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Waldorfpädagogik in der Prärie

USA: Die Lakota Waldorfschule ist eine kleine Schule im Indianerreservat „Pine Ridge“ in Süd-Dakota. Gegründet wurde die Initiative 1993 von Eltern, die sich um die Ausbildung ihrer Kinder sorgten. Zurzeit besuchen ungefähr 20 Kinder den Kindergarten. Der nächste Schritt ist eine erste Klasse. Ziel ist, den Lakota Kindern eine eigene, zukunftsweisende Schule zu geben, die auf ihrer Kultur und Sprache aufbaut.

Es ist das Land der großen Helden wie Crazy Horse, oder Bull Bear, aber auch das Land tragischer Ereignisse wie dem Massaker und der Besetzung von „Wounded Knee“. Das „Pine Ridge“-Reservat im süd-westlichen Süd-Dakota, ist das zweitgrößte Indianerreservat der USA. Die weite Prärielandschaft ist seit jeher Lebensgrundlage der Lakota (auch bekannt als Sioux), von denen heute noch 42.000 Stammesmitglieder dort angesiedelt sind. Es ist eine der ärmsten Regionen der USA, mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 3.400 Dollar und einer Arbeitslosenrate von 80 bis 90 Prozent. Bis 1976 gab es ein Verbot der amerikanischen Regierung gegen jede Ausübung indianisch-zeremonieller Handlungen. Die Folgen waren Identitätsverlust und Depression, die meistens in Resignation und Alkoholismus mündeten.

1993 fand sich eine Gruppe besorgter Eltern zusammen, die den Entschluss fassten die Zukunft ihrer Kinder selbst zu gestalten und eine Schule zu gründen. Nachdem verschiedene Schulmodelle besprochen worden waren, entschieden sich die Lakota für die Waldorfpädagogik. In ihr fanden sie Parallelen zur eigenen Kultur; das ganzheitliche Menschenbild, die Einheit zwischen Natur und Mensch, den Lebensrhythmus und die Bedeutung des Geschichtenerzählens vor allem für kleine Kinder. Die Werte der Lakota sollen in den Ausbildungs- und Lebensalltag integriert werden, vor allem sollen die Kinder die Sprache ihres Volkes wieder ebenso fließend sprechen wie Englisch. „Ich lehre die Kinder die vier Tugenden unserer Kultur: Respekt (Wao’hola), Großzügigkeit (Wacanteognake), Mut (Wo ohitika) und Weisheit (Woksape). Ich begann mit der ersten, dem Respekt. Die Kinder sollen lernen, sich selber und andere zu respektieren. Jeden Morgen gehen wir auf den Hügel hinter dem Kindergarten, um zu beten. Wir danken dem Schöpfer für den neuen Tag. Dies ist auch der Ort, an dem ich den Kindern jeweils über die Sonne, den Mond und die Sterne erzähle.“ – Mit diesen Worten beschreibt Verola Spider ihre Arbeit als Kindergärtnerin. Wie die anderen Stammesangehörigen hat auch sie einen Lakota-Namen: „Wa Onsila Winyan“, was „anmutige, gnädige Frau“ bedeutet. Heute ist die Lakota Waldorfschule auf einem guten Weg, dank dem Einsatz, und der Vorstand arbeitet intensiv daran, in 2012 eine erste Klasse zu eröffnen. Um die Abhängigkeit von Spenden und Stiftungen zu verringern, entwickelte die Lakota Waldorfschule das Lakota Tipi Camp, ein Unternehmen welches mit der Zeit eine Einkommensmöglichkeit für die Schule sein kann. Zurzeit aber verlangt die Lakota Waldorfschule keine Elternbeiträge und ist somit auf Spenden und ihre Unterstützung angewiesen.