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Die Waldorf-Lehrerbildung in Süd- und Ostafrika braucht unsere Hilfe

Die Waldorfpädagogik ist eine Quelle der Hoffnung und Veränderung in vielen Ländern des afrikanischen Kontinents. Immer mehr Lehrer und Erzieher wollen eine Pädagogik erlernen, die ihnen dabei hilft, den Kindern mit Achtung zu begegnen, sie in den verloren gegangenen Geschichten ihrer Kulturen zu verwurzeln und sie auf ihrem ganz eigenen Entwicklungsweg zu begleiten. Hierfür gibt es nur zwei Orte: Das Lehrerseminar für Ostafrika in Nairobi und das für Südafrika in Kapstadt. Beide werden dringend gebraucht, können sich aber finanziell nicht alleine tragen.

Asia Mahmood ist eine Person mit tiefem Einfühlungsvermögen für die Menschen, die sie umgeben. Das zeigt sich besonders im Umgang mit den Kindern des Kindergartens der Hekima Waldorfschule in Dar es Salaam, Tansania, deren Betreuung sie vor einigen Jahren übernehmen wollte. Um das nötige Handwerkszeug zu erlernen gab es für sie eine einzige Möglichkeit: den Grundkurs am East African Teacher Training in Nairobi in Kenia.  Dieser war eine große Kraftprobe, denn neben ihrer Arbeit als Erzieherin und Färberin für Baumwollstoffe, kümmerte sie sich Zuhause nicht nur um ihre vier eigenen Kinder, sondern auch um zwei Waisenkinder, die sie in ihr großes Herz geschlossen hatte.

Die Hoffnungen und Träume, die sie für die Zukunft der Kinder hegte, ließen sie nicht zögern: Sie bereitete jede der zweiwöchigen Einheiten der Grundausbildung und die damit verbundenen ganzen vier Reisetage gründlich vor, mühte sich, das nötige Geld zusammen zu bekommen und stellte sicher, dass ihre Kinder gut versorgt waren. Dann machte sie sich auf den beschwerlichen Weg nach Nairobi.

Beinahe allen Studenten am East African Teacher Training geht es wie Asia. Sie nehmen regelmäßig lange und mühsame Reisen auf sich, um aus Uganda, Tansania und Kenia ans Lehrerseminar zu kommen. Sie werden von dem Wunsch angetrieben, den Kindern das zu geben, was sie selber nicht hatten: eine Bildung, die den Schüler wertschätzt und ihn dabei ermutigt, etwas zu lernen und die eigene Biografie in die Hand zu nehmen.

Noch gibt es nicht genügend Waldorfschulen, um das Seminar finanziell zu tragen. Hinzu kommt eine besondere Situation, denn die Initiatoren Ann Sharfman und Peter von Alphen ziehen sich langsam zurück und der Grundkurs wurde in diesem Jahr in die Hände der Kenianer Silviah Njagi und Victor Mwai gegeben. Diese Umbruchssituation ist ein wichtiger Schritt, aber auch eine große finanzielle Belastung. Denn schon während der Übergabe und des Hineinwachsens der neuen Verantwortlichen braucht es Gehälter, die zum Leben reichen. Aber woher soll das Seminar die Mittel nehmen, wenn schon viele Studenten kaum die Reisekosten aufbringen können?

Ein weiterer Ort, an dem angehende Waldorflehrer und Erzieher lernen, ist das Center for Creative Education in Kapstadt, Südafrika. Es ist die einzige anerkannte, unabhängige Ausbildungsstätte für Waldorf-Erzieher, Lehrer und Eurythmisten und für seine Qualität weithin bekannt.

Heute noch klafft die durch die Apartheid geschlagene Wunde tief im südafrikanischen Bildungssystem. Die Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß und Arm und Reich sind groß und schmerzhaft. Waldorfschulen wie die Hermanus, Michael Mount, Zenzeleni oder Stellenbosch Waldorfschule leisten seit Jahren wirksame Arbeit, um Kindern eine eigene Zukunft zu geben und Brücken zwischen Schwarz und Weiß zu bauen. Sie ringen darum, der kulturellen Vielfalt gerecht zu werden und die soziale Kluft durch die Aufnahme vieler Kinder aus armen Familien zu verringern.

Diese Aufgaben können an den Schulen nur gelingen, wenn es in Zukunft genügen gute und ausgebildete Waldorflehrer gibt. Die solide Ausbildung am Center ist dafür unverzichtbar, denn angehende Lehrer stehen hier nicht nur vor der Herausforderung, das didaktische und persönliche Handwerkszeug eines Waldorflehrers zu erlernen, sie müssen zuerst ihre eigene Schulzeit und oft große inhaltliche Lücken aus dieser überwinden.

Zurzeit hat das Center nicht nur mit einer erneuten Akkreditierung der Eurythmie zu kämpfen, auch die seit langem rasant steigenden Strom- und Wasserpreise schwächen den Haushalt. Gleichzeitig sind aktuell mehr Studenten auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Das East African Teacher Training und das Center for Creative Education sind entstanden, weil die jahrzehntelange schulische Arbeit der Waldorf-Pioniere fruchtet und immer mehr Lehrer gebraucht werden. Die beiden Ausbildungsstätten leisten wunderbare Arbeit, obwohl sie täglich mit riesigen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Noch sind die Schulkeime und -pflanzen zu verstreut und zu schwach, um die Lehrerbildung finanziell zu tragen. Nur mit Hilfe von außen ist für diese Ausbildungsstätten ein Fortbestehen möglich.

Daher wollen wir weiterhin Löcher im Haushalt „stopfen“, Reisekosten zahlen und Studenten auf ihrem Weg fördern. Mit Ihrer Hilfe kann das gelingen!

Mit einer herzlichen Bitte um Ihre Spende,
Nana Göbel, Henning Kullak-Ublick, Bernd Ruf, Andreas Schubert

 

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