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Im Land des Drachens - Entwicklung in China und Taiwan

Seit den allerersten Anfängen 1994 hat sich die Waldorfpädagogik in der chinesisch-sprachigen Welt in Windeseile ausgebreitet. Die Waldorfpädagogik wurde in Taiwan erstmals 1994 durch eine nationale Kindergartenkonferenz öffentlich bekannt.

Mithilfe der Gründerin Chuen Sue Chang wurde 1999 mit sieben Kindern, einem Klassenlehrer und zwei Fachlehrerinnen für Englisch und die künstlerischen und handwerklichen Fächer eine erste Waldorfschulklasse in Lo Tung in Taiwan eröffnet. Ci Xing ist die einzige staatlich finanzierte Waldorfschule Asiens, hat heute drei Klassenzüge, über 600 Kinder (ohne Kindergarten) und ist damit die größte Waldorfschule in Ostasien. Im Jahr 1995 begann auch der erste Waldorfkindergarten in Tai Chung im Zentrum Taiwans. Heute gibt es weitere drei kleine Waldorfschulen in Tai Chung und mehrere Kindergärten. Auch in anderen Städten haben kleine Schul- und Kindergarteninitiativen begonnen.

Die Vorarbeit der taiwanesischen Kollegen war und ist außerordentlich wichtig für die weitere Entwicklung der Waldorfpädagogik in diesem Raum, da dort die Grundlagen für die Entwicklung eines chinesischen Curriculums gelegt, viele Übersetzungen erstellt und erste praktische Erfahrungen gesammelt worden sind. Heute finden dort Hospitationen, Ausbildung und Tagungen statt. Die gut funktionierende Zusammenarbeit in der chinesisch-sprachigen Welt ist erstaunlicherweise völlig unberührt von der politischen Situation der beiden Nachbarländer.

In China wurde Waldorf durch die Aktivitäten von Eckart Löwe bekannt, einem ehemaligen Schüler einer Hamburger Waldorfschule, der zunächst mit einer Blindenschule in Nanning und dann in einer abgelegenen Berggegend mit Kindern und Jugendlichen arbeitete. Die Presse lobte ihn dafür. In Chengdu schließlich begann der erste Waldorfkindergarten 2004, als Li Zhang von ihrer Ausbildung in den USA zurückkehrte und gemeinsam mit ihrem Mann eine Waldorfeinrichtungen unter ganz einfachen Umständen aufbaute. Heute bietet Chengdu sechs Kindergartengruppen, acht Schulklassen und eine Erzieher- und Lehrerbildung.

Über den Austausch im Internet ist ein reges Interesse für Waldorf entstanden, so dass Kindergärten und Schulen mittlerweile über das ganze Land verteilt sind, von Maoming bis Urumqui, von Chengdu bis Qingdao. Die Bewegung ist so gewachsen, dass inzwischen vier dreijährige Ausbildungskurse existieren und über eine eigene Koordinatorin (die sich mit weiteren zehn Mitarbeitern berät) versucht wird, den Zusammenhalt und die Qualität der Arbeit zu stärken. Mehr Wachstum ist bereits vorhersehbar (im September ist die Zahl der Kindergartengruppen auf 172 gestiegen), für den allerdings noch sehr viel kollegiale Begleitung notwendig sein wird.

Auch haben wir ein eigenes Übersetzerteam initiiert, das dafür sorgt, dass das Werk Rudolf Steiners aus dem Deutschen ins Chinesische übersetzt und damit in einer angemessenen, aber nicht vereinfachten Sprache zugänglich wird. Glücklicherweise fanden sich Übersetzer, die ein tiefes Verständnis der chinesischen Sprache und Kultur sowie der deutschen Philosophie haben. Sie beherrschen eine gewisse Sprachneuschöpfung, die für die Werke notwendig ist.

In Kürze werden wir sicher weiter über Veränderungen berichten. Denn wie unsere Kollegen in China sagen, entspricht ein Jahr in Europa einem Monat in China.

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