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Die Folgen der Corona-Krise mindern

Mit unserem Eilaufruf möchten wir Waldorfschulen unterstützen, die durch wirtschaftliche Folgen der Lockdowns in ihren Ländern betroffen sind.

Corona und Schule: Online-Unterricht geht nicht überall

Nach dem Ausbruch des sogenannten Corona-Virus und den verheerenden Folgen der durch ihn ausgelösten Erkrankung Covid-19 wurden zunächst in China umfangreiche Maßnahmen getroffen, um die weitere Ausbreitung zu verlangsamen: Es wurden Ausgangsperren verhängt, Ortschaften und Provinzen von der Außenwelt abgeriegelt, das soziale und gesellschaftliche Leben extrem eingeschränkt – und somit auch Schulen und Kindergärten geschlossen. Als das Virus schließlich seinen Weg in andere Länder und Kontinente nahm, wiederholten sich die Maßnahmen an vielen Orten der Welt. Ab Mitte März mussten die Schulen in Deutschland schließen und relativ zeitgleich auch unzählige Schulen und Kindergärten ebenso wie Universitäten auf allen Kontinenten der Erde. Laut UNESCO hatten im März mehr als 1,5 Milliarden junge Menschen keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen. Eine einschneidende Veränderung für alle Beteiligten: Viele Eltern müssen nun nicht nur ihre Kinder betreuen – häufig während sie selbst arbeiten – sondern auch mit ihnen gemeinsam lernen. Für viele ist dies sicher eine große Herausforderung, aber auch eine Möglichkeit, eine neue Verbindung zu den eigenen Kindern aufzubauen und zusätzlich einen Einblick in die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer zu erhalten. Homeoffice, ein überwiegend hoher Bildungsgrad und gute technische Voraussetzungen machen es möglich: An vielen Orten kann der Unterricht über Videokonferenzen und schuleigene Intranets weitergeführt werden.

Doch in einigen Gegenden der Welt gibt es keinen zuverlässigen Zugang zum Internet und der Besitz eines Computers oder zumindest eines Smartphones ist Luxus. So erklärt uns zum Beispiel Mercy von der Rudolf Steiner School Mbagathi in Kenia: „80 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler stammen aus bedürftigen Familien. Für sie sind Smartphones und Computer keine Grundbedürfnisse, und deshalb haben sie sie auch nicht.“ Hausaufgaben können also nicht über das Internet verteilt und begleitet werden – das Lehrerteam versucht derzeit andere Lösungen dafür zu finden.

Noch bevor in Sansibar ein Lockdown beschlossen wurde, entschied sich die Zanzibar Steiner School, die Schule zu schließen, um die Kinder und ihre Familien zu schützen. Die Lehrerinnen und Lehrer haben Lernpakete geschnürt, die sie selbst zu den Kindern bringen – damit sich möglichst wenig Menschen in den noch immer trubeligen Verkehr begeben müssen. Für viele Kinder sind in dem Paket nicht nur Lernmaterialien, sondern auch Seife und Eier, denn die meisten Kinder der Schule kommen aus ärmlichen Verhältnissen und bekommen zuhause zu wenig zu essen. In einer relativ kleinen Schule wie dieser ist dieser „Lieferservice“ für Lernmaterial noch zu schaffen, doch bei größeren Schulen, in denen viele Kinder weit entfernt von der Schule leben, wird dies zu einem logistischen Problem.

Für die Lösung dieses Problems fehlt es an Mitteln, die an diesen Schulen ohnehin schon sehr knapp sind. Aus der Zenzeleni School for Creative Education in Kapstadt wird uns berichtet: „Die meisten unserer Kinder kommen aus Familien in den Townships mit einem Monatseinkommen von 5.000 R (ca. 250 Euro) oder weniger. Ohne gesichertes Einkommen werden viele nicht in der Lage sein, auch nur kleine Beiträge zu bezahlen. Unser Defizit bei der Mittelbeschaffung wird daher wesentlich größer sein als geplant. Wir rechnen mit einem Fehlbetrag von 250.000 R (ca. 12.500 Euro) bei unseren Gebühren für den Haushalt 2020, zumal die wirtschaftlichen Auswirkungen der Schließung voraussichtlich noch Monate nach der Aufhebung der Schließung andauern werden.“

Damit die Zenzeleni School und viele andere Waldorfschulen in Afrika und Asien, aber auch in Mittel- und Osteuropa sowie in Lateinamerika die wirtschaftlichen Einbrüche überleben und anschließend weiter arbeiten können, brauchen wir dringend schnelle finanzielle Unterstützung.

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Wir schauen nach vorne!

Bleibt optimistisch und macht mit.

Sicher fragen sich gerade viele von euch, wie ein Freiwilligendienst ab Herbst 2020 möglich sein wird. Wir bleiben zuversichtlich und arbeiten intensiv an Lösungen. Deshalb gilt: Bewerbt euch weiter und denkt positiv! Alle, die sich weltweit sozial engagieren wollen und optimistisch nach vorne schauen, werden gerade jetzt besonders gebraucht. Unsere Einsatzstellen freuen sich auf euch. Gemeinsam werden wir es schaffen, den Weg in euren Freiwilligendienst zu ermöglichen.

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