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Der wartende Hügel und die Gemeinschaft

Georgien: Inmitten der Wein- und Weizenfelder der fruchtbaren Ebene von Kachetien liegt Khedeli, der Ort, der seit 1999 die Heimat der sozialtherapeutischen Initiative Union for Social Therapy in Khedeli for Development and Socially Disabled People in der Sighnaghi Region ist. Ihr Zentrum ist ein biologisch-dynamisch bewirtschafteter Hof, der durch mehrere Werkstätten ergänzt wird. Hier leben mehr als 20 Menschen mit Behinderungen im Alter von 19 bis 35 Jahren, die jeder nach seinen Möglichkeiten zum Bestehen der Lebensgemeinschaft beitragen und von zehn Betreuern sowie zwei Freiwilligen des Weltwärts-Programms unterstützt werden.

Khedeli ist der Name eines Dorfes, dass im Laufe der 1960er Jahre verlassen wurde; nur ein Mann blieb auf dem „wartenden Hügel“ – „Khed“ bedeutet „Hügel“ und „eli“ wartend – während die Felder brach lagen und die Anfahrtsstraße langsam zu verfallen begann. Aber es wartete nicht nur der Hügel: Temur, der seit seiner Geburt behindert ist, fand keine Spielgefährten, weil sich die anderen Kinder vor ihm fürchteten und auch Tea, ebenfalls durch Behinderungen gezeichnet, lag Tag für Tag im Bett und konnte nicht nach draußen.

Dies sind Beispiele, die die schwierige Situation in Georgien zeigen, einem Land, in dem sich rasante Umbrüche vollziehen und in dem Menschen mit Behinderungen kaum ein Platz eingeräumt wird. Nur 1% von ihnen darf arbeiten, die Mehrheit wird oftmals mit Medikamenten ruhig gestellt oder auch von ihren Familien versteckt, weil sie als „lernunfähig“ betrachtet werden.

Seitdem Khedeli vom Treiben des Hofes und der Werkstätten erfüllt ist, gibt es im ländlichen Georgien eine Gemeinschaft, in der Menschen mit Behinderungen anerkannt und ausgebildet werden. Temur liebt es, alten Menschen aus einem Heim Milch zu bringen und Tea hat ihre Freude für das Kochen entdeckt, seitdem sie nicht mehr tagsüber das Bett hüten muss.

Da die Lebensgemeinschaft in Kooperation mit der heilpädagogischen Michaelschule und dem sozialtherapeutischen Tagesheim in Tiflis steht, ist eine nachhaltige Betreuung und Unterstützung gewährleistet. In Khedeli möchte man seinem Pioniercharakter gerecht werden und als ein soziales, kulturelles und therapeutisches Zentrum auf die umliegenden Dörfer ausstrahlen. Die Gemeinde von Sighnaghi ist ausgesprochen aufgeschlossen – und auch dankbar für die Schenkung hergestellter Produkte an staatliche Waisen- und Kinderheime der Region.

2011 eröffneten die Betreuten mir viel Freude ihr neues Cafe „Khedeli“ in Sighnaghi, für das die Hausbewohner eigenhändig Tische und Stühle angefertigt haben, auf die sie heute unglaublich stolz sind. Ein weiteres Highlight war der Erwerb eines dringend nötigen neuen Kleinbusses durch Mittel der Freunde der Erziehungskunst und des BMZ. 

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Kontakt

The Union of Therapy of Socially Disabled people of Sighnaghi Region
Baratshvili str.
#15
383210 Sighnaghi
Georgien
Tel +995 355 31048
signagi@heim.ge

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