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WOW-Day Märchen des Monats - April 2020

Der Osterhase

Russisches Märchen

wieder erzählt von Frau Christa Glass, freie Übersetzung Ute Weitbrecht

Es war einmal ein Osterhasenvater und eine Osterhasenmutter, die sieben Kinder hatten. Als Ostern näher kam, entschlossen sie zu testen, welches der Osterhasenkinder der wirkliche Osterhase war. Die Mutter nahm einen Korb mit sieben Eiern und bat jedes Kind, eines der Eier zu verstecken. Der Älteste nahm das goldene Ei und sprang eilends fort und lief durch Berge und Felder und als er zum Schultor kam, hüpfte er so hoch und in solch einer Eile, dass er unglücklich hinfiel und sein Ei zerbrach. Dieser war nicht der wirkliche Osterhase.

Der Zweite suchte sich das silberne Ei aus und ging. Als er so durch die Felder hoppelte begegnete ihm der Fuchs. Der wollte das Ei essen und bat den Osterhasen, ihm dieses zu geben. Aber der Osterhase wollte es nicht aus der Hand geben. Der Fuchs versprach ihm sogleich eine Goldmünze und erreichte damit, dass der Hase ihm bis zu seinem Fuchsbau folgte. Als sie dort ankamen, versteckte der Fuchs das Ei und voller Wut schaute er den Hasen an, fletschte die Zähne so, als ob er den Hasen fressen wollte. Der erschrockene Hase rannte so schnell wie er konnte weg. Dieser war auch nicht der wirkliche Osterhase.

Der Dritte suchte ein rotes Ei aus und machte sich auf den Weg. Als er durch das Feld hüpfte traf er einen anderen Hasen und dachte: “Ich habe noch viel Zeit. Ich werde ein wenig mit ihm herumbalgen.” Die beiden Hasen balgten und rollten so toll, dass sie das Ei dabei zerdrückten. Dieser war auch nicht der richtige Osterhase.

Der Vierte nahm das grüne Osterei und ging fort. Als er durch den Wald ging, hörte er das Rufen einer Elster, die auf einem Ast sass und schrie: “Vorsicht! Da kommt der Fuchs!”. Der Hase erschrak und schaute sich um, um ein Versteck für sein Ei zu suchen. “Gib mir das Ei und ich werde es in meinem Nest verstecken”, sagte die Elster. Der Hase gab ihr das Ei und als er merkte, dass kein Fuchs kam, wollte er das Ei zurück. Da antwortete die Elster schadenfroh: ”Das Ei ist sehr gut aufgehoben in meinem Nest. Komm und hol es dir, wenn du möchtest.” Dieser war auch nicht der richtige Osterhase.

Der Nächste nahm das graue Ei. Als er so des Weges ging, kam er an einen Bach. Als er über die Brücke ging, konnte er sein Spiegelbild im Wasser sehen. Er war von seinem eigenen Anblick so beeindruckt, dass er keine Acht gab und das Ei an einem Stein zerbrach. Dieser war auch nicht der richtige Osterhase.

Der andere Osterhase suchte ein Ei aus Schokolade aus und machte sich auf den Weg. Er traf ein Eichhörnchen, welches ihn bat, an dem Ei schlecken zu dürfen. “Aber dieses Ei ist für die Kinder”, sagte der Hase. Das Eichhörnchen bestand so darauf, dass der Hase es einmal am Ei schlecken liess. Dem Eichhörnchen schmeckte es so gut, dass der Hase entschloss, auch ein Mal daran zu schlecken. So schleckte der Eine und dann der Andere bis das Ei aufgegessen war. Das war auch nicht der richtige Osterhase.

Nun kam der Jüngste an die Reihe. Dieser suchte sich das blaue Ei aus. Als er so durch die Felder hoppelte, traf er den Fuchs, aber der Hase liess sich nicht auf ein Gespräch mit ihm ein und ging seines Weges. Später traf er den Hasen, der mit ihm herumbalgen wollte, aber er hielt nicht an. Und als er zum Wald kam hörte er das Schreien der Elster: ”Vorsicht! Der Fuchs kommt!” Der Hase liess sich nicht täuschen und ging weiter. Da kam er an den Bach, wo er vorsichtig die Brücke überquerte, ohne im Wasser sein Spiegelbild zu betrachten. Er traf auch das Eichhörnchen, jedoch erlaubte er ihm nicht, an seinem Ei zu schlecken, denn dieses war für die Kinder. Und so gelang er bis zum Schultor. Er machte einen Sprung, nicht zu hoch und nicht zu weit und kam auf der anderen Seite an, ohne das Ei zu beschädigen. Dann suchte er ein geeignetes Versteck im Garten der Schule, wo er dann vorsichtig das Ei versteckte. Ja, das war der wirkliche Osterhase.

Die Geschichte stammt aus der Initiative ACOMI, São Paulo, Brasilien. Die ACOMI ist aus einer Initiative von Eltern, Lehrenden und Freunden des Colégio Waldorf Micael de São Paulo entstanden, die in den 80er Jahren mit ehrenamtlicher Arbeit in der unmittelbaren Nachbarschaft der brasilianischen Schule begannen. Ihr Engagement entstand, weil man den Kindern im Stadtviertel Boa Vista, wo es kaum Grünflächen und Spielplätze gibt, mehr Perspektiven und Freizeitaktivitäten verschaffen wollte. Bei ACOMI können die Kinder täglich an außerschulischen Aktivitäten auf waldorfpädagogischer Grundlage teilnehmen.  >> zur Initiative ACOMI

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