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Deutschland seit 2014

"ankommen_weiterkommen" mit Aktion Mensch

Die „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“ arbeiten seit über zehn Jahren notfall- und traumapädagogisch in Karlsruhe, Deutschland und der ganzen Welt.

Aktion Mensch e.V., die größte private Förderorgansiation in Deutschland, unterstützt nun diese Arbeit in unserer Stadt für die kommenden zwei Jahre und finanziert das Projekt "ankommen_weiterkommen". Im Rahmen des Projekts werden am Parzival-Zentrum außerhalb des Unterrichts erlebnis- und theaterpädagogische Angebote unter Berücksichtigung traumapädagogischer Aspekte für Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gemacht. Karlsruher Jugendliche ohne Fluchthintergrund werden eingebunden, wodurch ein Integrations-fördernder interkultureller Austausch und gemeinsamer Lernprozess stattfindet. Die täglichen Angebote greifen die Schwierigkeiten der traumatisierten Flüchtlinge auf, geben ihnen Struktur und Sicherheit und unterstützen sie, ihre Erfahrungen zu verarbeiten. Hospitationen im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen für Notfallpädagogik und Publikationen über den Projektverlauf machen die Projektarbeit der Fachöffentlichkeit zugänglich und damit übertragbar.

Ziel des Projekts ist die Persönlichkeitsbildung, das soziale Lernen, die Berufsorientierung sowie der interkulturelle Austausch aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Am Dienstag, den 25. April 2017, findet um 11 Uhr am Parzival-Zentrum die feierliche Auftaktveranstaltung von "ankommen_weiterkommen" statt.
Neben den Projektbeteiligten erwarten wir Vertreter der Organisation Aktion Mensch, Mitarbeiter von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen sowie Aktive der Sozial- und Jugendeinrichtungen aus Karlsruhe und Umgebung.

Was bleibt, ist die Begegnung

Bereits seit 10 Jahren führen die Freunde der Erziehungskunst in Krisengebieten und nach Katastrophen notfallpädagogische Einsätze durch. Die weltpolitischen Ereignisse und die Flucht vieler Menschen zu uns nach Deutschland schafften auch hier den Bedarf für die stabilisierende und heilende pädagogische Arbeit der Notfallpädagogik. Dies umfasst Angebote für Kinder in Unterkünften und in den Eingangsklassen für unbegleitete Minderjährige sowie Fortbildung und Beratung  für Menschen, die mit Geflüchteten arbeiten.

Notunterkunft Karlsruhe, Herbst 2015: Eine Kollegin erzählt: „Ich habe mit Kindern im Irak und auf der Fluchtroute gearbeitet, nun sind diese Kinder hier. Vieles ist ähnlich improvisiert, wir arbeiten auf dem Boden, zwischen Zelten, ohne Räume. Aber was bleibt, ist die Begegnung. Sei es über Bewegung, Malen, Filzen oder über Worte, Gesten, Augen-Blicke oder Berührungen.“

Die Kinder kennen uns schon, sie holen die anderen und dann geht es los. Ein Lied, rhythmisches Klatschen, anschließend Bewegungsspiele,  Hüpfen, oder Malen, Kneten oder Filzen.Die wiederkehrenden Elemente geben den Kindern Orientierung und Halt. Im Spiel sind sie freudig und ausgelassen, dann wieder hoch-konzentriert z.B. beim Balancieren. Später bedanken sich die Eltern und es ist zu spüren, wie froh sie sind, dass wir mit ihren Kindern spielen und Freude bringen. Etwas, das sie selbst ihnen derzeit nicht oder nur schwer geben können.

Notfallpädagogisches Kompetenzzentrum Karlsruhe: Das traumapädagogische Wissen und die Erfahrung aus vielen Akuteinsätzen ist auch bei Fachleuten in der Region und bundesweit gefragt. Initiativen anderer Städte bitten um Fortbildungen oder telefonische Beratung, wir organisieren Tagungen und Seminare zu Flucht-Trauma-Pädagogik. Auch der Bedarf an neuen Themen wird größer  dennan vielen Orten ist die Arbeit in einer zweiten Phase angekommen. Nachdem der große Stress nachlässt, können sich tiefere, auch schmerzhafte Schichten zeigen, die bishervermieden und nun wahrgenommen sein wollen. Es braucht Behutsamkeit und den Blick auf die vorhandenen Ressourcen des Einzelnen; eine traumasensitive Pädagogik, die den ganzen Menschen in seiner Gesundheit stärkt.

