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Klassenpaten stellen sich vor

Eine Verbindung nach Südafrika

Kathrin Albrecht

Mit dem Start meines Unternehmens, bei dem Nachhaltigkeit und eine ganzheitliche Betrachtungsweise unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten wichtig ist, war es mir wichtig weniger privilegierten Kindern eine vielleicht etwas andere Zukunftsperspektive dank Bildung an einer Waldorfschule zu ermöglichen. Warum ich ein Förderprojekt der Freunde der Erziehungskunst für perfekt geeignet hielt, ist ebenso leicht beantwortet. Ich habe nach einer Organisation gesucht, bei der die Spendensumme auf Wunsch zu 100% dem Projekt zu Gute kommt, die mir eine Spendenbescheinigung ausstellen kann und ein Schulprojekt in Kapstadt fördert. Fabian Michel von den Freunden der Erziehungskunst e.V. in Berlin hat mich wunderbar beraten und mir diverse Kommunikationsbrücken zur Zenzeleni School gebaut. Meine Begeisterung für das Thema einer Bildungspatenschaft hat auch die Lehrerin und Elternschaft der 3. Klasse unserer Tochter angesteckt, so dass die 3b der Waldorfschule Hannover-Maschsee eine Patenschaft mit der 3. Klasse der Zenzeleni School eingegangen ist. Die Klassenlehrerin unserer 3. Klasse sieht in der Klassenpatenschaft eine große Chance für den Unterricht. Sie wird in unterschiedlichen Epochen immer mal wieder den gedanklichen Sprung an das andere Ende der Welt machen und genauer hinschauen, wie sich beispielsweise die Jahreszeiten dort gegenläufig zu Deutschland verhalten. Durch die persönliche Beziehung der beiden Klassen ist das Interesse für das Leben der anderen gleich ein viel größeres – und der Effekt auf das Lernen wird sich vermutlich ähnlich positiv verhalten.

Eine ganz besondere Klassenpatenschaft

Warten auf die Schneckenpost

Ich erhielt einen Anruf von einem Klassenvater der Waldorfschule Sorsum. Seine Begeisterung und seine vielen Ideen, wie sich eine Klassenpatenschaft zwischen der Klasse seines Kindes und einer Waldorfschule in Südafrika entwickeln könnte, waren und sind überwältigend. Ich wurde von seinem Enthusiasmus regelrecht angesteckt, und gemeinsam erarbeiten wir Ideen, wie ein lebendiger Austausch entstehen könnte. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten in der Umsetzung entwickelte sich der Kontakt wunderbar. Mit großem Interesse verfolge ich die Kommunikation der beiden Klassen, und wie die Lehrerin der Waldorfschule Sorsum das Thema der Klassenpatenschaft in den Unterricht integriert. Bewundernswert finde ich auch, dass die Elternschaft sich mit diesem Projekt ebenfalls sehr identifiziert, indem sie gemeinsam mit den Kindern immer wieder zusätzliche Aktionen zur finanziellen Unterstützung der Stellenbosch Waldorfschule umsetzten. Auf diesem Wege möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei den Kindern, den Eltern und der Lehrerin der Waldorfschule Sorsum bedanken, und freue mich auf weitere Schulklassen, Firmen und Personen, die sich für die Idee einer Klassenpatenschaft begeistern können. Für das Patenschaftsteam der Elternschaft berichtet uns Gabi Fiedler vom „Warten auf die Schneckenpost“ und anderen Besonderheiten dieser Klassenpatenschaft.

Fabian Michel

 

Eine Nachricht vom Eltern-Patenschafts-Team

"Es war an einem Tag noch deutlich vor Nikolaus, als die Klassenlehrerin Katja Neubert mit einem riesigen Briefumschlag in die damalige vierte Klasse kam. Heraus purzelten vor den 33 neugierigen und aufgeregten Schülerinnen und Schülern der vierten Klasse viele bunte Weihnachtssterne, filigrane Perlenfiguren sowie 25 Briefe. Absender: Südafrika. Dieser Brief ist der lang ersehnte Erstkontakt mit der dritten Klasse der Waldorfschule in Stellenbosch, in der Region um Kapstadt, und der Beginn einer hoffentlich lange währenden Klassenpatenschaft.

