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Kenia: April 2012

Flüchtlingskinder nicht aus den Augen verlieren

Vom 9. – 21. April 2012 wurde der zweite notfallpädagogische Einsatz der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. im Kakuma-Flüchtlingslager, Kenia realisiert. Neben den Weiterbildungen und des Monitorings der traumapädagogischen Arbeit vor Ort wurde parallel der im Sommer geplante Folgeeinsatz vorbereitet.

Ein vierköpfiges deutsch-kenianisches Team nahm sich während des zweiwöchigen Einsatzes der inhaltlichen Vertiefung sowie den organisatorischen Schwierigkeiten in Kakuma an.
Immer noch kommen dort täglich neue Flüchtlinge an, die Wohnraum benötigen, sodass der Platz für die Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen begrenzt ist. Auch die hygienische Situation erschwerte in den letzten Wochen die Arbeit des Kenia-Teams der Freunde der Erziehungskunst vor Ort.
Trotz dieser Herausforderungen haben sich die traumapädagogischen Maßnahmen und das Verhältnis zwischen den Kindern und den Notfallpädagogen sehr positiv entwickelt.

Während des Einsatzes wurden nachmittags Schulungen angeboten, bei denen mit den Lehrern Themen wie Traumatisierungen und Kindesentwicklung vertieft und zahlreiche pädagogische Methoden vorgestellt und anschließend praktisch angewandt wurden.

In Gesprächen mit den lokalen "Freunde"-MitarbeiterInnen und dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) wurde besprochen, wie es gelingen kann, schwer traumatisierte Kinder nicht aus den Augen zu verlieren, die vom Reception Center ins Flüchtlingslager verlegt werden. Solche Care Review Meetings sollen in Zukunft regelmäßig stattfinden.

Das Beispiel eines sechsjährigen Mädchens, das multiple Traumata erfahren musste, zeigt die Wichtigkeit einer nachhaltigen Betreuung der Kinder, die über die Arbeit im Reception Center hinausgehen muss: aufgrund der verheerenden Erfahrungen, die das Mädchen durchleiden musste, sprach sie nicht mehr. Diverse kunsttherapeutische Übungen halfen ihr jedoch, wieder zu Worten und sogar zu Sätzen zu finden. Als das Mädchen nach der Registrierung, die oftmals mehrere Wochen oder gar Monate dauern kann, ins Flüchtlingslager verlegt wurde, verlor das im Reception Center tätige Notfallteam das Mädchen aus den Augen. Nach einiger Zeit konnte wieder Kontakt zu ihr aufgenommen werden, doch befand sie sich in ihrem anfangs sprachlosen Zustand. Die kunsttherapeutischen Maßnahmen mussten von vorne begonnen werden.

Des Weiteren wurde der nächste notfallpädagogische Einsatz, der für August geplant ist, vorbereitet. In der Protection Area, einem speziell geschützten Bereich für Menschen, die sich in akuter Gefahr befinden, soll dann ein Kinderschutzzentrum aufgebaut werden.

Aufgrund geringer Spendengelder konnte zum zweiten Kenia-Einsatz kein Großteam aufbrechen, wie ursprünglich geplant. Um nachhaltige traumapädagogische Strukturen aufbauen und lokale Mitarbeiter für die Fortführung der notfallpädagogischen Maßnahmen beschäftigen zu können, sind die Freunde der Erziehungskunst dringend auf weitere Unterstützung angewiesen. Jede Spende kommt direkt der traumapädagogischen Arbeit und den Kindern im Kakuma-Flüchtlingslager zugute.

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