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„Es gibt einige Schüler denen die Eltern nur eine Mahlzeit am Tag ermöglichen können“

In der kleinen Stadt Hawzien im Norden Äthiopiens gibt es seit 2006 einen Waldorfkindergarten und seit September 2014 eine dazugehörige Schule. Die Eltern können nur symbolische Beträge an die Schule und den Kindergarten bezahlen. Schulgründer Atsbaha Gebre-Selassie und seine Kolleginnen und Kollegen sind fast vollständig auf Spenden angewiesen. Eine Initiatorin und Begleiterin der Schule ist Magdalena Bächtle, ehemalige Schülerin der Waldorfschule Chiemgau.  Im Gespräch mit den Freunden der Erziehungskunst erzählt sie uns, wie die Kinder zur Zeit an der Schule versorgt werden und welche Wünsche sie für die Zukunft hat.

Warum ist es für die Kinder wichtig, in der Schule und im Kindergarten mit Essen versorgt zu werden?
Das Essen in der Schule spielt eine essentielle Rolle für das Konzentrationsvermögen der Kinder im Unterricht. Es gibt einige Schüler denen die Eltern nur eine Mahlzeit am Tag ermöglichen können, gerade für diese Kinder ist das Schulessen extrem wichtig.

Welche Ansprüche hat die Schule an das Essen?
Zunächst ist der Anspruch der Schule an das Essen noch relativ gering. Es soll sättigen und auch eine ruhige gemeinsame Zeit der Schüler und Lehrer ermöglichen. Der Anspruch für die Zukunft wird aber sein, eine ausgewogene Ernährung mit der Schulnahrung zu unterstützen. Wünschenswert für die Zukunft wäre zum Beispiel Suppe für alle Kinder am Mittag, zusätzlich zu Milch und Brötchen in der 10-Uhr-Pause.

Wie viele Kinder bekommen an der Schule Essen?
Jedes Kind bekommt, sofern vorhanden, Milch und ein Brötchen am Tag. Es sind rund 120 Kindergartenkinder und 160 Schulkinder. Einen Ausfall der Schulnahrung gibt es nur, wenn kein Mehl erhältlich ist und dann werden auch keine Kinder bevorzugt, falls nur zu wenig Brötchen produziert werden können, wird selbstverständlich geteilt. In Zukunft wird angestrebt, dass ein Alternativ-Essen angeboten werden kann, wenn durch Ernteausfälle kein oder nur sehr teures Mehl erhältlich ist.

Wie viele Mahlzeiten bieten Sie pro Tag an?
Gegenwärtig gibt es eine Mahlzeit am Tag, aber wie bereits erwähnt wird eine zweite Mahlzeit – ein Mittagessen – für die Zukunft angestrebt - es ist aber immer eine Kostenfrage. Eine einmal gewährte Leistung kann nicht ohne Weiteres zurückgenommen werden.

Was würde die Verpflegung eines Kindes pro Tag kosten, damit das Kind optimal versorgt ist?
Wir rechnen bei einer Vollkostenrechnung: Mehl, Kühe, Strom, Bäcker, Küchenhilfe mit ca. 0,10 Euro pro Kind und Tag bei einer zusätzlichen Suppe kann man von 0,20 Euro ausgehen.

Welche Unterstützung brauchen Sie, um die Kinder optimal versorgen zu können?
Die notwendige Ausstattung ist vorhanden. Wenn wir jedoch ein umfassendes Essen anbieten wollen, würde das pro Jahr nicht nur 4,500 Euro sondern ca. 9.000 Euro kosten. Wächst die Schule wie geplant auf 320 Kinder in den Klassen Eins bis Acht (insgesamt 440 Kinder in Schule und Kindergarten plus Lehrer) würden wir bei bis zu 14.080 Euro pro Jahr liegen. Zum Vergleich ein Lehrergehalt kostet etwa 1.500 bis 2.000 Euro pro Jahr – das heißt damit könnten wir mehr als sieben Lehrer finanzieren.

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