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Eine ganz besondere Klassenpatenschaft

Warten auf die Schneckenpost

Im Sommer 2017 erhielt ich einen Anruf von einem Klassenvater der Waldorfschule Sorsum. Seine Begeisterung und seine vielen Ideen, wie sich eine Klassenpatenschaft zwischen der Klasse seines Kindes und einer Waldorfschule in Südafrika entwickeln könnte, waren und sind überwältigend. Ich wurde von seinem Enthusiasmus regelrecht angesteckt, und gemeinsam erarbeiten wir Ideen, wie ein lebendiger Austausch entstehen könnte. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten in der Umsetzung entwickelte sich der Kontakt wunderbar. Mit großem Interesse verfolge ich die Kommunikation der beiden Klassen, und wie die Lehrerin der Waldorfschule Sorsum das Thema der Klassenpatenschaft in den Unterricht integriert. Bewundernswert finde ich auch, dass die Elternschaft sich mit diesem Projekt ebenfalls sehr identifiziert, indem sie gemeinsam mit den Kindern immer wieder zusätzliche Aktionen zur finanziellen Unterstützung der Stellenbosch Waldorfschule umsetzten. Auf diesem Wege möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei den Kindern, den Eltern und der Lehrerin der Waldorfschule Sorsum bedanken, und freue mich auf weitere Schulklassen, Firmen und Personen, die sich für die Idee einer Klassenpatenschaft begeistern können. Für das Patenschaftsteam der Elternschaft berichtet uns Gabi Fiedler vom „Warten auf die Schneckenpost“ und anderen Besonderheiten dieser Klassenpatenschaft.

Fabian Michel

 

Eine Nachricht vom Eltern-Patenschafts-Team

"Es war an einem Tag noch deutlich vor Nikolaus, als die Klassenlehrerin Katja Neubert mit einem riesigen Briefumschlag in die damalige vierte Klasse kam. Heraus purzelten vor den 33 neugierigen und aufgeregten Schülerinnen und Schülern der vierten Klasse viele bunte Weihnachtssterne, filigrane Perlenfiguren sowie 25 Briefe. Absender: Südafrika. Dieser Brief ist der lang ersehnte Erstkontakt mit der dritten Klasse der Waldorfschule in Stellenbosch, in der Region um Kapstadt, und der Beginn einer hoffentlich lange währenden Klassenpatenschaft.

Die Initiative dieser Patenschaft kommt von einem Klassenvater, der dieses Projekt ideell und finanziell bis zur zwölften Klasse unterstützen will. Durch diesen interkulturellen Austausch möchte er bei den Schülerinnen und Schülern unter anderem einen Blick über den Tellerrand ermöglichen und weitere wichtige soziale Kompetenzen, wie zum Beispiel Weltoffenheit und Toleranz fördern. Ein Teilbetrag der zur Verfügung stehenden Summe wird jährlich über die Freunde der Erziehungskunst nach Südafrika überwiesen und dient der Unterstützung der Waldorfschule in Stellenbosch sowie der Patenklasse, zum Beispiel in Form von Integration sozial benachteiligter Kinder. Der andere Teilbetrag steht derzeit den Kindern der vierten Klasse in Sorsum zur Verfügung. Damit lassen sich beispielsweise verschiedene Projekte gemeinsam mit der Patenklasse finanzieren. Mit zunehmendem Alter sollen die Schülerinnen und Schüler eine eigene Verantwortung zur Verwendung der Mittel entwickeln. Anfangs wird das Projekt eng von den Lehrkräften und einem Elternteam begleitet.

Unterstützt und begleitet wird diese Initiative von den Freunden der Erziehungskunst in Berlin. Insbesondere bei der nicht ganz einfachen Suche einer Partnerschule und beim Erstkontakt war diese Hilfe sehr wertvoll.

Sowohl für die Kinder als auch für uns Erwachsene, Lehrkräfte wie Eltern, ist dieses Projekt bereits jetzt sehr lehrreich: Wir lernen, lange Wartezeiten auf die „Schneckenpost“ zu ertragen, die uns zugleich einen Eindruck von der großen Entfernung zwischen beiden Ländern vermittelt, wir lernen, mit Rückschlägen und Enttäuschungen umzugehen, wenn Päckchen nicht ankommen, weil sie die Flughafenkontrollen nicht passieren, wir lernen aber auch das Staunen und die unbändige Freude beider Klassen über kreative Briefe und exotische Geschenke.

Inzwischen ist der Austausch fortgeschritten: Aus Stellenbosch kam ein dicker Umschlag mit persönlichen Briefen an die Sorsumer Klasse. Jede Schülerin und jeder Schüler hatte sich einen oder zwei deutsche Kinder gesucht, um Brieffreundschaften zu initiieren. Außerdem schenkten sie uns ein dickes Kochbuch, in dem alle Kinder ihr afrikanisches Lieblingsrezept beschrieben haben. Wir freuen uns schon aufs Ausprobieren und Verkosten!