Die Initiative dieser Patenschaft kommt von einem Klassenvater, der dieses Projekt ideell und finanziell bis zur zwölften Klasse unterstützen will. Durch diesen interkulturellen Austausch möchte er bei den Schülerinnen und Schülern unter anderem einen Blick über den Tellerrand ermöglichen und weitere wichtige soziale Kompetenzen, wie zum Beispiel Weltoffenheit und Toleranz fördern. Ein Teilbetrag der zur Verfügung stehenden Summe wird jährlich über die Freunde der Erziehungskunst nach Südafrika überwiesen und dient der Unterstützung der Waldorfschule in Stellenbosch sowie der Patenklasse, zum Beispiel in Form von Integration sozial benachteiligter Kinder. Der andere Teilbetrag steht derzeit den Kindern der vierten Klasse in Sorsum zur Verfügung. Damit lassen sich beispielsweise verschiedene Projekte gemeinsam mit der Patenklasse finanzieren. Mit zunehmendem Alter sollen die Schülerinnen und Schüler eine eigene Verantwortung zur Verwendung der Mittel entwickeln. Anfangs wird das Projekt eng von den Lehrkräften und einem Elternteam begleitet.

Unterstützt und begleitet wird diese Initiative von den Freunden der Erziehungskunst in Berlin. Insbesondere bei der nicht ganz einfachen Suche einer Partnerschule und beim Erstkontakt war diese Hilfe sehr wertvoll.

Sowohl für die Kinder als auch für uns Erwachsene, Lehrkräfte wie Eltern, ist dieses Projekt bereits jetzt sehr lehrreich: Wir lernen, lange Wartezeiten auf die „Schneckenpost“ zu ertragen, die uns zugleich einen Eindruck von der großen Entfernung zwischen beiden Ländern vermittelt, wir lernen, mit Rückschlägen und Enttäuschungen umzugehen, wenn Päckchen nicht ankommen, weil sie die Flughafenkontrollen nicht passieren, wir lernen aber auch das Staunen und die unbändige Freude beider Klassen über kreative Briefe und exotische Geschenke.

Inzwischen ist der Austausch fortgeschritten: Aus Stellenbosch kam ein dicker Umschlag mit persönlichen Briefen an die Sorsumer Klasse. Jede Schülerin und jeder Schüler hatte sich einen oder zwei deutsche Kinder gesucht, um Brieffreundschaften zu initiieren. Außerdem schenkten sie uns ein dickes Kochbuch, in dem alle Kinder ihr afrikanisches Lieblingsrezept beschrieben haben. Wir freuen uns schon aufs Ausprobieren und Verkosten!

Auch die Sorsumer Schülerinnen und Schüler waren einfallsreich und haben Kraniche gefaltet, Seifen umfilzt und dank Frau Drefs, der neuen Klassenlehrerin der jetzigen fünften Klasse, englische Steckbriefe geschrieben. Richtig konkret wurde die Patenschaft, als eine Sorsumer Familie von ihrem Besuch der Waldorfschule Stellenbosch mit vielen Fotos und beeindruckenden Erzählungen zurückkam. Südafrikanische Mitbringsel, wie zum Beispiel die Fahne, Leckereien, wie Chai-Rooibos-Tee und Biltong (südafrikanisches Trockenfleisch), Guava und Cape Fig Jam sowie landestypische Musik bereicherten unseren ersten Südafrika-Stand im Rahmen des Tags der offenen Tür.

Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit der Patenklasse in ihrer kulturellen und ethnischen Vielfalt der Regenbogennation und werden die Schulgemeinschaft dabei auf dem Laufenden halten – to be continued …"

Gabi Fiedler im Namen des Eltern-Patenschafts-Teams

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Wir schauen nach vorne!

Bleibt optimistisch und macht mit.

Sicher fragen sich gerade viele von euch, wie ein Freiwilligendienst ab Herbst 2020 möglich sein wird. Wir bleiben zuversichtlich und arbeiten intensiv an Lösungen. Deshalb gilt: Bewerbt euch weiter und denkt positiv! Alle, die sich weltweit sozial engagieren wollen und optimistisch nach vorne schauen, werden gerade jetzt besonders gebraucht. Unsere Einsatzstellen freuen sich auf euch. Gemeinsam werden wir es schaffen, den Weg in euren Freiwilligendienst zu ermöglichen.

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