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Philippinen: Mai 2014

Als anthroposophischer Arzt auf den Philippinen

Noch im November kam die erste Gruppe der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners nach Tacloban, eine zweite folgte im Februar, ich war als Arzt in der dritten Gruppe im Mai 2014 dabei. Meine Aufgabe bestand in der Fortbildung der ortsansässigen PädagogInnen, die sich täglich Vorort um die Kinder in den hierfür errichteten Kinderschutzzentren kümmern. Als anthroposophischer Arzt mit vielfältigen Erfahrungen im Bereich der Psychotraumatologie und langjähriger Tätigkeit in der Ausbildung von HeilpädagogInnen, heilpädagogischen WaldorflehrerInnen, ging es in Tacloban darum, ein Verständnis von Trauma zu entwickeln und aus dem, was mit einem Kind durch ein Trauma passiert, die pädagogischen Interventionen zu entwickeln, die hilfreich sind, Traumafolgestörungen zu verhindern. Unsere Hilfe soll nachhaltig sein und das pädagogische Handeln professionalisieren, darauf zielen unsere Fortbildungen ab, die wir auch auf einer Tagung auf der Insel Cebu durchgeführt haben.

Nachmittags befassten wir uns als notfallpädagogische Fachkräfte mit den Kindern. Kinder beobachten, Rat geben, Rücken massieren bei schweren Rückenschmerzen, die vielen Kinderbeine voller Skabies behandeln, einen schwerstmehrfachbehinderten Jungen untersuchen, den in sein sieben Lebensjahren noch nie einen Arzt gesehen hat und für den wir jetzt Hilfsmittel organisieren. Nicht zuletzt ging es darum, auch den Mitgliedern des eigenen Teams als Arzt zur Seite zu stehen. Es gab einen recht dramatischen Notfall, der mein Eingreifen notwendig machte.

Ein Trauma ist ein Angriff auf die Gesamtkonstitution des Menschen. Notfallpädagogik ist eine Schnittstelle zwischen Pädagogik und Therapie. Diese Schnittstelle ist meine Profession, die gerne viel öfter in solchen sinnvollen Einsätzen zur Verfügung stellen würde!

Martin Straube ist seit 30 Jahren als anthroposophischer Arzt in verschiedenen Zusammenhängen tätig. Die Behandlung traumatisierter Menschen ist ein Schwerpunkt seiner Arbeit. Bisher  hat er drei notfallpädagogische Einsätze unterstützt.