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Es reicht nicht einmal, um den Strom zu bezahlen...

Heilpädagogische und sozialtherapeutische Einrichtungen in Not brauchen Ihre Hilfe

Bevor Nikolaj nach "Blagoje Delo" kam, war die Welt, die er kannte, voller Isolation, Unsicherheit und Angst vor seinen Mitmenschen. Wegen seiner Sprach- und Entwicklungsschwierigkeiten hielten ihn auch die Lehrer auf der Sonderschule für lern- und arbeitsunfähig. Er verließ die Schule ohne Abschluss und saß einsam Zuhause.

Was Nikolaj erlebt hat, ist die bittere Erfahrung beinahe aller Menschen in Staaten der ehemaligen Sowjetunion, die von einer Behinderung betroffen sind. Denn es fehlt nicht nur an Geld und dem nötigen Willen der Regierungen, sie zu unterstützen. Auch gesellschaftlich ist es ein weiter Weg zur Gleichstellung. Meist heißt der entsprechende Fachbereich "Defektologie", was die Einstellung gegenüber einem Menschen mit Behinderung zeigt.

Wer eine Behinderung hat, wird niemals einen Beruf finden und sich dadurch auch nicht selbst versorgen können. Die meisten Betroffenen sind auf sich gestellt oder werden von ihren Familien bis ins hohe Alter betreut und finanziert. Oder sie müssen vielleicht in einem Waisenhaus, in einer Klinik oder auf der Straße leben.

Es gibt Gemeinschaften und Einrichtungen in diesen Ländern, die sich um Menschen mit Behinderungen kümmern - an der Waldorfpädagogik orientiert. Und sie leisten echte Pionierarbeit.

“Ich bin mit der Arbeit und mit dem Unterricht im Theaterstudio sehr glücklich. Ich nehme an allen Aktivitäten teil, weil mir alles gefällt. Ich bekomme hier Unterstützung und Hilfe. Ich träume davon, dass wir mehr Räume haben und dass alle unsere Erzeugnisse verkauft werden. Ich möchte immer in “Blagoje delo” arbeiten und es nicht verlassen müssen”. Artjom

Beispiel Jekatarinenburg
"Blagoe Delo" ist eine dieser Pioniereinrichtungen in den Weiten Russlands in der Nähe von Jekaterinburg. Sie wurde gerade als beste Einrichtung in der Förderung von Menschen mit Behinderungen im ganzen Land ausgezeichnet. Doch obwohl intensive politische Arbeit geleistet wird, fehlt es an entsprechenden Gesetzen und Geldern und deshalb kann auch die ausgezeichnetste Einrichtung nicht überleben.
Im vergangenen Jahr konnten die Strom- und Heizkostenrechnungen nicht bezahlt werden. Im Winter drohte deshalb der komplette Lieferstopp - bei minus 35 Grad.
Vor kurzem waren es noch 50 Erwachsene, die hier betreut wurden. Doch weil das Geld fehlt, konnten 20 von ihnen nicht bleiben. Sie werden in der Umgebung keine Alternative finden und hoffen nach wie vor darauf, irgendwann in Blagoe Delo weiter arbeiten zu können. Wir hoffen das auch und wollen dabei mithelfen.

Beispiel Jerewan
In Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, gibt es eine Waldorfschule, inklusiv von Anfang an. Die Pionier-Klassenlehrerin gründete vor sechs Jahren im Stadtzentrum Jerewans das Tageszentrum "Mayri", das einzige dieser Art im ganzen Land. Hier werden wochentags schwerst-mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche betreut, die keine Perspektive haben und immer noch vorhandener Diskriminierung ausgesetzt sind. Das Monatsgehalt eines Mitarbeiters beträgt etwa 150 €. Da die Familien der Kinder größtenteils sehr arm sind und wenig zahlen können, kann die Einrichtung die niedrigen Gehälter alleine nicht aufbringen. Doch der Bedarf ist riesig und das Zentrum muss trotz aller Schwierigkeiten vergrößert werden - mit unserer Unterstützung.

