lauf von einer Stunde Dauer für die Schüler ab der 5. Klasse. Und im dritten Lauf starteten dann einige Schüler der Oberstufe, Eltern und Lehrer. Und wurden genauso begeistert angefeuert, so z.B. von einer Kollegin, die eine Stunde lang unter dem Regenschirm verharrte...

Was zusätzlich für eine Bombenstimmung sorgte, waren die verschiedenen Einlagen wie „Afrikanisches Trommeln“ von Enyo Kelé (einer Truppe, die teilweise aus Sierra Leone stammt) und den Schülern der 7. Klasse, Musikstücke der Bigband der Schule und zwei weiteren Bands: „Two lifes“ und „Jumpin‘ Point“. Nicht zuletzt aber war ein eigens engagierter Moderator (Philipp Heitmann) ein echter Glücksgriff. Rund um den Sponsorenlauf gab es einen Mitmachzirkus, ein Bastelangebot (Rasseln aus Klopapierrollen), eine Spielecke (Spiele aus fremden Ländern), eine Tombola und Torwandschießen (was aber leider wirklich sehr unter dem Dauerregen gelitten hat). Für das leibliche Wohl war durch heiße Würstchen, ein Café und ein Buffet (z.T. mit fremdländischen Speisen) gesorgt.

Insgesamt war es ein sehr gelungenes Fest – mal etwas anderes als Martinsmarkt und Sommerfest, auch wenn mancher ob der Festesfülle leise stöhnte. Und es war ein sehr erfolgreiches Fest: Die Spendensumme beläuft sich mittlerweile auf 20.000 €. Damit kann man doch einiges erreichen. Und wir hoffen, dass die Projekte in Sierra Leone und Sao Paulo, die wir uns im Voraus ausgesucht hatten, uns hören lassen, wofür sie das Geld verwenden.

Das war unser erster (aber sicher nicht letzter) Sponsorenlauf und er war nicht nur wegen der erreichten Summe und der tollen Stimmung ein so großer Erfolg. Mindestens genauso wichtig war die Erfahrung, dass hier ganz viele Menschen, zum Teil auch sehr spontan am Aktionstag selbst, mitgeholfen haben: die Schüler, Eltern, Lehrer und die vielen Sponsoren. Allen an dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank!

Wie organisiert man einen Sponsorenlauf? – oder: Think big!

Das war eine der ersten Aussagen, die mir Schwung gaben, das alles in Angriff zu nehmen. Sie stammt von Rafael Treite, einem ehemaligen Schüler der Göppinger Waldorfschule und Gründer der Organisation „Running for Kids“ in Esslingen. Und er hatte so recht. Zu einem Sponsorenlauf gehört ein anständiges Rahmenprogramm (siehe Bericht), gehören ein Schirmherr (der leider nicht anwesend sein konnte) und eigentlich Lokalprominenz (was wir das nächste Mal in Angriff nehmen wollen) und Presse (die eingeladen war, aber nicht kam). Und nicht zu unterschätzen ist, was ein professioneller Moderator an Stimmung reinbringen kann (diesen Part wollte Rafael eigentlich übernehmen, hat uns dann aber einen ebenbürtigen Vertreter geschickt). Für einen Sponsorenlauf braucht man einige Zeit als Vorlauf, weswegen wir unseren nicht am WOW-Day selbst starteten, sondern an einem Samstag Mitte Oktober. Und es braucht viele Menschen, die sich engagieren: Oberstufenschüler, die z.B. die Tombola incl. Erbitten von Preisen in Läden, das Würstchengrillen, das Buffet, das Torwandschießen und weitere Dienste übernehmen. Es hatte sich ein ganzes Vorbereitungsteam aus verschiedenen Klassen gebildet. Aber ansonsten haben wir ein bisschen „getrickst“: der Samstag war einer der geplanten Aktionssamstage (wir haben erst seit diesem Schuljahr den eigentlich schulfreien Samstag) und so „musste“ jeder Oberstufenschüler in irgendeiner Form beitragen (kontrollierbar war das allerdings nicht, was manche derjenigen frustrierte, die sich nicht gedrückt haben). Es gab dann auch noch diejenigen, die gerne die einmalige Gelegenheit nutzten, an unserer Schule „groß rauszukommen“, wie z.B. die Bands, die viel Bewunderung ernteten. Mit 3 Erwachsenen und Sven (Schüler der 10. Klasse) waren wir ein recht kleines „Kernteam“, hatten aber das Glück, über Rafael auf viele Unterlagen eines Sponsorenlaufes in Denkendorf zurückgreifen zu können, mussten also das Rad nicht ganz neu erfinden. Wer sich an ein solches Unternehmen für seine Schule wagen will, kann von uns genauso Material erhalten. Trotzdem war alles neu und am Tage selbst äußerst spannend und funktionierte nur dank spontaner Mithilfe und Flexibilität von vielen Eltern und Schülern. Mit dem Versprechen, Spendenbescheinigungen auszustellen (wir wickeln die Aktion über „Running for Kids“-einem gemeinnützigen Verein ab), haben wir für noch genügend Arbeit auch lange nach dem Sponsorenlauf gesorgt. 

Sabine Thoma, Lehrerin

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