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Ungarn – ein Land der vielen Waldorfschulen

Ungarn: Die erste Waldorfschule in Budapest wurde schon 1926 gegründet, konnte sich aber nicht lange halten. Die fünf Waldorfschulen, die heute in Budapest zur Schullandschaft gehören, entstanden ab 1989. Zunächst konnte die Arbeit nur mit einer Sondergenehmigung begonnen werden, später erleichterte ein neues Schulgesetz das Fortbestehen der alternativen Schulen. Heute kämpfen die landesweit 26 (2010) Waldorfschulen mit den Sparmaßnahmen der Regierung sowie mit unzureichenden Gebäudebedingungen.

Vor einigen Jahren gab es eine Zeit, in der es in Budapest nur eine einzige Schule gab, die anders war als alle anderen: die Waldorfschule Pesthidegkut. Sie stieß auf großes Interesse, aber nicht, weil sie waldorfpädagogisch orientiert war, sondern weil sie die einzige Möglichkeit für Eltern darstellte, die mit dem übrigen Schulsystem nicht einverstanden waren, ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen. Heute sind die Listen mit den Anmeldungen noch immer überfüllt, allerdings ist der Rückhalt der Waldorfpädagogik seitens der Eltern deutlich gewachsen, und schon lange ist die Waldorfschule Pesthidegkut nicht mehr die einzige Alternative zum üblichen Schulsystem noch die einzige Waldorfschule in Budapest.

Ungarns Schulsystem kennt mittlerweile fünf verschiedene Schultypen: Grundschule, Oberschule, Berufsschule, Kunstschule und Sonderschule. Waldorfschulen gelten als Gesamtschulen, die sich aus zwei der Schultypen zusammensetzen, beispielsweise aus Grundschule und Gymnasium. Während die Waldorfschule aus den Schultypen abgeleitet werden kann, unterscheidet sich ihr Lehrplan grundlegend. Über Jahr hinweg bemühten sich Lehrer um dessen Anerkennung: Heute steht er gleichberechtigt neben dem Lehrplan der anderen Schulen.

Als zweite Waldorfschule in Budapest und im ganzen Land wurde die Schule in Kamaraerdö gegründet, die vor ihrem Umzug in Budaörs angesiedelt war. 1992 folgt die Waldorfschule Obuda, die sehr schnell wuchs und auch eine eigene Oberstufe einführte. 1997 öffnete die Schule Rakosmenti ihre Türen und schließlich die fünfte in Kispest, die allerdings nicht Mitglied in der ungarischen Vereinigung für Waldorfpädagogik ist.

Mit fünf Waldorfschulen in Budapest und vielen weiteren im ganzen übrigen Land hat Ungarn eine beispiellose Entwicklung der waldorfpädagogischen Bewegung erlebt. Die finanzielle Notlage des Landes lastet aber bereits schwer auf den Schulen und trotz vieler Verhandlungen sind es drückende Sparmaßnahmen, die die Schulen schultern müssen.

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