"Mein Name ist Christo. Als ich klein war, starb mein Vater, später auch meine Mutter. Als sie mich damals in die Schule bringen wollten, hat man uns überall abgesagt. Sie sagten, dass ich ein zu schwieriges Kind bin. Dann kam ich in die Michaelschule. Hier hat man mich liebevoll empfangen und die Lehrer machten mit mir viele therapeutische Übungen. In der Michaelschule lerne ich lesen und schreiben. Ich liebe meine Schule sehr und möchte hier mein ganzes Leben bleiben"

Beispiel Tiflis

Vor einigen Wochen wurde in Georgien das 20-jährige Jubiläum der „Michael-Schule“ in Tiflis mit einer großen Konferenz gefeiert, an der auch Vertreter zweier Ministerien teilnahmen. Sie versprachen Besserung. Es wird wegen der sehr begrenzten Ressourcen beim Versprechen bleiben. Seit Jahren bezuschussen die Freunde der Erziehungskunst und ihre Spender die Lehrergehälter von gerade mal 160 € im Monat. Manch einer musste schon die Schule verlassen, um eine besser bezahlte Stelle anzunehmen.

 

„Kristina ist ein sogenanntes „Tschernobylkind“ und mit Behinderung geboren. Früh gaben die Eltern sie in eine staatliche Behindertenanstalt und fuhren zurück in die heutige Ukraine. Die verzweifelte Großmutter, die bei ihren Besuchen sah, dass Kristina krank und verrückt wurde, versuchte alles um dem Kind zu helfen. Als die Großmutter zufällig von „Nadjeshda“ hörte, bemühte sie sich um die Aufnahme von Kristina. Die Eingliederung gestaltete sich sehr schwer, denn Kristina war in der Anstalt unaussprechliches wiederfahren. Sie war abgemärgelt, wehrte sich gegen alles, Lachen konnte sie gar nicht. Als wir ihr erstes Lachen hörten - vor Freude, dass sie reiten durfte - erschraken wir richtig. Mit der Zeit fühlte sich Kristina in der Gemeinschaft von „Nadjeshda“ immer sicherer und geborgener. Sie ist selbstsicher geworden und stell viele Fragen über die Welt“
Karla-Maria Schälike, Gründerin von Nadeshda

Beispiel Bischkek
In der Hauptstadt Kirgistans wurde vor über einem Vierteljahrhundert das Kinderzentrum „Nadjeschda“ (übersetzt Hoffnung) begründet. Ganz aus einem waldorfpädagogischen Impuls heraus wird vor allem durch das kirgisisch-deutsche Gründerpaar ein europäisch-asiatischer Brückenbau betrieben. Die Arbeit kommt Kindern zugute, die dort als nicht entwickelbar gelten. Heute werden bereits 30 % der Kosten selbst erwirtschaftet, trotzdem ist Nadjeschda noch dringend auf Spenden angewiesen.

Wenn es gelingt, einen Ort aufzubauen, der für Menschen mit Behinderungen ein wirkliches Zuhause oder ein Ort des Lernens ist, entsteht eine ganz besondere Gemeinschaft. Dann geschieht der Wandel vom „Defekt“ zur Menschenwürde. Nicht nur auf dem Papier, sondern als reale Teilhabe am gemeinsamen Leben.

Aufopferungsvoll gehen die Mitarbeiter den steinigen Weg dieser Einrichtungen. Sie sind den jeweiligen politischen Entscheidungen und Sozialprogrammen ihres Landes weit, sehr weit voraus. Und sie schaffen als Leuchtturmprojekte für die Anerkennung und Begleitung von Menschen mit Behinderung neue Werte und Tatsachen mit großer Strahlkraft. Später, wenn einmal weitere solche Orte und sinnvolle politische Programme entstanden sind, werden diese Einrichtung die tragenden Säulen einer modernen und humanen Sozialpolitik.

 

Bis dahin wollen wir diese Pioniereinrichtungen weiter unterstützen, Gehälter aufstocken, Investitionen übernehmen, im Winter Heizkosten bezahlen - und das gerne mit Ihrer Hilfe.

 

Mit einer herzlichen Bitte um Ihre Spende,

Nana Göbel, Henning Kullak-Ublick, Bernd Ruf, Andreas Schubert

 

Spendenkonto

Freunde der Erziehungskunst
GLS Bank Bochum
IBAN: DE47 4306 0967 0013 0420 10
BIC: GENODEM1GLS
Stichwort „Aufruf 2636“

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