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Waldorfpädagogik in Polen

Polen: In Polen gewinnen nichtstaatliche Schulen immer mehr an Popularität - angefangen von den Grundschulen bis hin zu den Hochschulen. Die Waldorfpädagogik konnte sich nach der politischen Wende 1989, der Auflösung des Sozialismus und der Einführung demokratischer Wahlen neu entfalten. Schon 1920 gab es erste Impulse durch eine polnische Mitarbeiterin Rudolf Steiners, die einen ersten Waldorfkindergarten in Polen aufbaute. Doch der Krieg brachte diesem Versuch 1939 ein jähes Ende. Heute gibt es Waldorfschulen und –kindergärten in Warschau, Krakau, Bielsko-Biala, Gdynia, Olsztyn und Posen.

Kurze Chronologie der Waldorfpädagogik in Polen
Anfang 1920 kamen waldorfpädagogische Impulse erstmals durch Jadwiga Siedlecka nach Polen, die als ehemalige Mitarbeiterin am Goetheanum einen ersten Waldorfkindergarten organisierte. Danach bestand etwa von 1936 bis 1939 ein Kindergarten in Warschau. Der zweite Weltkrieg gefolgt von der politischen Phase des Sozialismus ließ der Waldorfpädagogik in Polen schließlich keine Möglichkeiten mehr.

Erst wieder im Jahr 1987 fand eine Schulung zum Thema „Waldorfpädagogik im Kindergarten“ statt, die darin mündete, dass ein Jahr später in Warschau der erste Waldorfkindergarten in Polen nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Ein weiterer Kindergarten entstand 1988 in Krakau.

Nach der politischen Wende 1989 nahmen in Polen die Workshops zur Waldorfpädagogik zu. Vorbereitungen zur Gründung von Stiftungen zur Förderung von Waldorfschulen wurden in Warschau, Bielsko-Biala, Gdynia und Krakau in die Wege geleitet und im gleichen Jahr gründete man in Olsztyn die Stiftung Pryzmat.

Die Rudolf Steiner Gesellschaft in Warschau wurde 1992 gegründet und damit gleichzeitig die erste Waldorfschule nach dem zweiten Weltkrieg eröffnet, die mit einer 1.-3. Klasse begann. Waldorfschulen in Polen sind üblicherweise nach dem polnischen Schulsystem gegliedert: 6 Jahre Grundschule, 3 Jahre Gymnasium, 3 Jahre Lyzeum mit Matura als Abschluss. Durch die Bemühungen von Professorin Maria Ziemska und Joop van Heuvel aus den Niederlanden wurde 1992 ein dreijähriges Studium zum Waldorflehrer am Institut für angewandte Sozialwissenschaften an der Universität Warschau möglich. Im ersten Jahr schrieben sich 80 Studierende ein.

Die positive Entwicklung setzte sich im Jahr 1995 fort: in Bielsko-Biala wurde die Waldorfgrundschule Cypriana Kamila Norwida gegründet. Im Jahr 2004 entstand in Krakau die Stiftung Sub Alis und die Waldorfgrundschule Janusz Korczak. In Bielsko-Biala wurde das Waldorfgymnasium eröffnet. In Posen wurden 2007 die Freie Waldorfschule und der Kindergarten Lipowa Alejka  gegründet. Im Jahr 2011 fand schließlich in Warschau eine Konferenz mit dem Titel „20 Jahre Waldorfpädagogik in Polen“ statt.




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