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Haiti: September 2010

Trotz der Trümmer in Haiti… Nachhaltigkeit sichern

Vom 19. September bis 3. Oktober führen die Freunde der Erziehungskunst ihren dritten notfallpädagogischen Einsatz in der Erdbebenregion Haiti durch, in dem es darum geht, bereits angelegte Strukturen nachzuarbeiten. Außerdem soll den vor Ort tätigen Fachkräften in ihrer Arbeit mit traumatisierten Kindern eine Vielfalt an pädagogischen Methoden vermittelt werden, um die fachliche Arbeit nachhaltig zu sichern.

Das elf-köpfige Team der "Freunde" wird bei seinem zwei-wöchigen Einsatz in der Erdbebenregion an zwei Standorten parallel arbeiten. Eine Gruppe von fünf Personen wird in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince stationiert sein und vor allem Workshops für die „Animateurs“ der Karlsruher Organisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ anbieten. Bei den „Animateurs“ handelt es sich um ehemalige Waisenkinder aus den Heimen der befreundeten Karlsruher Hilfsorganisation, die nun bei „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ zum größten Teil fest angestellt sind und in verschiedenen Einrichtungen für Kinder in und um Port-au-Prince mit Kindern arbeiten. Des Weiteren sollen die Teammitglieder mit in die Projekte gehen, um zusammen mit den „Animateurs“ die Arbeit zu reflektieren.

Die sechs ehrenamtlichen Teammitglieder der "Freunde", die sich in Léogâne befinden werden, arbeiten mit den Lehrern der beiden Child Friendly Spaces in und um Léogâne. Ein Schwerpunkt ist die Vermittlung pädagogischer Methoden, um die Lehrer in ihrer Arbeit mit Kindern anzuregen und kompetent weiterzubilden.

Die Situation in dem vom Beben schwer betroffenen Léogâne ist nach wie vor äußert brisant. Noch immer sind die Trümmer und die Zerstörung allgegenwärtig. Die Menschen wohnen unter schlechten hygienischen Verhältnissen in Zeltstädten. Dadurch sei es zu einem Anstieg an Gewalt und sexuellen Übergriffen gekommen, von denen auch Kinder und Jugendliche unmittelbar betroffen seien, so ein Mitarbeiter der Kindernothilfe aus Haiti. Die Trümmer, die tägliche Auseinandersetzung mit der Zerstörung und die zusätzlich ansteigende Gewaltbereitschaft verursachen ständige Re-Traumatisierungen der Menschen - und insbesondere der Kinder und Jugendlichen.  Das Ärzte-Team der "Freunde" wird sich vor allem dieser Thematik widmen und versuchen, sich mit Betroffenen dieses Themas anzunähern. Nach wie vor gilt es, die Kinder in Haiti bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse zu unterstützen und sie zu begleiten.

Während des ersten Notfalleinsatzes im Februar dieses Jahres in Haiti hatten die "Freunde" in Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe und der lokalen Nichtregierungsorganisation Acrederp ein Child Friendly Space – eine Art Kinderschutzraum – in der vom Beben schwer betroffenen Stadt Léogâne eingerichtet, für das durch die Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe lokale Fachkräfte zur Fortführung der Arbeit mit traumatisierten Kindern eingestellt werden konnten. In Mariannie bei Léogâne wurde ein zweites Kinderschutzzentrum für ca. 300 Kinder eingerichtet. In beiden Child Friendly Paces  arbeiten die ca. 30 Lehrer pädagogisch mit Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren.

Bei der zweiten notfallpädagogischen Intervention der „Freunde“ im Mai 2010 ging es um die pädagogisch-methodische  Weiterbildung der haitianischen Fachkräfte, während der auch lokale Mitarbeiter der Kindernothilfe und der Karlsruher Organisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ notfallpädagogisch in Workshops geschult wurden.

News

  • +++ 01.10.2018 +++

    Katastrophe in Indonesien

    Das schwere Erdbeben und der Tsunami vom Oktober hat der indonesischen Insel Sulawesi Tod und Zerstörung gebracht.  Um die traumatisierten Menschen in der Verarbeitung ihrer Erlebnisse zu unterstützen, fand im November ein notfallpädagogischer Einsatz in der Krisenregion statt. weiter

  • +++ 21.09.2018 +++

    Hilfe auf den Philippinen

    Ein Team der Notfallpädagogik fliegt vom 27.09. bis zum 08.10. auf die Philippinen. Gemeinsam mit vier lokalen Kollegen werden sie die Betroffenen des Taifun „Mangkhut“ unterstützen. Der Sturm hat auf den Philippinen schlimme Schäden angerichtet und viele Menschen das Leben gekostet. Erdrutsche und Schlammlawinen erschweren die Situation zusätzlich.

  • +++ 20.09.2018 +++

    Einsatz in Gaza

    Im Herbst reist erneut ein dreiköpfiges Notfallpädagogik-Team nach Gaza. Unterstützt von der DROSOS-Stiftung soll ein Handbuch (Guidelines) für lokalen Pädago*innen des Nawa Centers und des Kindergartens entstehen. Die Workshops und der Einsatz dienen zur Vorbereitung dieses kulturellangepassten und genau auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnittenen Leitfadens.

  • +++ 11.06.2018 +++

    HINWEIS: Notfallpädagogische Jahrestagung 2019

    Vom 20.-23. Juni 2019 findet die achte Notfallpädagogische Jahrestagung in den Räumlichkeiten des Parzival-Zentrums in Karlsruhe statt.
    Unter dem Titel „Notfallpädagogik - Wie Pädagogik verletzten (Kinder-) Seelen helfen kann“, legen wir bei unserer nächsten Jahrestagung den Fokus auf die Basis der Notfallpädagogik.

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