Parzival-Zentrum Karlsruhe: Hier werden 160 Jugendliche mit Fluchthintergrund in 9 Klassen beschult. Unsere  notfallpädagogische Arbeit erntet zunächst skeptische Blicke– alles, was nicht Tafel und Schreiben ist, gilt nicht als Lernen. Aber  nach einigen Tagen fragen einzelne Jugendliche von sich aus nach den spielerischen und künstlerischen Elementen.
45 Minuten Formenzeichnen in der Eingangsklasse: Die (13- bis 17-jährigen) Jugendlichen ringen um Kontinuität und Ästhetik in der Linienführung: Wie male ich einen Kreis oder eine liegende Acht „am Stück“? Wie wird der Kreis rund und wie geht das mit dem Kreuzen bei einer liegenden Acht?  Nach einigen Malen wird der Kreis immer „schöner“ oder der Kreuzungspunkt der Acht immer „mittiger“. Sie erleben: In jedem Moment kann ich etwas NEU machen. Gestärkt in ihrem Willen und ihrer Selbstwirksamkeit gehen die jungen Männer aus dieser Stunde. Einer äußert, es habe gut getan, er sei so entspannt und habe etwas ganz Neues gelernt. Und ganz nebenbei trug die Verknüpfung von rechts und links in diesem kreativen Prozess dazu bei, gehirnphysiologisch lern- und aufnahmebereiter zu sein.

Der Prozess gelingender Integration braucht von uns allen:
Da-SEIN, manchmal auch anders als bisher, damit auch der andere Mensch ganz da sein kann. Bei mir und bei Dir und in dem Raum dazwischen sein, ohne Wertung, in Geistes-Gegenwart.  Belohnt wird diese Anstrengung vom Glück lebendiger Menschen-Begegnung.

News

  • +++ 29.11.2017 +++

    Notfallpädagogik für Schulen in Nepal

    2015 wurde Nepal von zwei verheerenden Erdbeben und mehreren starken Nachbeben erschüttert. Noch immer leidet das von Armut geprägte land unter den Folgen.In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ GmbH) fand von 3. bis 18. November ein notfallpädagogischer Einsatzin der Erdbebenregion statt. weiterlesen

  • +++ 09.10.2017 +++

    Ein Spielplatz für die Kinder im Irak!

    Fan werden und einen Spielplatz ermöglichen

    Plätze für die Kinder, für Spaß und Freude gibt es in den Flüchtlingslagern im Nordirak kaum. Unter dem Motto „Spielen heilt“, möchten wir gemeinsam mit Ihnen und Ihrer Unterstützung etwas Licht in den bedrückenden Alltag der Kinder bringen.
    Mit dem Spielcontainer werden traumatisierte Kinder zur Bewegung und zum Spielen angeregt und ihnen Momente der Freude geschenkt.

    HIER FAN WERDEN!

  • +++ 28.09.2017 +++

    Hunderttausende auf der Flucht

    Jeden Tag fliehen Rohingya aus Burma nach Bangladesch, die Flüchtlingslager sind überfüllt, die Helfer überfordert. Am 24.11.2017 reist ein Team der Notfallpädagogik zu einem zweiwöchigen Einsatz in die Grenzregion zu Burma, um die Betroffenen und die Helfer psychosozial zu stärken. weiterlesen

  • +++ 28.09.2017 +++

    Notfallpädagogischer Einsatz in Mexiko

    Hilfe nach den Erdbeben

    Mehrere schwere Erdbeben haben in Mexiko viele Todesopfer gefordert. Anfang Oktober wird die Notfallpädagogik einen 2-wöchigen Einsatz vor Ort durchführen. weiterlesen   

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