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Sozialtherapie und Waldorfpädagogik in ländlicher Region

Indien: Sadhana Village, eine seit 1993 anerkannte gemeinnützige Organisation, liegt im Kolwan Valley, ungefähr 35 Kilometer außerhalb von Pune. Neben der Einrichtung für junge Erwachsene mit Behinderungen, die in vier verschiedenen Häusern 29 Menschen betreut, und einem Frauenprojekt gibt es seit Sommer 2009 zwei Kindergartengruppen mit Kindern zwischen dreieinhalb und sechs Jahren.

Es ist noch Morgen im Tal von Sadhana Village. Die Wasserbüffel mit rot angemalten Hörnern und bunten Bändern um die Hälse werden von den Hirten zu den Ufern getrieben. Im Fluss waschen Frauen ihre Wäsche. Auf Motorrädern fahren bis zu vier Personen durch die Straßen, in den Motorrikschas – überdachte Dreiräder – die sonst Platz für drei Personen bieten, passen in Sadhana mindestens fünfzehn.

Diese Szene zeigt den Kontrast zwischen ländlich-traditionell und städtisch-technisch, der für das Tal charakteristisch ist. Während in der Nähe die große Stadt Pune liegt sowie vier Stunden mit dem Auto entfernt Mumbai, sind die umliegenden bewaldeten Hügel zum Teil ein Naturschutzgebiet mit vielen Vögeln, Affen und Rehen.

Die Region Kolwan Valley besteht aus 19 kleinen Dörfern mit etwa 21.000 Einwohnern. Die Menschen sind arm und gerade die jüngere Generation zieht immer mehr vom Land in die größeren Städte. So gibt es aber in den Dörfern viele Kinder, die da die Klassen oft überfüllt sind, nach ein paar Jahren aufhören, in die Schule zu gehen. Während 72% der Männer Lesen und Schreiben können, liegt die Anzahl der alphabetisierten Frauen nur bei 54%.

Die Waldorfpädagogik kommt hinzu

Vor diesem Hintergrund haben die Mitarbeiter von Sadhana Village langfristig das Ziel ins Auge gefasst, eine Waldorfschule ins Leben zu rufen. Der Anfang mit den Kindergartengruppen ist gemacht. Es wurden in Sadhana Village bereits die ersten Lehrerinnen von waldorfpädagogisch erfahrenen Menschen aus Mumbai sowie aus dem Ausland in die Grundlagen der Waldorfpädagogik eingeführt und praktisch ausgebildet.

Die Kinder, die den Kindergarten besuchen, bringen wenig finanzielle Mittel mit. Die Eltern können weder einen Beitrag zahlen noch könnten ihre Kinder in den Kindergarten gehen, würden sie nicht jeden Morgen mit einem Schulbus abgeholt und dann wieder nach Hause gebracht, weil sie keinen PKW besitzen und der öffentliche Nahverkehr nicht ausreichend entwickelt ist.

Neulich ist das dreizehnjährige Mädchen Shaila in Sadhana Village aufgetaucht. Ihre Tante hat sie geschickt, da das Mädchen alleine zurückgelassen wurde. Viele Familien im Kolwan Valley kommen aus sehr armen Verhältnissen. Aus Verzweiflung hat die Mutter von Shaila Selbstmord begangen und der Vater ist spurlos verschwunden. Mittlerweile konnte Shaila bei ihrer Tante und ihrem Onkel untergebracht werden und verwandelt ihre eigenen Sorgen in etwas Positives: sie hilft in Sadhana Village anderen bedürftigen Kindern beim Lernen.

Im Kindergarten spielen die kleinen aber temperamentvollen Kinder erstmals mit Stoffpuppen und neben dem traditionellen Singen und Tanzen lernen sie neue Spiele sowie Eurythmie kennen. Da ihre Familien ihnen oft nicht ein gesundes, warmes Essen pro Tag bieten können, ermöglichen momentan Spenden des Weltwärts-Programms eine tägliche warme Mahlzeit.

Sadhana Village leistet mit der Waldorfschulinitiative in einer ländlichen Gegend Pionierarbeit. Indiens Waldorfschulen befinden sich sonst in städtischen Gebieten.

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Kontakt

Sadhana Village
1, Priyankit, Lokmanya Colony
Opp. Vanaz, Paud Road
Pune 411 038
Indien
Tel +91 020 2538 1112
adm@sadhana-village.org
www.sadhana-village.org

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