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Eine Waldorfschule in Guatemala

Die Waldorfschule Caracol in San Marcos La Laguna, ungefähr vier Stunden von der Hauptstadt entfernt, ist auf dem Weg, eine Grundschule mit Kindergarten und sieben Klassen für insgesamt 120 Kinder zu werden. Die Kinder kommen aus Familien, die den Mayavölkern angehören, sowie Einwanderern vor allem aus den USA. Dem ökonomischen Gefälle entsprechend, können die Kinder der Mayas kostenlos zur Schule gehen, während die übrigen Familien Schulgeld zahlen müssen. Das Schulgebäude ist inzwischen zu eng geworden und es wird gerade ein Gebäude mit einem weiteren Kindergartenraum, drei Klassenzimmern und einer größeren Schulküche gebaut. Der Neubau wird von den Freunden der Erziehungskunst begleitet und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) ko-finanziert.

Im heutigen Guatemala herrschten vor vielen Jahrhunderten (zwischen 300 und 900 n. Chr.) die Maya. Tempelanlagen, Stufenpyramiden, und viele noch nicht ausgegrabene Bauten sind die ehrwürdigen und alten Zeugen dieser vergangenen Hochkultur. Nach mehreren unter-schiedlichen Reichsgründungen landeten die Spanier 1511 an der Küste von Südamerika und leiteten die Kolonialzeit Guatemalas ein. Nach der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1821 folgten viele verschiedene Diktaturen bis schließlich 1960 bis 1996 ein Bürgerkrieg das Land heimsuchte. Insbesondere die indigene Bevölkerung hatte während vieler Jahrzehnte sehr gelitten, allein im September 1982 waren 9.000 Mayanachkommen ermordet worden.

In Guatemala muss das Schulsystem nach 36 Jahren Bürgerkrieg und chronischer Unterfinanzierung praktisch neu aufgebaut werden. Zunächst müssten die Ausgaben für die Bildung erhöht werden. Laut dem aktuellen Gesetz müsste Guatemala 35 Prozent des Staatshaushaltes für Bildung und Erziehung aufwenden. Zurzeit liegen diese Ausgaben bei sieben Prozent.

Yelena Corinna und Joshua Wilson, die ursprünglich aus den USA kamen, waren in San Marcos auf der Suche nach einer Schule für ihre Kinder und kamen so dazu, eine neue Schule, eine Waldorfschule, zu gründen. Die Region, die früher beinahe ausschließlich von Mayanachkommen bewohnt wurde, ist seit dem Ende des Bürgerkrieges im Umbruch begriffen. Nicht zuletzt siedeln sich immer mehr Menschen aus den USA an.

Umso wichtiger war es beiden, eine Schule mit integrativem Impuls ins Leben zu rufen, die Mayakinder und Zugezogene zusammenführt. Entsprechend lernen die Schüler drei Sprachen: die Maya-Sprache Kaqchikel, Spanisch und Englisch. Bis vor Kurzem war die Escuela Caracol die einzige Schule in welcher die Maya-Sprache Kaqchikel unterrichtet wird. Inzwischen folgen stataliche Schulen diesem Beispiel, weil sie Nutzen und Wichtigkeit erkannt haben.

Der Name der Schule Escuela Caracol  (übersetzt: Schneckenhaus) weist auf ihre Vision hin, denn in Lateinamerika und ganz besonders in der Kultur der Maya hat das Schneckenhaus eine ganz wichtige Bedeutung: Das Spiralförmige symbolisiert das Verbinden der unter-schiedlichsten Facetten des Lebens zu einem Ganzen.

Bisher reichen die Schulgebühren nicht für die Bedürfnisse des Alltags. Den Freunden der Erziehungskunst ist es ein ganz besonderes Anliegen, dass dieser Impuls die Hürden der Pionierphase überwinden und im Laufe der Zeit seine Vision verwirklichen kann.

 

Film über die Escuela Caracol - Englisch (2014)