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Kurdistan-Irak März - April 2014

 

Gestrandet im Nirgendwo

Neben den großen Lagern für syrische Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien, geraten die  zahlreichen kleineren Lager in den Nachbarländern fast in Vergessenheit. Zwei davon, in der autonomen Region Kurdistan im Irak, hat ein notfallpädagogisches Team der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners von 29. März bis 11. April besucht.  Unterstützt wurden die Freunde der Erziehungskunst von dem Bündnis Aktion Deutschland Hilft.

Bereits in anderen Regionen der Welt, wie zum Beispiel in Kakuma, Kenia, haben die Notfallpädagogen der Freunde der Erziehungskunst in abgelegenen, von der Welt kaum beachteten Flüchtlingslagern gearbeitet. Im Zuge des aktuellen Einsatzes hat ein notfallpädagogisches Team nun Kinder syrischer Flüchtlinge, die in kleineren Lagern in der Autonomen Region Kurdistan im Irak untergebracht sind, notfallpädagogisch betreut. Diese „Erste-Hilfe für die Seele“ soll den Kindern helfen, ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten um langfristige Belastungsstörungen zu vermeiden.

Aufgrund der aktuell schwierigen Sicherheitslage war die ursprünglich geplante Arbeit im Flüchtlingslager Gawilan, das erst vor kurzem von den Vereinten Nationen geöffnet wurde, nicht möglich. Der Einsatz konnte jedoch ungeachtet der schwierigen Ausgangslage in anderen Lagern erfolgreich durchgeführt werden.

Einen alternativen Ort für seine Arbeit fand das notfallpädagogische Team in einer Schule im Flüchtlingslager Kawergosk. Hier kooperierten die Freunde der Erziehungskunst mit der norwegischen NGO Norwegian Refugee Counsil, die im Camp bereits künstlerische und sportliche Angebote für Schulkinder organisiert.

In der zweiten Woche des Einsatzes wurde dem Team ein Kinderschutzzentrum im Flüchtlingslager Basrma zur Verfügung gestellt. Dieses Lager liegt etwas abseits in den Bergen und wird von der kurdischen Regierung geleitet. Nur wenige NGOs sind hier vertreten. Die meisten der 750 Familien, die hier gestrandet sind, sind aus ländlichen Gebieten Syriens geflohen und lebten bereits vor ihrer Flucht in ärmlichen Verhältnissen.

In Zusammenarbeit mit den lokalen Pädagoginnen und Pädagogen des Kinderschutzzentrums konnten hier ca. 150 Kinder und Jugendliche traumapädagogisch begleitet werden.  Viele der Kinder zeigten deutliche Anzeichen schwerer Traumatisierungen.  Gewaltbereites Verhalten, Verlust der Sprache und sichtbare Verletzungen zeugten von den furchbaren Erlebnissen, denen sie in ihrer Heimat und auf der Flucht ausgesetzt waren.

Die  Workshops der Notfallpädagoginnen und -pädagogen, wie Erlebnispädagogik und Maltherapie, wurden von den Kindern und MitarbeiterInnen des Zentrums begeistert aufgenommen. Viele der lokalen Pädagogen äußerten großes Interesse an Trainingseinheiten im Bereich Notfallpädagogik.

Neben der direkten Arbeit in den Flüchtlingslagern wurde der Einsatz auch genutzt, um eine längerfristige Arbeit in der Region vorzubereiten. Dazu wurden wichtige Kontakte zur UNO, zu der bereits eine Partnerschaft besteht, und zur kurdischen Regierung geknüpft. In enger Zusammenarbeit mit diesen Institutionen konnte der Grundstein für zukünftige Einsätze in einem breiten Netzwerk verschiedener Flüchtlingslager in der Region um Erbil gelegt werden.

Von Clara Krug

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