Auch die Sorsumer Schülerinnen und Schüler waren einfallsreich und haben Kraniche gefaltet, Seifen umfilzt und dank Frau Drefs, der neuen Klassenlehrerin der jetzigen fünften Klasse, englische Steckbriefe geschrieben. Richtig konkret wurde die Patenschaft, als eine Sorsumer Familie von ihrem Besuch der Waldorfschule Stellenbosch mit vielen Fotos und beeindruckenden Erzählungen zurückkam. Südafrikanische Mitbringsel, wie zum Beispiel die Fahne, Leckereien, wie Chai-Rooibos-Tee und Biltong (südafrikanisches Trockenfleisch), Guava und Cape Fig Jam sowie landestypische Musik bereicherten unseren ersten Südafrika-Stand im Rahmen des Tags der offenen Tür.

Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit der Patenklasse in ihrer kulturellen und ethnischen Vielfalt der Regenbogennation und werden die Schulgemeinschaft dabei auf dem Laufenden halten – to be continued …"

Gabi Fiedler im Namen des Eltern-Patenschafts-Teams

Meine Motivation und Mein Erleben einer Bildungspatenschaft

Ich bin sehr dankbar zu erleben, dass Menschen ein wirkliches Interesse an der Waldorfpädagogik haben. Hierzu gibt mir die Bildungspatenschaft eine Möglichkeit, Schulen zu unterstützen, deren Ziel es ist, im Sinne der Waldorfpädagogik Kinder in ihrer individuellen Entwicklung zu fördern. Ich kann nur allen Menschen Mut machen, sich mit einer Bildungspatenschaft für eine Neuerung im eigenen Leben zu entschließen und den sich allmählichen, entwickelnden Kontakt zu einem bisher fremden Kind oder Schulklasse, einer unbekannten Schule und Lebenswelt aufzunehmen und in Beziehung zu treten. Die Schulen bemühen sich zweimal im Jahr aus ihrem Schulleben zu berichten und lassen mich teilhaben an der Entwicklung der Kinder und des Schullebens. Sie senden z.B. Fotos und gemalte Bilder und Zeichnungen der Patenkinder. Manchmal schicken sie auch selbst Gebasteltes und gelegentlich auch persönliche Grüße der Familie. Es wächst dadurch eine persönliche Beziehung, die mich mit großer Freude erfüllt.Frau Friedrich unterstützt Kinder in Ungarn, Moldawien und Peru.

Lieber Herr Michel,

auf Ihre Frage, weshalb mein Mann und ich uns ganz schnell und spontan entschlossen haben, zwei kleine Mädchen, Mutheu und Koki als Patenkinder anzunehmen, kann ich Ihnen folgendes sagen:

wir haben selbst eine große Familie - mit unseren Kindern, Schwiegerkindern, Enkeln, Schwiegerenkeln und Urenkeln sind wir 28 Personen - und wissen so aus eigenem Erleben, um die Bedürfnisse und Sorgen junger Menschen. Wir können auch, nach 35 Jahren Leben in Brasilien, gut ermessen, welche Folgen es hat, wenn diese nicht genügend helfende Beachtung finden.

In Kenia wurden wir mit dem fast unvorstellbaren Leid und Elend zweier kleiner Geschwistermädchen (Aids-Halbwaisen, Vater auf und davon!) konfrontiert, die ohne fremde Hilfe keine Zukunft gehabt hätten. Es war für uns selbstverständlich, noch ein wenig mehr von unserem "Überfluss" abzugeben und dadurch zu ermöglichen, dass diese Kinder in einer freundlichen Umgebung Geborgenheit finden, mit gesundem Essen versorgt werden, Zugang zu Erziehung und Schulbildung bekommen und das ihnen dadurch Chancen eröffnet werden, aus ihrer Misere herauszufinden.

Wir wissen, dass wir die Welt nicht grundsätzlich verändern können, sind aber davon überzeugt, dass sie ein wenig besser werden kann. Auch haben wir zu unserer Überraschung erfahren, dass der winzige Einsatz, den man bringt, vielfach verdoppelt zurückkommt. Die Freude der Kinder, ja ihre Dankbarkeit, sind tief berührend - ganz zu schweigen von dem Erfolg, den man in ihrer Entwicklung erleben darf.

Unsere kleine Mutheu z.B. kam als unterentwickeltes, schwer krankes und verängstigtes Kind an und hat sich innerhalb von weniger als zwei Jahren zu einem fröhlichen, aufgeweckten, fleißigen und intelligenten Mädchen entwickelt. Koki war von Anfang an eine entzückende kleine Schönheit, offen, aufgeweckt; in diesem Sinne hat sie sich weiter entwickelt.

Mögen viele Menschen ähnlich beglückende Erlebnisse haben mit zukünftigen Patenkindern.

Mit herzlichen Grüßen - Barbara Bartzsch

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