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Die Waldorfbewegung in Brasilien

Brasilien ist ein sehr großes und vielfältiges Land: von Norden nach Süden ändern sich Klima, Vegetation, Tierreich und  Traditionen. Es ist auch der fünftgrößte Staat der Erde und mit über 192 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Südamerikas. Auch die Waldorfpädagogik hat sich an diese Mannigfaltigkeit angepasst und auf offene und interessierte Weise haben die Brasilianer die Pädagogik aufgenommen und bereits weiterentwickelt.

Die Pionierschule Escola Waldorf Rudolf Steiner, die 1956 von deutschen Auswanderern gegründet wurde, hatte noch einen starken europäischen Einfluss und gilt als die erste anthroposophische Initiative in Brasilien. Nach und nach wurden lokale Waldorflehrer ausgebildet und die Schule bekam u.a. mit Unterrichtseinheiten auf Portugiesisch eine eigene brasilianische Identität.

Heute sind es mit kleinen neuen Initiativen bis hin zu Schulen mit ausgebauter Oberstufe, die vor allem im Süden und Südwesten zu finden sind, mehr als 80 Waldorfkindergärten- und Schulen in Brasilien. Unter der Mehrheit der privat finanzierten Schulen gibt es auch schon Schulen, die vom Staat gestützt werden wie in Bahia und Minas Gerais.  Und das Sozialprojekt “Favela Monte Azul” in São Paulo konnte über die Jahre viele soziale Einrichtungen, Kindergärten und auch eine Waldorfschule bis Klasse 5 aufbauen und wird von zahlreichen Unterstützern begleitet.

Das Interesse an der Waldorfpädagogik in Brasilien nimmt zu und nicht alle Eltern erhalten für ihre Kinder einen Schulplatz. Daher werden immer wieder viele neue Lehrer gesucht, die in neun Lehrerseminaren in ganz Brasilien eine hervorragende Ausbildung erhalten. Unter anderem bildet das Lehrerseminar in São Paulo zum Erzieher und Klassenlehrer aus, das sich seit 1970 zu einem anerkannten Ausbildungszentrum entwickelt hat.

Die Vereinigung der brasilianischen Waldorfschulen (FEWB) versucht trotz personeller und finanzieller Schwierigkeiten die Schulen und neuen Initiativen ausreichend zu unterstützen. In der so genannten „Federação“ werden auch die pädagogischen Herausforderungen und die staatlichen Auflagen diskutiert und alle zwei Jahre findet eine Tagung für Waldorfpädagogik für Brasilien und alle drei Jahre für ganz Lateinamerika statt.

Die wachsenden Zahl der Initiativen und das große Interesse der Eltern lässt auf eine fortwährende Entwicklung hoffen, wenn auch noch verschiedene Herausforderungen wie die Lehrerausbildung, die staatlichen Auflagen bzw. die Frage nach staatlicher Förderung und die Frage im Unterricht nach der eigenen brasilianischen Identität zu meistern sind. 

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Federação das Escolas Waldorf no Brasil
Rua São Benedito 1365
Alto da Boa Vista
04735-003 São Paulo, SP
Brasilien

Tel +55 11 5524 0473
fewb@fewb.org.br
federacaoescolaswaldorf.org.br

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